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Samstag, 14.04.2018   11:59 Uhr

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Wie junge Leute für ein Haus sparen können

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Wohnen wird in Deutschlands Städten immer teurer, vor allem die Kaufpreise steigen, fast überall sind Wohnungen knapp. Da frage ich mich als junger Mensch, ob ich mir überhaupt jemals eine eigene Immobilie leisten kann. Schön wäre es ja schon, irgendwann mal mit der Familie in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Einen konkreten Zeitplan habe ich aber nicht.

Privat investiere ich seit Jahren einen Teil meines Geldes in passive Aktienfonds, also ETFs, und einen Teil in sichere Anlageformen wie Tages- und Festgeld. Nun frage ich mich: Sollte ich zusätzlich ein Finanzprodukt abschließen, um mich gezielt auf einen späteren Immobilienkauf vorzubereiten?

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Da wäre zum Beispiel der klassische Bausparvertrag, das Finanzprodukt der Deutschen schlechthin. Es gibt fast mehr als 30 Millionen solcher Verträge in Deutschland. Rechnerisch haben etwa drei Viertel der deutschen Haushalte einen solchen Vertrag.

Wie funktioniert ein Bausparvertrag?

Mit einem Bausparvertrag lässt sich der Bau oder Kauf einer Immobilie finanzieren. Dazu werden zwei Produkte kombiniert: ein Sparplan und ein Darlehen.

Zunächst wird die Bausparsumme festgelegt. Sie entspricht dem Betrag, den der Sparer später für seine Immobilie zur Verfügung haben will. Dann muss der Kunde einen Teil dieser Summe monatlich ansparen, in der Regel 30 bis 50 Prozent. Auf dieses Guthaben bekommt der Sparer Zinsen gezahlt, die sind momentan aber nur sehr niedrig und betragen meist 0,1 Prozent im Jahr.

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Die Börse fasziniert Henning Jauernig, 27 Jahre alt, seit der Kindheit. Seine erste eigene Aktie kaufte er, als er 20 war, der erste eigene Aktienfonds folgte ein paar Jahre später. Seine Finanzen regelt er seitdem selbst. Immer wieder löchern ihn seine Freunde mit Finanzfragen: Wie kann ich mein Geld richtig anlegen? Welche Versicherungen brauche ich? Und wie mache ich meine Steuer? Über Antworten auf all diese Fragen schreibt er im Young-Money-Blog.

Nach einer gewissen Zeit - beispielsweise nach zehn Jahren - kommt der Bausparvertrag in die Zuteilungsphase. Dann bekommt der Kunde das Darlehen für die Baufinanzierung ausgezahlt. Er hat dann also die angesparte Summe plus das Darlehen zur Verfügung, um es für den Kauf eines Hauses oder eine Wohnung zu verwenden. Danach zahlt er weitere zehn Jahre zu relativ günstigen Konditionen das Darlehen ab.

Für einen Bausparvertrag fallen Kosten an, und zwar meist eine Abschlussgebühr und Kontoführungsgebühren.

SPIEGEL ONLINE

Was sind die Vorteile?

Das Besondere am Bausparen: Der Zinssatz für das spätere Bauspardarlehen steht heute schon fest, auch wenn der Sparer sein Haus erst in sieben oder zehn Jahren kauft oder baut. Und so niedrig wie heute werden Bauzinsen der Banken auf Dauer kaum bleiben, irgendwann werden die Zentralbanken wohl wieder damit anfangen, die Zinsen zu erhöhen. Junge Bausparer können sich also aktuelle Niedrigzinsen bis weit in die Zukunft sichern.

Für junge Erwachsene, die zwischen 16 und 25 Jahre alt sind, gibt es einen weiteren Vorteil: Sie können sich die staatliche Wohnungsbauprämie sichern. Auf den maximal geförderten Sparbeitrag von 512 Euro pro Jahr zahlt der Staat 8,8 Prozent als Prämie drauf. Das bedeutet: Wer knapp 43 Euro im Monat spart, erhält praktisch eine 13. Einzahlung im Jahr als Prämie dazu, nämlich 45 Euro. Bei einer Spardauer von acht Jahren ergeben sich so Bausparsummen von 9.000 bis 11.000 Euro. Der ausgezahlte Betrag liegt dann je nach dem genauen Zeitpunkt der Auszahlung bei etwa 4.700 Euro.

