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Wirtschaft

Subventionen für Flugzeuge

USA leiten Wettbewerbsverfahren gegen Kanada ein

Die USA haben ein Wettbewerbsverfahren gegen Kanada eingeleitet. Der Vorwurf: unfaire Subventionen für den Flugzeughersteller Bombardier. Die kanadische Regierung kündigte Vergeltungsmaßnahmen an.

REUTERS

Bombardier CS300 (in Kanada)

Freitag, 19.05.2017   12:07 Uhr

Erst Holzlieferungen, jetzt Flugzeuge: Kurz vor Beginn der Neuverhandlung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta haben die USA den Handelsstreit mit Kanada weiter angefacht. Die US-Regierung leitete ein Verfahren gegen das Nachbarland wegen mutmaßlich unfairer Subventionen für den Flugzeugbauer Bombardier ein. Grund sei eine Beschwerde des US-Konkurrenten Boeing, erklärte US-Handelsminister Wilbur Ross.

Es geht um zwei neue Mittelstreckenmaschinen von Bombardier, die CS100 mit 100 Plätzen und die CS300 mit 150 Plätzen - sie sind direkte Konkurrenz für die B737 von Boeing. Der US-Flugzeugbauer hatte Ende April Beschwerde gegen Bombardier eingelegt. Der kanadische Flugzeugbauer verkaufe die Maschinen unter Herstellungskosten und habe mehr als drei Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) Subventionen vom Staat bekommen, lautete der Vorwurf.

Die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland teilte umgehend mit, hinter dem Verfahren stecke eine "Taktik" von Boeing, um die Konkurrenz auszubremsen. Das von den USA eingeleitete Wettbewerbsverfahren ziele "klar darauf ab, den Verkauf der neuen Modellreihe von Bombardier auf dem US-Markt zu verhindern", sagte Freeland. Sie kündigte an, Kanada überprüfe nun die Rüstungsausgaben, von denen Boeing profitiere. Die Regierung in Ottawa hatte im Herbst 18 Kampfflieger vom Typ Super Hornet bei Boeing bestellt.

Erst Ende April hatten sich die USA und Kanada bereits über Holzlieferungen gestritten - das US-Finanzministerium verhängte Strafzölle für kanadisches Holz, Kanada drohte mit Gegenmaßnahmen.

Die neue US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat auch in der Handelspolitik die Parole "Amerika zuerst" ausgegeben. Am Donnerstag leitete Washington die Neuverhandlung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta ein, das den Handel zwischen der USA, Kanada und Mexiko seit 1994 erleichtert.

nck/AFP

insgesamt 25 Beiträge
ackergold 19.05.2017
1.
Es ist unwahrscheinlich, dass die Firma Bombardier ihre Produkte unter den Herstellungskosten verkauft. Boeing ist schon längst nicht mehr konkurrenzfähig.
Es ist unwahrscheinlich, dass die Firma Bombardier ihre Produkte unter den Herstellungskosten verkauft. Boeing ist schon längst nicht mehr konkurrenzfähig.
Teile1977 19.05.2017
2. Handel
Waaaas? Die anderen könnten als Reaktion weniger US Produkte kaufen? "Sie kündigte an, Kanada überprüfe nun die Rüstungsausgaben, von denen Boeing profitiere. Die Regierung in Ottawa hatte im Herbst 18 Kampfflieger vom [...]
Waaaas? Die anderen könnten als Reaktion weniger US Produkte kaufen? "Sie kündigte an, Kanada überprüfe nun die Rüstungsausgaben, von denen Boeing profitiere. Die Regierung in Ottawa hatte im Herbst 18 Kampfflieger vom Typ Super Hornet bei Boeing bestellt." Da werden die Trumpeten von Jerecho aber lospusten!
meister_proper 19.05.2017
3. @1:
Zitat »Boeing ist schon längst nicht mehr konkurrenzfähig.«: ohne die massiven Quersubventionen aus dem Rüstungsbereich sicherlich nicht. Die kehren sie aber regelmäßig unter den Teppich...
Zitat »Boeing ist schon längst nicht mehr konkurrenzfähig.«: ohne die massiven Quersubventionen aus dem Rüstungsbereich sicherlich nicht. Die kehren sie aber regelmäßig unter den Teppich...
gammoncrack 19.05.2017
4. Wer will denn da noch durchblicken?
Es wird sich kaum um direkte Subventionen handeln, wenn es diese geben sollte. Das können Steuererleichterungen, weit über Preis verkaufte Maschinen an den kanadischen Staat,etc. sein. Das geht leider aus dem Artikel nicht [...]
Es wird sich kaum um direkte Subventionen handeln, wenn es diese geben sollte. Das können Steuererleichterungen, weit über Preis verkaufte Maschinen an den kanadischen Staat,etc. sein. Das geht leider aus dem Artikel nicht hervor. Und niemand weiß, ob nicht Boeing auch von derartigen Maßnahmen profitiert. Alles ist mehr oder weniger Kaffeesatz lesen.
nik_reigle 19.05.2017
5. Das kennen wir doch irgendwo her...
Das klingt doch nach der gleichen Taktik wie damals gegen die EU als Airbus die ersten Flugzeuge in die USA verkauft hat.
Das klingt doch nach der gleichen Taktik wie damals gegen die EU als Airbus die ersten Flugzeuge in die USA verkauft hat.

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