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19.02.2013
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Lebensmittelskandal

Aldi, Kaufland und Kaiser's finden Pferdefleisch

dapd

Lasagne-Probe in Niedersachsen: Bisher wurden 360 amtliche Tests durchgeführt

Die Liste der mit Pferdefleisch vermischten Produkte wird immer länger. Mittlerweile sind die Ketten Aldi, Kaufland und Kaiser's Tengelmann in weiteren Fertiggerichten fündig geworden. Auch bei einem deutschen Zulieferer von Lidl hat sich ein Verdacht bestätigt.

Mühlheim an der Ruhr/Ostbevern - Bei der Fahndung nach heimlich untergemischtem Pferdefleisch in Lebensmitteln finden sich immer neue Spuren in Deutschland. Das Verbraucherministerium in Berlin teilte am Dienstag mit, bisher seien in 24 Proben Anteile nicht deklarierten Pferdefleisches festgestellt worden. Dies sei der Zwischenstand nach 360 amtlichen DNA-Analysen in den Bundesländern. Insgesamt soll es bis zu tausend Tests geben.

Unterdessen gehen auch die Supermarkt- und Discounter-Ketten auf die Suche nach Pferdefleischanteilen - und entdecken fast täglich neue betroffene Produkte.

Auch beim Fleischlieferanten Vossko aus dem Münsterland hat sich der Pferdefleisch-Verdacht bestätigt. Eine DNA-Analyse habe bei entsprechenden Proben "zweifelsfrei eine Beimischung von Pferdefleisch" ergeben, teilte das Unternehmen aus Ostbevern mit.

Vossko ist ein Zulieferer des Liechtensteiner Unternehmens Hilcona, das wiederum Lidl beliefert. Der Discounter hatte unter anderem das Produkt "Combino Tortelloni Rindfleisch" aus dem Angebot genommen.

Allerdings sieht sich auch Vossko als Opfer. "Nach labortechnischer Untersuchung aller Produktchargen der vergangenen neun Monaten steht fest, dass von einem der vier in Frage kommenden Lieferanten falsch deklarierte Ware geliefert wurde", erklärte das Unternehmen,

Auch der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé hatte am Dienstag von Pferdefleischfunden in seinen Produkten berichtet und in Italien und Spanien zwei tiefgekühlte Nudelprodukte wegen Anteilen von Pferdefleisch vom Markt genommen. Die italienische Polizei untersuchte daraufhin mehrere Standorte des Unternehmens. Die Beamten der Einheit für Lebensmittelsicherheit kontrollierten unter anderem, ob die Vorgaben für interne Kontrollen eingehalten wurden, wie das italienische Gesundheitsministerium mitteilte.

Betroffen waren ein Unternehmenssitz in Mailand und eine Fabrik in Modena. Eine Nestlé-Sprecherin sagte dem Fernsehsender Sky TG24, es gebe "überhaupt kein Problem mit Lebensmittelsicherheit".

