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Wirtschaft

Arbeitskampf

Deutsche Ryanair-Piloten streiken am Freitag

Beim Billigflieger Ryanair wollen die in Deutschland stationierten Piloten am Freitag streiken. Auch ihre Kollegen in Schweden, Irland und Belgien sind zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.

DPA
Mittwoch, 08.08.2018   12:02 Uhr

Mitten in der Ferienzeit machen die deutschen Ryanair-Piloten mit ihrer Streikdrohung Ernst. Sie wollen wie ihre Kollegen in mehreren europäischen Ländern am Freitag die Arbeit niederlegen, wie die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) mitteilte. Der Streik soll 24 Stunden dauern. Auf welche Ausfälle sich die Kunden dabei konkret einrichten müssen, blieb zunächst noch unklar.

Es können alle Verbindungen des Billigfliegers betroffen sein, die zwischen Freitagfrüh um 03:01 Uhr und Samstagfrüh um 02:59 Uhr aus Deutschland abfliegen sollen, teilte die Vereinigung Cockpit mit. Ryanair wollte sich im Laufe des Tages äußern.

Am Freitag streiken auch die Ryanair-Piloten in Belgien, Irland und Schweden. Die Airline hat deshalb bereits 146 von rund 2400 geplanten Flügen in Europa gestrichen.

Die niederländischen Piloten haben sich ebenfalls den Streiks angeschlossen. Zuvor hatte die niederländische Pilotengewerkschaft VNV mitgeteilt, dass die Fluggesellschaft in den Niederlanden ein Verbot etwaiger Arbeitskampfmaßnahmen anstrebe. Die VNV sei darüber "überrascht" und "wütend".

In Deutschland verhandelt die Vereinigung Cockpit seit mehr als einem halben Jahr mit Ryanair. Bei der Fluggesellschaft sei kein konstruktiver Wille auf eine Einigung erkennbar, begründete VC-Präsident Martin Locher den Streikaufruf. Nach den fehlenden Fortschritten bei den Verhandlungen hatten sich in einer Urabstimmung 96 Prozent der befragten Gewerkschaftsmitglieder für einen Arbeitskampf ausgesprochen.

Vor zwei Wochen hatten streikende Flugbegleiter in Spanien, Portugal und Belgien Ryanair gezwungen, innerhalb von zwei Tagen rund 600 Flüge mit zusammen etwa 100.000 betroffenen Passagieren abzusagen.

Flugbegleiter und Piloten wollen bessere Gehälter und Arbeitsbedingungen bei der irischen Airline durchsetzen, die sich jahrzehntelang gegen Gewerkschaften und tarifliche Vereinbarungen gewehrt hatte. Dazu müssen jeweils nationale Tarifverträge abgeschlossen werden, die Gewerkschaften koordinieren sich aber europaweit untereinander.

BBC-Doku: Die Geschichte von Ryanair und easyjet

Foto: BBC

mmq/dpa/Reuters

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