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Wirtschaft
Dienstag, 17.07.2018   11:19 Uhr

Young-Money-Blog

Warum meine Freunde keinen Erfolg mit Aktienfonds haben

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Als Anfang Februar die Börsen weltweit abrauschten, bekam ich eine WhatsApp-Nachricht eines wütenden Freundes. Der Aktienfonds, ein ETF, den ich ihm vor ein paar Monaten empfohlen hatte, sei ein paar Prozent im Minus. "Das Ding läuft nicht. Ich verkaufe die Krücke jetzt!!!", schrieb er mir.

Dieses Erlebnis zeigte mir mal wieder, dass viele meiner Freunde viel zu ungeduldig sind, wenn es um ihre Geldanlage geht und damit für Aktienfonds wie ETFs nicht geeignet zu sein scheinen. Dabei sind ETFs, die einfach stumpf einen Index wie den deutschen Leitindex Dax abbilden, für Anleger sehr empfehlenswert. Denn sie sind kostengünstig und haben in der Vergangenheit gute Renditen erzielt. Anleger können sie bequem in ihrem Onlinedepot steuern.

Und genau darin liegt für viele offenbar das Problem.

Heutzutage daddeln viele am Smartphone herum, checken ständig die Kursstände und werden panisch, wenn es an der Börse mal nach unten geht. Doch das ist bei Aktien ganz normal und gehört dazu. Mein Bekannter ist Mitte Zwanzig und hat genug Zeit, solche Krisen auszusitzen. Auf sein gespartes Geld wird er frühestens in 15 bis 20 Jahren zurückgreifen. Das ist perfekt für eine langfristige Anlagestrategie.

Am besten sollte er bis dahin gar nicht ins Depot schauen - und einfach abwarten. Wer Geld in Aktien steckt, sollte keinen Bedarf haben, darauf schnell zugreifen zu müssen.

Denn typischerweise verkaufen Privatanleger gerade dann, wenn es besonders schlimm aussieht. Und wenn sie aussteigen, müssen sie irgendwann wieder den richtigen Einstiegszeitpunkt erwischen.

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Die Börse fasziniert Henning Jauernig, 27 Jahre alt, seit der Kindheit. Die erste eigene Aktie kaufte er, als er 20 war, ein paar Jahre später folgten die ersten Fonds-Anteile. Seine Finanzen regelt er seitdem selbst. Immer wieder löchern ihn seine Freunde mit Finanzfragen: Wie kann ich mein Geld richtig anlegen? Welche Versicherungen brauche ich? Und wie mache ich meine Steuer? Über Antworten auf all diese Fragen schreibt er im Young-Money-Blog.

Das ist aber verdammt schwer: Sind nämlich die Aktienkurse bereits über längere Zeit gestiegen, fürchten Anleger, in einen überteuerten Markt einzusteigen. Fallen die Aktienkurse hingegen schon länger, fürchten sie, dass es noch weiter nach unten gehen könnte - und trauen sich dann nicht zu kaufen.

Fakt ist: Wir können den richtigen Zeitpunkt nicht bestimmen. Niemand kann es.

Dem Zeitpunkt des Aktienkaufs sollte man deshalb nicht so viel Bedeutung beimessen. Wichtig ist es, auf Dauer investiert zu sein und Aktien immer im Depot zu haben. Und wenn es mal wie im Februar bergab geht, sollten Privatanleger am besten gar nicht reagieren.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Damit meine ich nicht, dass Aktien definitiv immer nur steigen werden. Im Gegenteil: Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Anleger auch mal einen richtigen Crash wegstecken müssen. Der Börsenboom hält nun schon neun Jahre an, bald wird es sicher auch mal wieder zu einer heftigen Korrektur kommen.

Ich mache mir ernsthaft Sorgen, was mir meine Freunde dann für Nachrichten schicken.

Aber wir können Börsencrashs aushalten. Denn langfristig lohnen sich Aktien, auch wenn es zwischendurch zu heftigen Abschwungphasen kommt. In den vergangenen 100 Jahren haben Aktien durchschnittlich eine Rendite von 5 Prozent erzielt, trotz Weltkriegen und großen Finanzkrisen.

