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Wirtschaft

Neuer Rekord bei Cyberwährung

Bitcoin steigt über 12.000 Dollar

Die Cyberwährung Bitcoin eilt von Rekord zu Rekord. Nur wenige Tage nach dem Sprung über die 11.000-Dollar-Marke durchbrach der Kurs auch die 12.000 Dollar. Bald könnten auch Finanzprofis in das Geschäft einsteigen.

AFP
Mittwoch, 06.12.2017   08:30 Uhr

Der Kurs des Bitcoin ist am Mittwoch erstmals über 12.000 Dollar gestiegen. Auf der bekannten Handelsplattform Bitstamp lag der Wert der Digitalwährung am Morgen zeitweise bei 12.345 Dollar. Damit setzt sich der rasante Anstieg in irrem Tempo fort: Erst vor einer Woche hatte der Bitcoin-Kurs die Marke von 10.000 Dollar überschritten, zu Jahresbeginn hatte er noch unter 1000 Dollar gelegen.

Bitcoin ist eine sogenannte Kryptowährung, die Geldtransaktionen unabhängig von Banken und Notenbanken machen soll (mehr zum Bitcoin lesen Sie hier). Inzwischen ist das digitale Geld allerdings zum Spekulationsobjekt geworden. Experten warnen angesichts des rasanten Kursanstiegs davor, dass der Bitcoin auch jederzeit wieder abstürzen könne. Anders als bei klassischen Währungen garantiert kein Staat und keine Notenbank für das Geld. Auch steht anders als etwa bei Aktien kein realer Wert hinter dem Bitcoin.

Foto: SPIEGEL ONLINE; Reuters

Zudem schwankt der Kurs extrem. Auf und Abs um ein Fünftel an einem Tag sind keine Seltenheit. Die Warnungen von Bankern und Notenbankern sind deutlich: Zuletzt bezeichnete der Chef des nordeuropäischen Bankkonzerns Nordea, Casper von Koskull, den Bitcoin als "absurde" Konstruktion, die jeder Logik widerspreche.

Das sehen viele Anleger offenbar anders. Eine Umfrage für SPIEGEL ONLINE zeigt, dass auch in Deutschland vor allem junge Leute auf die Cyberwährung setzten.

Ein Grund für den jüngsten Kursschub dürfte die baldige Einführung von Terminkontrakten auf Bitcoin sein - denn damit stößt die Digitalwährung ins traditionelle Finanzgeschäft vor.

Vergangenen Freitag hatte die US-Behörde CFTC diese sogenannten Bitcoin-Futures genehmigt. Die US-Börse CBOE will bereits Ende der Woche den ersten Future in den Handel bringen. Eine Woche später will der weltweit größte Börsenbetreiber, die Chicago Mercantile Exchange Group (CME) , folgen. Auch bei der japanischen Tokyo Financial Exchange wird über die Einführung eines Bitcoin-Futures nachgedacht.

Durch die Einführung der Futures werden Bitcoins für institutionelle Investoren deutlich besser handelbar. Mit Future-Kontrakten werden Rohstoffe oder Finanzprodukte zu einem vorab festgelegten Preis zu einem bestimmten künftigen Zeitpunkt gehandelt. Dadurch können sich Käufer und Verkäufer gegen mögliche Preisschwankungen absichern. Terminkontrakte können aber auch für Spekulationen auf künftige Kursentwicklungen genutzt werden.

stk/dpa-AFX

insgesamt 53 Beiträge
hefe21 06.12.2017
1. Skrüppellos
"Absurde Konstruktion" - das ist nordisch kühl formuliert und triffts. Es handelt sich um eine Finanzware und höchstens um eine kryptische Krüppelwährung (ihr fehlen entscheidende DNA-Teile einer Währung). Dass [...]
"Absurde Konstruktion" - das ist nordisch kühl formuliert und triffts. Es handelt sich um eine Finanzware und höchstens um eine kryptische Krüppelwährung (ihr fehlen entscheidende DNA-Teile einer Währung). Dass lustige Burschen (und Mädels) an den "Märkten" damit handeln wollen sei unbenommen. Sollte sich wie zu erwarten später herausstellen, dass die Einsätze dafür über frische Kredite aus dem realen Währungssystem generiert wurden, dann sind drakonische Strafen für alle Beteiligten am BernieCornfeld Gedenkrummel anzuraten. Die Pressebegleitmeute sei auch vorgewarnt, nicht wieder als nützliche Idioten am Spiel teilzunehmen (wie einst bei den "komplexen" Finanzinstrumenten)
Koana 06.12.2017
2. Bin mal gespannt....
wie Millionen Tonnen Braunkohle sie in China noch verfeuern, damit dort die Rechenfarmen mit 0,03 Cent die KWh gefüttert werden können.
wie Millionen Tonnen Braunkohle sie in China noch verfeuern, damit dort die Rechenfarmen mit 0,03 Cent die KWh gefüttert werden können.
TanjaFladra 06.12.2017
3. Ist der Bitcoin noch eine Währung?
Er war mal eine, er wurde auch benutzt. Nicht immer für legales, aber es gab diese Zeit. Aber wer zahlt den jetzt noch mit Bitcoins? Der Wert ist doch so hoch, weil jeder nur Bitcoins haben will, es wird auf einen steigenden Kurs [...]
Er war mal eine, er wurde auch benutzt. Nicht immer für legales, aber es gab diese Zeit. Aber wer zahlt den jetzt noch mit Bitcoins? Der Wert ist doch so hoch, weil jeder nur Bitcoins haben will, es wird auf einen steigenden Kurs gehoft. Er dient nur der spekulativen Geldanlage. Und solange immer noch Menschen an den Kursgewinn glauben, steigt der Bitcoin. Aber dem letzten beissen die Hunde. Dass jetzt auch noch die Finanzbranche mitmischt macht es nicht sicherer oder besser. Und es ist ja in der Vergangenheit noch nie eine Blase geplatzt. Es gab ja immer nur Gewinner...
robnobody 06.12.2017
4. Die Mafia freut sich...
Eine Währung die hauptsächlich genutzt wird um Erpressungsgelder aus Ransomware-Attacken einzusammeln und Schwarzgeld zu verschieben wird zum Spekulationsobjekt und der Kurs explodiert - besser kanns nicht laufen.
Eine Währung die hauptsächlich genutzt wird um Erpressungsgelder aus Ransomware-Attacken einzusammeln und Schwarzgeld zu verschieben wird zum Spekulationsobjekt und der Kurs explodiert - besser kanns nicht laufen.
Karl Vierstein 06.12.2017
5. Ungerechte Verteilung
ca. 4% besitzen etwa 96% aller bitcoins. Sprich: die restlichen 96% spielen mit 4% der Bitcoins rum. Viele Kriminelle sind jetzt durch Bitcoin sehr reich geworden. Warum sollte man in soetwas investieren, vor allem wenn man [...]
ca. 4% besitzen etwa 96% aller bitcoins. Sprich: die restlichen 96% spielen mit 4% der Bitcoins rum. Viele Kriminelle sind jetzt durch Bitcoin sehr reich geworden. Warum sollte man in soetwas investieren, vor allem wenn man bedenkt, dass Bitcoins nur einen Wert haben, solange man Strom zur verfügung hat und seine Wallet? Die Energieverschwendung durch Bitcoin ist ein weiterer Grund, sich nicht mitreissen zu lassen.

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