Einige Bausparkassen bieten zusätzlich eigene Jugendprämien an, andere erlassen jungen Leuten die Abschlussgebühr. Hinzu kommt: Junge Sparer dürfen das Guthaben nach der Auszahlung beliebig verwenden, im Gegensatz zu älteren Sparern, die das Darlehen unbedingt für ihre Immobilie einsetzen müssen. Nimmt man diese Punkte zusammen, wird ein mäßig verzinster Bausparvertrag für junge Leute zur gut verzinsten Geldanlage.

Für diesen einfachen Vertrag benötigen junge Sparer keine persönliche Beratung und müssen nicht in eine Bankfiliale. Der Vertrag lässt sich bequem online berechnen und direkt abschließen.

DPA

Wohnhäuser in Berlin

Was sind die Nachteile?

Für Menschen, die älter als 25 sind, fallen viele Vorteile leider weg. Setzt der Sparer den Vertrag dann nicht für die eigene Immobilienfinanzierung oder -modernisierung ein, gibt es für ihn kein Darlehen: Er bekommt nur das angesparte Kapital ausgezahlt. Wegen der erhaltenen Minizinsen bleibt dann nur ein mies verzinster Sparvertrag.

Außerdem könnte es auch passieren, dass die Bauzinsen auch für viele weitere Jahre niedrig bleiben. Dann fällt auch der erste Vorteil - sich niedrige Zinsen zu sichern - weg.

Fazit: (Noch) nicht sinnvoll

Für mich als 27-Jährigen gibt es keine staatlichen Förderungen mehr, und es ist bislang völlig unklar, wann und ob ich überhaupt eine Immobilie finanzieren werde. Für mich ist der Bausparvertrag dann nur ein kümmerlich verzinster Sparvertrag.

In meinem Fall ist es besser, Sparen und Kreditaufnahme zu trennen und für beide Phasen jeweils den besten Anbieter zu suchen. Etwa Tagesgeld oder Aktiensparpläne in der Sparphase und später dann, wenn es soweit ist, die Bank mit dem günstigsten Darlehenszins für den Immobilienkauf. Meine Anlagestrategie bleibt also wie bisher: Was Immobilien angeht, bleibt mir nichts anderes übrig als abzuwarten, bis ich ein konkretes Ziel habe.

Bausparen ist deshalb für Sparer in meinem Alter nur sinnvoll, wenn sie sich gegen einen größeren Zinsanstieg absichern wollen und sich recht sicher sind, dass sie ihre Immobilienpläne langfristig auch tatsächlich verwirklichen. Für Jüngere kann Bausparen aber eine sichere und gut verzinste Geldanlage sein - unter der Bedingung, dass der junge Kunde die staatliche Prämie nutzt.