Ein heute 25-Jähriger, der Monat für Monat 100 Euro breit in den Aktienmarkt investiert und Jahr für Jahr diese Rendite erzielt, kann sich im Alter von 60 auf ein Vermögen von 111.320 Euro freuen. Er muss aber auch bereit sein, 35 Jahre lang die Hände von seinem Depot zu lassen.

Video: Der Charakter des Geldes

Foto: ORF
insgesamt 89 Beiträge
gumbofroehn 17.07.2018
1. Zum letzten Absatz
Er muss nur 30 Jahre die Hände von seinem Depot lassen (55 - 25 = 30). Aber auch das wird den allermeisten nicht gelingen. Eine risikolose Rendite (oder auch nur Wertaufbewahrung) gab und gibt es langfristig nirgendwo (auch nicht [...]
Er muss nur 30 Jahre die Hände von seinem Depot lassen (55 - 25 = 30). Aber auch das wird den allermeisten nicht gelingen. Eine risikolose Rendite (oder auch nur Wertaufbewahrung) gab und gibt es langfristig nirgendwo (auch nicht im festverzinslichen Bereich, wenngleich das viele Leute glauben).
nevlao 17.07.2018
2. Etwas stimmt da nicht
"Ein heute 25-Jähriger, der Monat für Monat 100 Euro breit in den Aktienmarkt investiert und Jahr für Jahr diese Rendite erzielt, kann sich im Alter von 55 auf ein Vermögen von 111.320 Euro freuen. Er muss aber auch [...]
"Ein heute 25-Jähriger, der Monat für Monat 100 Euro breit in den Aktienmarkt investiert und Jahr für Jahr diese Rendite erzielt, kann sich im Alter von 55 auf ein Vermögen von 111.320 Euro freuen. Er muss aber auch bereit sein, 55 Jahre lang die Hände von seinem Depot zu lassen." Laut Grafik kommt er in 35 Jahren auf die Summe. Dann müsste er 60 sein. Und warum muss er 55 Jahre die Hände von seinem Depot lassen?
D_v_T 17.07.2018
3.
Henning Jauernig ist Jahrgang 1991, da hat er wohl die Dotcom-Blase und wahrscheinlich auch die Finanzkrise nicht als aktiver Anleger wahrgenommen. Sachlich hat er recht - aber der rationale Optimismus fällt leichter, wenn man [...]
Henning Jauernig ist Jahrgang 1991, da hat er wohl die Dotcom-Blase und wahrscheinlich auch die Finanzkrise nicht als aktiver Anleger wahrgenommen. Sachlich hat er recht - aber der rationale Optimismus fällt leichter, wenn man bisher nur den Aufschwung kennt...
panamalarry 17.07.2018
4. Achso!
Ein heute 25-Jähriger, der sich im Alter von 55 auf ein Vermögen von 111.320 Euro freuen will, muss bereit sein, 55 Jahre lang die Hände von seinem Depot zu lassen. Hmmm.
Ein heute 25-Jähriger, der sich im Alter von 55 auf ein Vermögen von 111.320 Euro freuen will, muss bereit sein, 55 Jahre lang die Hände von seinem Depot zu lassen. Hmmm.
nevlao 17.07.2018
5. stimmt nicht ganz, oder?
"Ein heute 25-Jähriger, der Monat für Monat 100 Euro breit in den Aktienmarkt investiert und Jahr für Jahr diese Rendite erzielt, kann sich im Alter von 55 auf ein Vermögen von 111.320 Euro freuen. Er muss aber auch [...]
"Ein heute 25-Jähriger, der Monat für Monat 100 Euro breit in den Aktienmarkt investiert und Jahr für Jahr diese Rendite erzielt, kann sich im Alter von 55 auf ein Vermögen von 111.320 Euro freuen. Er muss aber auch bereit sein, 55 Jahre lang die Hände von seinem Depot zu lassen." laut grafik ist er nach 35 jahren bei 111.320 €. dann wäre er allerdings 60 und nicht 55. und warum muss er 55 jahre lang die hände vom depot lassen, wenn auch 35 genügen?
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