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Donnerstag, 17.05.2018   14:54 Uhr

Young-Money-Blog

In fünf Schritten zum günstigen Kredit

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Ein Smartphone, ein Auto oder eine neue Waschmaschine - oftmals können sich vor allem junge Menschen größere Anschaffungen nicht sofort leisten. In solchen Fällen kann ein Kredit ein Ausweg sein.

Bei einem Kredit zahlt die Bank die gewünschte Summe auf einen Schlag aus. Im Gegenzug muss der Kreditnehmer das Geld monatlich mit einer festen Rate zurückzahlen. Die Zinssumme, die der Kreditnehmer aufnehmen muss, ist dabei festgelegt. Die Höhe der Raten bleibt immer dieselbe.

Wir haben fünf simple Schritte zusammengetragen, auf die junge Menschen achten sollten, bevor sie einen Kredit beantragen. Hier sind sie.

1. Alternativen prüfen

Junge Menschen sollten nie voreilig einen Kredit abschließen, sondern zunächst prüfen, ob es nicht besser ist, zu warten, bis man sich das Produkt leisten kann. Oder ob es möglich ist, sich das Geld bei Verwandten zu leihen. Denn so entgeht man den Zinszahlungen der Banken, die die Produkte bei einem Kredit deutlich verteuern.

Vor allem junge Menschen - mit wenig Einkommen und wenig Sicherheiten - sollten einen Kredit deshalb nur in Anspruch nehmen, wenn es wirklich keine andere Möglichkeit mehr gibt. Zum Beispiel, wenn die Waschmaschine kaputtgeht. Dauernd in den Waschsalon zu laufen, kostet Zeit und ist auf Dauer teurer als ein neues Gerät.

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2. Budget berechnen

Mit Online-Kreditrechnern lassen sich problemlos die Rahmendaten für einen Kredit berechnen. Als Erstes gibt man die Höhe der Kreditsumme an, die man braucht. Anschließend die Anzahl der Monate, in denen der Kredit zurückgezahlt werden soll. Daraus ergibt sich die Höhe der Monatsrate, die Laufzeit und der anfallende Zins. Je länger die Laufzeit, desto niedriger die Monatsraten.

Kreditnehmer sollten aber nicht den Fehler machen, einfach beliebig die Laufzeit zu verlängern. Denn je mehr man sich Zeit mit der Kredittilgung lässt, desto höher ist die Zinssumme insgesamt.

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Die Börse fasziniert Henning Jauernig, 27 Jahre alt, seit der Kindheit. Seine erste eigene Aktie kaufte er, als er 20 war, der erste eigene Aktienfonds folgte ein paar Jahre später. Seine Finanzen regelt er seitdem selbst. Immer wieder löchern ihn seine Freunde mit Finanzfragen: Wie kann ich mein Geld richtig anlegen? Welche Versicherungen brauche ich? Und wie mache ich meine Steuer? Über Antworten auf all diese Fragen schreibt er im Young-Money-Blog.

Kreditnehmer können deshalb auch anders herum rechnen: Sie überlegen sich zunächst, wie viel sie im Monat übrighaben, um einen Kredit zu tilgen und wie lange der Kredit laufen soll. Daraus ergibt sich die Kreditsumme, die man sich leisten kann. Experten raten davon ab, den Kredit zu strecken, wenn die Summe für die aktuelle Anschaffung nicht ausreichen sollte.

Grobes Überschlagen reicht dabei nicht. Besser ist es, ein Haushaltsbuch über mehrere Wochen oder Monate hinweg zu führen. Dabei sollte man berücksichtigen, dass sich Lebensumstände ändern können - und Puffer einplanen.

