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Wirtschaft

Arbeitsmarkt

2,8 Millionen Beschäftigte haben befristeten Job

Fast jeder zehnte Arbeitnehmer in Deutschland hat einen befristeten Job. Die Statistik zeigt: Viele Betroffene sind jung oder Ausländer.

DPA

Kellnerin

Freitag, 21.04.2017   07:12 Uhr

Rund 2,8 Millionen Menschen in Deutschland haben nach Auskunft der Bundesregierung einen befristeten Job. Vor allem Frauen und junge Menschen arbeiten demnach mit befristeten Verträgen. Während 7,6 Prozent der weiblichen Beschäftigten einen Arbeitsvertrag auf Zeit haben, sind es bei den Männern 6,5 Prozent. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor.

Die Zahlen zeigen: Vor allem viele junge Menschen sind betroffen. Jeder fünfte Berufstätige hat zwischen 15 und 24 Jahren eine befristete Beschäftigung. Bei den 25- bis 34-Jährigen sind es 13,1 Prozent.

Auch Ausländer sind oft unter den Betroffenen. 13 Prozent aller erwerbstätigen Ausländer haben eine befristete Stelle. Damit verrichten Ausländer etwa doppelt so oft einen befristeten Job wie Deutsche.

Der Anteil der Befristungen fällt in den einzelnen Branchen unterschiedlich aus. Die meisten verzeichnet die Sparte Erziehung und Unterricht mit 12,7 Prozent, gefolgt vom Gastgewerbe, wo jeder zehnte Arbeitnehmer einen Job auf Zeit hat, und vom Gesundheits- und Sozialwesen mit 8,8 Prozent befristeter Beschäftigung.

hej/dpa-AFX

insgesamt 71 Beiträge
ackergold 21.04.2017
1. Die mit Abstand größte Gruppe
Wenn man die relativen Werte betrachtet, dann sind diejenigen, welche als Gruppe am stärksten von Zeitverträgen, Kettenbefristungen und derartigen Entwicklung betroffen sind, die Akademiker an Deutschlands Hochschulen. Nirgendwo [...]
Wenn man die relativen Werte betrachtet, dann sind diejenigen, welche als Gruppe am stärksten von Zeitverträgen, Kettenbefristungen und derartigen Entwicklung betroffen sind, die Akademiker an Deutschlands Hochschulen. Nirgendwo sind die Perspektiven schlechter, als bei den Höchstqualifizierten. Mittlerweile wird quasi nicht nur der gesamte akademische Mittelbau befristet angestellt, sondern auch die Aufgeben, die von Universitäten zwingend erledigt werden müssen, wie QM, Akkreditierung, Behindertenbeauftragte usw. usf. werden nur noch von befristet Angestellten erledigt. Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz ist eine verfassungswidrige Diskriminierung, die massenhaft zu Berufsverboten führt. Folge: wer irgendwie das Land verlassen kann, der geht als Akademiker ins Ausland, wo er wenigstens einen Tenure Track hat. Auch Kliniken nutzen mittlerweile die Befristungen weidlich aus, um ja keine Aufgabe mehr verstetigen zu müssen, insbesondere Privatkliniken. Die suchen lieber nach Vertragsende neue Billigkräfte, anstatt die Erfahrenen zu verstetigen. Allein aus meiner Verwandtschaft und Bekanntschaft gibt es hierfür Dutzende Beispiele. Grund: meist völlig unfähiges Personalmanagement ohne Personalentwicklungskonzepte durch überbezahlte Personalmanager, die keine Ahnung haben von Menschenführung.
Mierz 21.04.2017
2. Mit schlechtem Beispiel voran
Ich arbeite im Gesundheitswesen. Dort sind diejenigen, die mit schlechtem Beispiel vorangehen, der Staat und halbstaatliche Institutionen: Behörden und Krankenkassen suchen Mitarbeiter nahezu iimmer "zunächst befristet auf [...]
Ich arbeite im Gesundheitswesen. Dort sind diejenigen, die mit schlechtem Beispiel vorangehen, der Staat und halbstaatliche Institutionen: Behörden und Krankenkassen suchen Mitarbeiter nahezu iimmer "zunächst befristet auf zwei Jahre".
observerlbg 21.04.2017
3. Ist ja ganz interessant, aber weniger dramatisch
Nur 10% befristet? Seht euch mal die USA an. Und die US.-Bürger planen trotzdem ihr leben (z.T. mehr schlecht als recht). Die "Abzocker" der Agenda 2010 werden in nächster Zukunft Probleme bekommen, weil die Masse der [...]
Nur 10% befristet? Seht euch mal die USA an. Und die US.-Bürger planen trotzdem ihr leben (z.T. mehr schlecht als recht). Die "Abzocker" der Agenda 2010 werden in nächster Zukunft Probleme bekommen, weil die Masse der Prekären kleiner wird. Aber symptomatisch ist, dass ein Großteil der befristeten Jobs in der Erziehung und Unterricht zu finden ist. Da weiß man doch gleich, welchen Stellenwert Kinder wirklich in unserer Gesellschaft haben. Und die verantwortlichen Parteien, die in den Landes- und im Bundesparlament für die Verteilung der Gelder verantwortlich sind, tragen in ihrem Namen Christlich und Sozial.
anmich 21.04.2017
4. Fast jeder 10. in der Überschrift
Und im Beitrag dann 7,6 bzw 6,5% . Was soll dass? Runden Sie auch 4% auf 0 ab?
Und im Beitrag dann 7,6 bzw 6,5% . Was soll dass? Runden Sie auch 4% auf 0 ab?
tpro 21.04.2017
5.
Da kann man nur sagen: Danke SPD mit Eurer Agenda 2010. Von "Fördern und Fordern" ist in kurzer Zeit nur noch "Fordern" übriggeblieben. Abaer halt! Es ist ja Rettung in Sicht. SPD-Heiland Schulz hat die [...]
Da kann man nur sagen: Danke SPD mit Eurer Agenda 2010. Von "Fördern und Fordern" ist in kurzer Zeit nur noch "Fordern" übriggeblieben. Abaer halt! Es ist ja Rettung in Sicht. SPD-Heiland Schulz hat die soziale Ungerechtigkeit erkannt (man fragt sich, warum erst jetzt) und alles wird gut.

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