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Wirtschaft

Forderung vor Brexit

Großbritannien soll Schulden begleichen - in Euro

Die EU-Kommission fordert, dass Großbritannien seine Schulden bei der EU begleicht - noch bevor das Land die Europäische Union verlässt. Angesichts der Kursschwankungen will man jedoch kein britisches Pfund.

DPA

Euro-Banknoten

Freitag, 21.04.2017   12:15 Uhr

Bevor Großbritannien die Europäische Union verlässt, soll es nach den Vorstellungen der EU-Kommission seine Schulden bei der EU in Euro begleichen. "Ein ordentlicher Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Union erfordert die Regelung der finanziellen Verpflichtungen, die vor dem Austrittstermin eingegangen wurden", heißt es in einem Verhandlungspapier der EU-Kommission.

Diese Verpflichtungen sollten angesichts der Kursschwankungen des britischen Pfund "in Euro festgelegt werden". Sie könnten auf mehrere Jahre verteilt zurückgezahlt werden, heißt es in dem Papier.

Die Höhe der britischen Schulden bei der EU werden darin allerdings nicht beziffert. In der Vergangenheit hatten EU-Vertreter von 60 Milliarden Euro gesprochen. In London wurde diese Einschätzung entschieden zurückgewiesen und die Schulden mit etwa 20 Milliarden Euro angegeben.

Die Staats- und Regierungschefs der 27 übrigen EU-Länder wollen am 29. April bei einem Gipfel in Brüssel die Ausrichtung der Brexit-Verhandlungen festlegen. Genauere Leitlinien sollen am 22. Mai beschlossen werden. Bei der Abschlussrechnung der EU an London und dem künftigen Status von EU-Bürgern in Großbritannien werden besonders schwierige Verhandlungen erwartet.

Die britische Premierministerin Theresa May hatte am 29. März offiziell den Austritt ihres Landes aus der EU beantragt. Die Verhandlungen darüber müssen innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen werden. May beraumte allerdings diese Woche vorgezogene Parlamentswahlen für den 8. Juni an, sodass die Verhandlungen mit Brüssel erst danach beginnen dürften.

hej/AFP

insgesamt 93 Beiträge
ackergold 21.04.2017
1.
Da die Briten ja Euros bekanntlich nicht haben wollen, werden sie kein Problem damit haben, mit diesem Geld ihre Schulden zu begleichen. Der Brexit befreit ja nicht von Schulden, sondern von polnischen Müllmännern.
Da die Briten ja Euros bekanntlich nicht haben wollen, werden sie kein Problem damit haben, mit diesem Geld ihre Schulden zu begleichen. Der Brexit befreit ja nicht von Schulden, sondern von polnischen Müllmännern.
mimas101 21.04.2017
2. tststs
Nix da, die Schulden (die alleine die brüsseler EWG zu bestimmen hat) sollten cash auf den Tresen als Einmalsumme gezahlt werden. Ratenzahlungen dürften bei der Vorgehensweise der Briten sicherlich kaum eingehalten werden, [...]
Nix da, die Schulden (die alleine die brüsseler EWG zu bestimmen hat) sollten cash auf den Tresen als Einmalsumme gezahlt werden. Ratenzahlungen dürften bei der Vorgehensweise der Briten sicherlich kaum eingehalten werden, besonders dann nicht wenn GB auf die harte Tour in den eigenen Untergang schlittern will (vorausgesetzt May bläst diesen Irrsinn nicht ab weil plötzlich die Stimmenmehrheit im Londoner Parlament wackelt oder so...).
conny1969 21.04.2017
3. was für Schulden?
Wusste nicht das ein Nettozahler irgendwelche Schulden haben sollte. Die EU darf auch gar keine Schulden machen, kann also gar nicht sein. Da geht es also um Investitionen in zukünftige Projekte die nur geplantoder in [...]
Wusste nicht das ein Nettozahler irgendwelche Schulden haben sollte. Die EU darf auch gar keine Schulden machen, kann also gar nicht sein. Da geht es also um Investitionen in zukünftige Projekte die nur geplantoder in irgendeinem anderen Stadium sind und von denen GB in Zukunftnicht mehr profitiert. Warum sollte man dafür noch Geld ausgeben? Muss ja nicht umgesetzt werden, wenn man es sich ohne GB nicht mehrleisten kann. Ein wenig Aufklärung wäre schon informativ. Dann wüssteman ob das Geschrei aus Brüssel irgendeine Grundlage hat.
denker111 21.04.2017
4.
Ich finde es erschreckend, dass wefer die Zahlungsmodalitäten geregelt noch die Höhe der Schulden bekannt sind. Gibt es hierfür nicht Verträge und einen EU-Staatshaushalt? Oder kann jeder Staat selbst festlegen, wieviel er der [...]
Ich finde es erschreckend, dass wefer die Zahlungsmodalitäten geregelt noch die Höhe der Schulden bekannt sind. Gibt es hierfür nicht Verträge und einen EU-Staatshaushalt? Oder kann jeder Staat selbst festlegen, wieviel er der EU schuldet?
ackergold 21.04.2017
5.
Das ist faktisch falsch, wie Sie wüssten, wenn Sie sich informiert hätten. Die Briten sind in der EU und haben daraus vertraglich kurz-, mittel- und langfristige Verpflichtungen zu erfüllen. Darunter fallen auch Dinge, wie [...]
Zitat von conny1969Wusste nicht das ein Nettozahler irgendwelche Schulden haben sollte. Die EU darf auch gar keine Schulden machen, kann also gar nicht sein. Da geht es also um Investitionen in zukünftige Projekte die nur geplantoder in irgendeinem anderen Stadium sind und von denen GB in Zukunftnicht mehr profitiert. Warum sollte man dafür noch Geld ausgeben? Muss ja nicht umgesetzt werden, wenn man es sich ohne GB nicht mehrleisten kann. Ein wenig Aufklärung wäre schon informativ. Dann wüssteman ob das Geschrei aus Brüssel irgendeine Grundlage hat.
Das ist faktisch falsch, wie Sie wüssten, wenn Sie sich informiert hätten. Die Briten sind in der EU und haben daraus vertraglich kurz-, mittel- und langfristige Verpflichtungen zu erfüllen. Darunter fallen auch Dinge, wie die Gehälter und Pensionen von dauerhaften EU-Beamten britischer Nationalität. Die Briten könnten diese Leute natürlich mit dem Brexit entlassen und die Pensionszahlungen verweigern, oder sie könnten sie als Ersatz für die wegfallenden polnischen Müllmänner und Erntehelfer verwenden und die Kosten dafür selbst übernehmen. Wollen sie aber alles nicht. Pacta sunt servanda, das gilt auch nach dem Brexit. Ein Austritt aus der EU bedeutet nicht, dass dann alle Verträge null und nichtig sind. Sie werden also zahlen müssen.

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