Wer am Ende des Monats zum Beispiel 150 Euro übrig hat und diese Rate 24 Monate aufbringen kann, hat bei einem Zins von vier Prozent Anspruch auf einen Kredit in Höhe von 3454 Euro. Die Zinskosten betragen dabei 146 Euro. 2017 haben Verbraucher für neu aufgenommene Konsumentenkredite mit einer Laufzeit von ein bis fünf Jahren durchschnittlich knapp vier Prozent effektiven Jahreszins gezahlt, wie Statistiken der Bundesbank zeigen.

3. Bonität prüfen und verbessern

Gerade junge Menschen haben es aber oftmals schwer, überhaupt einen Kredit zu bekommen. Denn Banken wollen sicher sein, dass sie ihr verliehenes Geld auch zurückbekommen. Deshalb prüfen die Institute, in welcher finanziellen Situation sich die Kreditnehmer befinden. Unbefristet Festangestellte dürften zum Beispiel gegenüber Studenten und Freiberuflern bevorzugt werden.

Banken rufen die Schufa-Auskunft zur Bewertung der Kreditwürdigkeit ab, bevor sie einen Kredit vergeben. Die Daten sollen Aufschluss darüber geben, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass jemand einen Kredit bedienen kann.

Deshalb ist es sinnvoll, bevor man einen Kredit beantragt, bei der Schufa einen Bonitätscheck abzufragen, der einmal im Jahr kostenlos ist. Dabei kann man prüfen, ob die Schufa-Einträge stimmen. Denn die Auskunftei ist gesetzlich dazu verpflichtet, Fehler zu korrigieren. Der von der Schufa errechnete Score lässt sich aber nicht beeinflussen.

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Die Schufa selbst erklärt in einem Video am Beispiel eines Immobilienkredits nur grob, wie der Score-Wert zustande kommt. Demnach bekommt die Auskunftei von Tausenden Unternehmen Daten über das Zahlungsverhalten von Verbrauchern. Also darüber, ob etwa Kredite beantragt oder zurückgezahlt oder ob Rechnungen beglichen werden (Mehr über die Schufa lesen Sie hier).

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Um die Kreditwürdigkeit zu steigern, kann es auch sinnvoll sein, einen Kredit mit einer weiteren Person gemeinsam aufzunehmen. Infrage dafür kommen zum Beispiel Eltern oder Lebenspartner. Die zweite Person ist aber ebenfalls zur Abgabe einer Selbstauskunft verpflichtet, denn auch sie haftet voll. Dadurch steige die Chancen, überhaupt einen Kredit zu bekommen.

4. Kreditangebote vergleichen

So gut wie jede Bank bietet Kredite an, es gehört zu ihrem Kerngeschäft. In den meisten Fällen sind Onlinekredite deutlich billiger, da Beratungsgespräche und Papierkram entfallen. Vor allem Vergleichsportale wie Smava, Finanzcheck, Verivox und Check 24 eignen sich, um die besten Angebote zu finden.

Dabei sollte man mehrere Portale abfragen, da jeder Anbieter verschiedene Angebote auflistet. Es ist wichtig alle persönlichen Daten zu hinterlegen, denn nach ihnen richtet sich der Zinssatz. Es macht keinen Sinn auf große Werbeaktionen zu reagieren, die Vergleichsportale sollten erst angesteuert werden, wenn die Rahmendaten wie Rate, Kreditsumme und Laufzeit bereits festgelegt sind (Schritt 2) - und die sind von Person zu Person völlig unterschiedlich.

5. Kostenfallen vermeiden

Viele Anbieter bieten Kunden zum Kredit eine Restschuldversicherung an. Sie versprechen Geld bei Arbeitsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit und Tod. Verbraucherschützer raten aber von solchen Versicherungen ab, weil sie sehr teuer sind und nur in bestimmten Fällen zahlen. Welche Versicherungen man benötigt, sollte man getrennt von einem Kredit entscheiden.

