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Wirtschaft

Für die Kunden

Bahn-Mitarbeiter sollen feiertags auf ICEs verzichten

Himmelfahrt, Tag der Deutschen Einheit, Weihnachten: Zu bestimmten Feiertagen sind die Züge immer besonders voll. Deshalb richtet die Bahn einen Appell an ihre Mitarbeiter.

DPA

Überfüllter Bahnsteig (in Hamburg)

Donnerstag, 20.04.2017   15:51 Uhr

Vor, nach und während vieler Feiertage sind in Deutschland besonders viele Menschen unterwegs - auf Autobahnen bilden sich kilometerlange Staus, in den Fernzügen sind selbst Stehplätze rar. Die Deutsche Bahn hat deshalb ihre mehr als 195.000 Beschäftigten dazu aufgerufen, an bestimmten Tagen zugunsten der Kunden auf Fahrten mit dem ICE oder dem Intercity zu verzichten.

In diesem Jahr gehe es vor allem um sechs Tage, an denen besonders viele Menschen Fernzüge nutzen, sagte eine Sprecherin der Bahn. Dabei geht es etwa um Hin- und Rückreisen rund um Weihnachten, den Tag der Deutschen Einheit und Allerheiligen.

Auch Christi Himmelfahrt Ende Mai ist in diesem Fall Großreisetag, denn dann findet in Berlin und Wittenberg der Evangelische Kirchentag statt. Die "Wirtschaftswoche", die zuerst darüber berichtet hatte, zitierte aus einer Hausmitteilung von Fernverkehrschefin Birgit Bohle: "Ich bitte alle", an bestimmten Tagen "auf dienstliche oder private Fahrten in den ICE- und Intercity-/Eurocity-Zügen nach Möglichkeit zu verzichten."

Erstmals hatte Bohle dem Bericht zufolge Weihnachten 2016 an die Beschäftigten appelliert, auf ICE-Fahrten zu verzichten. Dem Bericht zufolge taten dies "viele Mitarbeiter". Wie die Sprecherin der Bahn weiter sagte, gibt es bereits eine grundsätzliche Sperrliste mit ausgewählten Zugverbindungen, die nicht von Bahn-Angestellten für private Fahrten genutzt werden können. Die Botschaft dieser Maßnahmen laute: "Bitte lasst den Kunden den Vortritt."

Vollbeschäftigte zahlen pro Bahnfahrt einen Festpreis von 20 Euro für ein Zweite-Klasse-Ticket. 16 ICE-Fahrkarten gibt es pro Jahr geschenkt, hinzukommen Freifahrten für Ehepartner und Kinder. Grundsätzlich werden die Bahn-Mitarbeiter dazu angehalten, sich "gegenüber Mitreisenden hilfsbereit zu verhalten", wie das Magazin aus einer internen Richtlinie zitiert, "hierzu gehört insbesondere die Freigabe des Sitzplatzes in überfüllten Zügen".

nck/AFP

insgesamt 71 Beiträge
kai-ser210 20.04.2017
1. Andere Möglichkeit
An sich ja ein nachvollziehbarer Ratschlag von Seiten der Bahn. Man könnte aber auch an solchen Tagen einfach einen oder zwei Wagons mehr an den Zug hängen. Glaube, dass würde den stehenden Fahrgästen mehr helfen, als wenn 3 - [...]
An sich ja ein nachvollziehbarer Ratschlag von Seiten der Bahn. Man könnte aber auch an solchen Tagen einfach einen oder zwei Wagons mehr an den Zug hängen. Glaube, dass würde den stehenden Fahrgästen mehr helfen, als wenn 3 - 4 Bahnmitarbeiter nicht privat mitreisen. Nur mal so als Idee..
meister_proper 20.04.2017
2. Gute Idee!
Die Mitarbeiter könnten ja statt dessen mit dem Auto fahren oder das Flugzeug nehmen. Wenn es nicht so teuer werden darf kämen auch Fernbusse in Frage :-D Das ist ja wohl ein Marketingschuss ins eigene Knie...
Die Mitarbeiter könnten ja statt dessen mit dem Auto fahren oder das Flugzeug nehmen. Wenn es nicht so teuer werden darf kämen auch Fernbusse in Frage :-D Das ist ja wohl ein Marketingschuss ins eigene Knie...
Spiegelleserin57 20.04.2017
3. unfair!
die Bediensteten müssen mit Sicherheit auf den vergünstigten Preis zusätzlich Steuern zahlen denn es handelt sich doch wohl um einen geldwerten Vorteil. Somit wird die Karte also teurer. Da sie einen Preis bezahlen dürfen sie [...]
die Bediensteten müssen mit Sicherheit auf den vergünstigten Preis zusätzlich Steuern zahlen denn es handelt sich doch wohl um einen geldwerten Vorteil. Somit wird die Karte also teurer. Da sie einen Preis bezahlen dürfen sie folglich auch nicht benachteiligt werden. Die Bahn will wohl auf diese Weise sparen. Viele Züge wie auch am Dienstag nach OSTERN sind überfüllt. Bei uns im Zug fiel am Dienstag dann auch noch die Reservierungsanzeige im Zug aus sodass ein Chaos entstand und der Zug war deutlich überbelegt. Es wäre wohl sinnvoll bei den so stark genutzten Zügen Waggons anzuhängen. Sind diese vorhanden?
weltversteher 20.04.2017
4.
Ohne nun ausgewiesener Bahnexperte zu sein glaube ich, dass man genau das eben nicht so einfach kann, insbesondere bei einzelnen ICE-Baureihen...
Ohne nun ausgewiesener Bahnexperte zu sein glaube ich, dass man genau das eben nicht so einfach kann, insbesondere bei einzelnen ICE-Baureihen...
wallabyxxxx 20.04.2017
5. ist üblich
Das Mitarbeiterkonditionen nicht gelten oder verfügbar sind wenn man die entsprechende Leistung oder Produkt am Markt verkaufen kann ist üblich.
Das Mitarbeiterkonditionen nicht gelten oder verfügbar sind wenn man die entsprechende Leistung oder Produkt am Markt verkaufen kann ist üblich.

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