stk/dpa

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insgesamt 30 Beiträge
1. Natürlich gibt es kein Problem mit der Lebensmittelsicherheit
liondd 19.02.2013
...sicher ist, dass offensichtlich überall wo es unauffällig möglich war RESTEFLEISCH entsorgt wurde und an ahnungslose Kunden verfüttert worden ist. Beschämend ist die fortdauernde Bagatelisierung des Vorgangs durch die [...]
...sicher ist, dass offensichtlich überall wo es unauffällig möglich war RESTEFLEISCH entsorgt wurde und an ahnungslose Kunden verfüttert worden ist. Beschämend ist die fortdauernde Bagatelisierung des Vorgangs durch die Hersteller und Händler. Pfui!!!!
2. Nur Pferdefleisch?
kleindoofi 19.02.2013
Pferdefleisch ist doch nur ein Synonym für alle möglichen Fleischsorten, die in Wurst, Lasange usw. untergemengt sein können, abgesehen von chem. u. hygien. Verunreinigungen darin. Letztlich könnte so auch z. B. ein alter Esel [...]
Pferdefleisch ist doch nur ein Synonym für alle möglichen Fleischsorten, die in Wurst, Lasange usw. untergemengt sein können, abgesehen von chem. u. hygien. Verunreinigungen darin. Letztlich könnte so auch z. B. ein alter Esel aus Albanien auf unserem Tisch gelandet sein oder andere Freibankprodukte oder Tiere aus zoologischen Gärten, bis hin zu Sägemehl. Was da geschah, bestimmten schließlich nur und offenbar schon lange ungehindert die hier tätigen Kriminellen. So steht der Verbraucher in unmittelbarer Nahrungskonkurrenz zu Schwein und Hund. Es ist natürlich bequem und man bläst auch damit in das gleiche Horn bestimmter Politiker, gibt man ihm dafür auch noch die Schuld. Er sei es, der nach billigen Produkten verlangt und so solches Geschehen aufzwingt. Teuer einkaufen können hierzulande aber nur Gutverdiener. Generell ist es jedoch das ökonomische Gesetz des Marktes, günstig einzukaufen und in einem Niedriglohnland wie Deutschland muss jederman auch den Groschen umdrehen. Aber Erzeuger und Vertreiber fanden bislang noch immer Wege, ihre Preise zu erhöhen, wenn sie es nur wollten und ihre Konkurrenz mitmachte. Ein schlimmes Beispiel sind dafür unsere Energiepreise, aber auch Nahrungsmittel, wie Obst, Käse, Wurstwaren und Brot.
3.
vogelskipper 19.02.2013
Eigentlich ist es abdurd, dass all diese Lebensmittel nun aus dem Verkehr gezogen werden und wohl vernichtet. Da hungert ein Teil der Welt bis heute noch und der reiche Westen schmeißt Lasagne weg, weil darin Spuren von [...]
Eigentlich ist es abdurd, dass all diese Lebensmittel nun aus dem Verkehr gezogen werden und wohl vernichtet. Da hungert ein Teil der Welt bis heute noch und der reiche Westen schmeißt Lasagne weg, weil darin Spuren von Pferdefleisch gefunden wurden. Wer schon eimal gesehen hat, was in einer Wurstfabrik alles an Fleisch und Fleischresten kleingehackt wird und dann im Wurstteig verschwindet, den sollte eigentlich ein Pfund Pferdehack hier oder da nicht mehr stören! Schmecken würde man es sicher nicht! In Frankreich und Italien ist Pferdesalami eine Delikatesse und auch sonst wird Pferdefleisch verzehrt. Das Falschetikettierung und Verkauf Betrug ist, ist klar. Aber man sollte im Jahr 2013 in der Lage sein eine bessere Lösung zu finden als tonnenweise Fertiggerichte zu vernichten, die lebensmitteltechnisch einwandfrei sind.
4. optional
Meshada 19.02.2013
Tja, selbst Schuld, wer Fertigprodukte kauft. Mein Mitleid hält sich da etwas in Grenzen. ---Zitat--- Aber man sollte im Jahr 2013 in der Lage sein eine bessere Lösung zu finden als tonnenweise Fertiggerichte zu vernichten, [...]
Tja, selbst Schuld, wer Fertigprodukte kauft. Mein Mitleid hält sich da etwas in Grenzen. ---Zitat--- Aber man sollte im Jahr 2013 in der Lage sein eine bessere Lösung zu finden als tonnenweise Fertiggerichte zu vernichten, die lebensmitteltechnisch einwandfrei sind. ---Zitatende--- Kann ich nur zustimmen. Finde ich auch etwas skandalös, Mal davon abgesehen dass PFERDEFLEISCH noch das am wenigstens anrüchige Zeug ist, dass einem da untergejubelt wird. Harmloser geht es kaum. Sägespäne, Klärschlamm oder Schweinefäkalien wären schlimmer. Und sind garantiert schon in Fertigprodukten vorgekommen...schmeckt man durch die Geschmacksverstärker nämlich nicht.
5. Mir egal
de vriend 19.02.2013
Mir isses wurstegal, ob Pferdefleisch drin ist oder nicht. Ich wäre froh, wenn in der Geflügelwurst wirklich nur Geflügel, wenn im Schafsmilchkäse wirklich nur Schafsmilch und im Erdbeerjoghurt 250 gr mehr als nur eine [...]
Mir isses wurstegal, ob Pferdefleisch drin ist oder nicht. Ich wäre froh, wenn in der Geflügelwurst wirklich nur Geflügel, wenn im Schafsmilchkäse wirklich nur Schafsmilch und im Erdbeerjoghurt 250 gr mehr als nur eine Erdbeere wäre. Ansonsten kann man ja die Produkte a la Lasagne so etikettieren: Kann Spuren von Rinder- Schweine- Pferde - oder Krokodilfleisch enthalten. Guten Appetit!!!!!!!![

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