Das Projekt OpenSchufa

Sie wollen spenden? Das passiert mit Ihren Daten:

Wie kann ich das Projekt unterstützen?
Auf www.openschufa.de kann jeder seine Schufa-Auskunft spenden, indem er Fotos oder Scans der Auskunft in der Anwendung hochlädt. Diese Fotos oder Scans werden über das Mobiltelefon oder den Rechner übermittelt. Relevant ist dabei die Auskunft, die von der Schufa nach Bundesdatenschutzgesetz §34 in Briefform versendet wird und aus mindestens vier DIN A4-Seiten besteht.
Welche Daten werden dabei übertragen?
Bis auf die erste und die letzte Seite sind alle Seiten der Auskunft für die Datenspende relevant. Es sollen also die Seiten mit den Tabellen und die vorletzte Seite hochgeladen werden, auf der in einem Fließtext einige Angaben über Anfragen von Banken und Kreditbewilligungen stehen können. Nicht benötigt werden die erste Seite, auf der Name und Adresse stehen, und die letzte Seite. Diese können also weggelassen oder geschwärzt werden, was ebenfalls innerhalb der Anwendung möglich ist.
Wozu dient der Fragebogen?
Der Fragebogen soll wichtige Informationen für die Analyse des Scorings und seiner Auswirkungen liefern. Dafür werden die Teilnehmer der Datenspende gebeten, möglichst viele Fragen zu ihrer persönlichen Situation zu beantworten. Beispielsweise wird nach sogenannten Negativmerkmalen gefragt, die dazu führen können, dass jemand keinen Kredit mehr bekommt. Hier kann der Fragebogen wichtige Hinweise zum Abgleich der Daten mit der Auskunft geben.
Wie werden die Daten gespeichert?
Die Daten der Fotos oder Scans sowie der Fragebogen-Antworten werden nach dem Absenden und der Zustimmung zur Datenschutzerklärung des Users über eine verschlüsselte Verbindung (https) auf einen Server hochgeladen. Dieser befindet sich in Frankfurt und läuft auf den Account der NGO AlgorithmWatch gGmbH. Die Daten werden regelmäßig von AlgorithmWatch vom Server heruntergeladen (sichere Verbindung). Dann werden die Bilder auf lokalen Rechnern (offline) per Schrifterkennung (OCR) maschinenlesbar gemacht.
Wer hat Zugang zu den Daten?
Die maschinenlesbaren Daten werden lokal gespeichert und per PGG verschlüsselt. Diese verschlüsselten Archive werden an die NGO Open Knowledge Foundation OKF sowie die Redaktionen (SPIEGEL ONLINE, Bayerischer Rundfunk) via USB-Stick weitergeben. Spricht aus datenschutzrechtlicher Sicht nichts dagegen, werden die maschinenlesbaren Daten öffentlich zur Verfügung gestellt.
Wann werden die Einträge gelöscht?
Die maschinenlesbaren Daten bleiben auf unbestimmte Zeit für Forschungszwecke und für journalistische Auswertung bei AW, bei OKF und den Redaktionen gespeichert. Wer seine Daten spendet, erhält nach dem Upload eine ID (zufällig erzeugt), die er sich speichern kann. Mit dieser ID kann er sich an AlgorithmWatch wenden, wenn er seine Daten erhalten oder löschen lassen möchte. AlgorithmWatch speichert als einziges Meta-Datum, wann die Daten übertragen wurden. IP-Adressen werden nicht gespeichert.
insgesamt 6 Beiträge
rm9 17.05.2018
1. Schän und gut, aber:
Der vielleicht wichtigste Finanztipp für Einsteiger fehlt: Vermeiden Sie unter allen Umständen Konsumkredite! Die Verelendung in der Schuldenfalle droht!
Der vielleicht wichtigste Finanztipp für Einsteiger fehlt: Vermeiden Sie unter allen Umständen Konsumkredite! Die Verelendung in der Schuldenfalle droht!
spasssbremse 17.05.2018
2. Goldene Regel