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insgesamt 34 Beiträge
whitewisent 14.04.2018
1.
Das Beispiel krankt mal wieder am Grundübel. Bauen macht nur Sinn, wenn man über das entsprechende Eigenkapital verfügt, und so auch über Unwägbarkeiten während und nach dem Bauen hinwegkommt. Eine Vollfinanzierung des [...]
Das Beispiel krankt mal wieder am Grundübel. Bauen macht nur Sinn, wenn man über das entsprechende Eigenkapital verfügt, und so auch über Unwägbarkeiten während und nach dem Bauen hinwegkommt. Eine Vollfinanzierung des Bauvolumens mit diesem Modell ist schon schwer zu bekommen, und lässt keinen Spielraum Und was soll man für ein Haus für 50.000,- Darlehenssumme erwerben? Selbst wenn man das Grundstück durch Erbe und Schenkung gratis hat, gibt es kaum einen Hausbau unter 200.000 Euro. Darum müßte man einen Bausparvertrag mit 1000,- Sparrate vereinbaren. Eine Summe, die viele junge Leute nicht haben, oder nicht zum Sparen nutzen wollen. Ein Haus erbt man heute, man baut es aber nicht mehr neu.
womo88 14.04.2018
2. Kaufen
Ich frage mich da eigentlich gar nichts. 1993 habe ich ein Haus gekauft und zu 110 % finanziert, 1994 habe ich ein Haus gekauft und zu 110 % finanziert. Beides vermietet. Damals war ich 35 Jahre alt. 2015 habe ich noch ein Haus [...]
Ich frage mich da eigentlich gar nichts. 1993 habe ich ein Haus gekauft und zu 110 % finanziert, 1994 habe ich ein Haus gekauft und zu 110 % finanziert. Beides vermietet. Damals war ich 35 Jahre alt. 2015 habe ich noch ein Haus gekauft, eigengenutzt, 20.000 € Eigenkapital, Rest auf 10 Jahre finanziert. Darlehen wird dann durch eine Kapital-LV abgelöst. Gegenüber der früheren Miete sparen wir monatlich trotz Tilgung bei einem Nominalzins von 1,6 % 500 €. Wie lautet da der Rat? Kaufen! Das Haus von 1993 ist aufkommensneutral, das Haus von 1994 wirft inzwischen ca. 10.000 € Gewinn pro Jahr ab.
Laplace11 14.04.2018
3. @womo88
Kaufen ist leichter gesagt als getan. Vor allem für junge Menschen, die in Zukunft noch mobiler sein müssen. Der Hauskauf macht meiner Meinung nach nur dann Sinn, wenn man für längere Zeit am gleiche Ort verweilt. Als junger [...]
Kaufen ist leichter gesagt als getan. Vor allem für junge Menschen, die in Zukunft noch mobiler sein müssen. Der Hauskauf macht meiner Meinung nach nur dann Sinn, wenn man für längere Zeit am gleiche Ort verweilt. Als junger Mensch frage ich mich sowieso, wie ich jemals das Geld aufbringen kann, um mir eine Immobilie leisten zu können. Kreditfinanziert halte ich zu riskant, da man nie weiß, wie sich die persönliche Zukunft entwickelt. Ich sehe das so wie der Autor: Abwarten, jeden Monat etwas beiseite legen und investieren. Und dann wenn die Perspektive klar ist, sich um den Immobilien-Markt kümmern.
postmaterialist2011 14.04.2018
4. Und wo war/ist das ?
In der Nähe jeglicher Ballungszentren klingt diese Geschichte höchst unglaubwürdig. Auch noch nie gehört, dass eine deutsche Bank 100% , geschweige denn 110% finanziert. Manche Leute vergessen, dass dies nicht der [...]
Zitat von womo88Ich frage mich da eigentlich gar nichts. 1993 habe ich ein Haus gekauft und zu 110 % finanziert, 1994 habe ich ein Haus gekauft und zu 110 % finanziert. Beides vermietet. Damals war ich 35 Jahre alt. 2015 habe ich noch ein Haus gekauft, eigengenutzt, 20.000 € Eigenkapital, Rest auf 10 Jahre finanziert. Darlehen wird dann durch eine Kapital-LV abgelöst. Gegenüber der früheren Miete sparen wir monatlich trotz Tilgung bei einem Nominalzins von 1,6 % 500 €. Wie lautet da der Rat? Kaufen! Das Haus von 1993 ist aufkommensneutral, das Haus von 1994 wirft inzwischen ca. 10.000 € Gewinn pro Jahr ab.
In der Nähe jeglicher Ballungszentren klingt diese Geschichte höchst unglaubwürdig. Auch noch nie gehört, dass eine deutsche Bank 100% , geschweige denn 110% finanziert. Manche Leute vergessen, dass dies nicht der Deutschlandkurier ist, sondern Spiegel Online !
spmc-12355639674612 14.04.2018
5. Mein Rat an Herrn Jauernig
Kaufen Sie sich eine erste Immobilie, sobald Sie das Eigenkapital zusammenhaben. Am besten suchen Sie sich dafür eine vermietete Immobilie in attraktiver Lage, die eine relativ hohe Mietrendite erwirtschaftet. Berechnen Sie den [...]
Kaufen Sie sich eine erste Immobilie, sobald Sie das Eigenkapital zusammenhaben. Am besten suchen Sie sich dafür eine vermietete Immobilie in attraktiver Lage, die eine relativ hohe Mietrendite erwirtschaftet. Berechnen Sie den Kreditanteil so, dass Sie die Kreditraten über die Miete zahlen können, um finanziell ebenso flexibel zu bleiben wie vorher. Warum mit Kredit? Weil Sie dadurch eine hohe Eigenkapitalrendite erwirtschaften können. Sobald die Haltefrist von 10 Jahren vorbei ist, können Sie steuerfrei verkaufen und sich vom Erlös mit neuem Kredit die nächstgrößere Immobilie leisten. Von einer 110%-Finanzierung rate ich dringend ab, weil sie wie ein Damoklesschwert über Ihrem Kopf schweben wird und im Ernstfall, wenn etwas schiefgeht, direkt in die Insolvenz führen kann. Es gibt natürlich immer ein paar Leute, die damit Glück hatten, weil das Timing gerade stimmte. Aber es ist sehr riskant.
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