Geld leiht man sich am besten nur für die eigene Immobilie. Kredite für Autos kommen für mich schon nicht in Frage. Für andere Konsumgüter muss man in meinen Augen sparen oder darauf verzichten, wenn man sie sich nicht [...]
Geld leiht man sich am besten nur für die eigene Immobilie. Kredite für Autos kommen für mich schon nicht in Frage. Für andere Konsumgüter muss man in meinen Augen sparen oder darauf verzichten, wenn man sie sich nicht leisten kann.
Hutzliputz 17.05.2018
3. Das stimmt nicht immer!
wichtig ist doch vor allem, dass man seine mtl. Ausgaben genauestens im Blick behält! Die kleinen 0% Finanzierungen nutze ich seit vielen Jahren! Mal einen neuen Fernseher oder einen Laptop mit geringen Raten - mich hat das noch [...]
wichtig ist doch vor allem, dass man seine mtl. Ausgaben genauestens im Blick behält! Die kleinen 0% Finanzierungen nutze ich seit vielen Jahren! Mal einen neuen Fernseher oder einen Laptop mit geringen Raten - mich hat das noch nie in irgendeiner Weise in Bedrängnis gebracht. Für mich ist das bequem und ziemlich entspannt. Ich habe ein festes Einkommen, habe meine Ausgaben im Blick, lasse mich nicht von jedem Markenquatsch a la Apple blenden und habe immer eine Reserve am Monatsende übrig. Ja, ich könnte natürlich auch auf einen Fernseher sparen und dann in bar bezahlen - kann ich machen, muss ich aber nicht!
harke 17.05.2018
4. Teilweise richtig
@spasssbremse Ich teile Ihre Einschätzung nur teilweise. Beim Auto muss man schon überlegen, ob es nicht sinnvoll ist einen Kredit aufzunehmen. Zunächst muss man sich erstmal klar machen, was für ein Auto wirklich benötigt [...]
@spasssbremse Ich teile Ihre Einschätzung nur teilweise. Beim Auto muss man schon überlegen, ob es nicht sinnvoll ist einen Kredit aufzunehmen. Zunächst muss man sich erstmal klar machen, was für ein Auto wirklich benötigt wird und ob er überhaupt notwendig ist, aber es ist auch sinnvoll zu gucken, dass das Auto auch möglichst lange Wartungsfrei ist. Man kann sich aus der Portotasche vielleicht ein günstiges Auto kaufen, verliert dann aber ggf. mehr Geld, wenn man dauernd in die Werkstatt muss. Hier lohnt sich ein Kleinkredit um die Gefahr zu minimieren. Ein Mensch unter 30 hat oft nicht das finanzielle Background um sich ein anständiges Auto aus der Portotasche zu leisten. Abzuraten sind definitiv die Lockvogelangebote wie 0% Finanzierung. Die hauen unter Umständen den Schufa Score ins Bodenlose. Der Traum vom Eigenheim ist dann schnell ausgeträumt.
dummzeuch 17.05.2018
5. Autokredit
@harke man sollte bei der Anschaffung eines Autos nicht nur prüfen, was für ein Auto man benötigt, sondern zuerst mal, ob man eins benötigt. Es kann durchaus sein, dass es wesentlich günstiger ist, für einen Urlaub und [...]
@harke man sollte bei der Anschaffung eines Autos nicht nur prüfen, was für ein Auto man benötigt, sondern zuerst mal, ob man eins benötigt. Es kann durchaus sein, dass es wesentlich günstiger ist, für einen Urlaub und gelegentliche Fahrten einen Mietwagen zu nehmen, statt sich auf Dauer eine solche Kostenstelle ans Bein zu binnen. Danach sollte man sich über die ganzen Zusatzausgaben klar werden, die so ein Auto mit sich bringt: Versicherung, Steuern, Wartung (Winterreifen!), ggf. ein Stellplatz und natürlich der Sprit. Erst danach weiß man, wieviel man für die Raten eines Kredits noch übrig hat.
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