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Wirtschaft

Vergleich mit SPD-Plänen

Unions-Steuerkonzept bevorzugt Spitzenverdiener

Die Union stellt Spitzenverdiener mit ihrem Steuerkonzept um rund 10.000 Euro besser als die SPD. Zu diesem Ergebnis kommen laut "Handelsblatt" Berechnungen des Ifo-Instituts. Bei mittleren Einkommen sieht es anders aus.

picture alliance / Hoppe/ Kappeler

Kontrahenten Merkel und Schulz

Montag, 21.08.2017   20:20 Uhr

Das Steuerkonzept der Union zur Bundestagswahl würde Spitzenverdiener im Vergleich zu den Plänen der SPD deutlich besserstellen. Das ist das Ergebnis von Berechnungen des Münchener Ifo-Instituts, über die das "Handelsblatt" berichtet. Für den Zeitraum von 2018 bis 2021 ergebe sich eine Differenz von rund 10.000 Euro.

Den Angaben zufolge würde ein Single mit 150.000 Euro Jahreseinkommen durch das Unions-Konzept zwischen 2018 und 2021 um insgesamt 5.029 Euro entlastet. Die von der SPD geplanten Änderungen würden hingegen zu einer Mehrbelastung von 5.332 Euro führen.

Geringverdiener würden dagegen mehr vom SPD-Konzept profitieren: Ein alleinstehender Arbeitnehmer mit 15.000 Euro Jahreseinkommen hätte demnach bei der SPD zwischen 2018 und 2021 insgesamt 339 Euro mehr in der Tasche. Bei der Union würde sich die Entlastung lediglich auf 134 Euro belaufen.

Unterschiedlich fallen die Ergebnisse bei mittleren Einkommen aus. Ein Lediger mit 30.000 Euro Jahreseinkommen hätte zwischen 2018 und 2021 durch die Unions-Pläne rund 1438 Euro mehr zur Verfügung, bei der SPD wäre der Vorteil mit 1200 Euro etwas geringer. Wer 50.000 Euro brutto im Jahr verdient, würde hingegen bei der SPD leicht stärker entlastet. Das liegt daran, dass die Sozialdemokraten bereits ab 2020 den Solidaritätszuschlag für niedrige und mittlere Einkommen abschaffen wollen.

Verheiratete schneiden ab einem 40.000 Jahreseinkommen im Unions-Konzept immer besser ab - unabhängig von der Höhe und Verteilung der Einkünfte. Bei einem Jahreseinkommen von 80.000 Euro etwa hätte ein zwischen 2018 und 2021 bei der Union insgesamt rund 4850 Euro mehr zur Verfügung. Bei der SPD beliefe sich der Vorteil auf 3363 Euro.

Laut einem Gutachten des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), über das der SPIEGEL Anfang Juli berichtete, profitieren bei Union wie SPD vor allem Besserverdienende von den geplanten Änderungen. "An der Ungleichheit der Einkommen ändern sie faktisch nichts", kommentierte IMK-Direktor Gustav Horn beide Ansätze.

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dab

insgesamt 67 Beiträge
walter_e._kurtz 21.08.2017
1. gesellschaftlicher sprengstoff
Ich mußte eine Weile suchen, weil ich den Autor nicht mehr auf dem Schirm hatte. Letztendlich lohnt es sich mE, diesen Artikel zu lesen - vor allem die Charts zu betrachten. [...]
Ich mußte eine Weile suchen, weil ich den Autor nicht mehr auf dem Schirm hatte. Letztendlich lohnt es sich mE, diesen Artikel zu lesen - vor allem die Charts zu betrachten. https://www.nytimes.com/interactive/2017/08/07/opinion/leonhardt-income-inequality.html?rref=collection/timestopic/Columnists&action=click&contentCollection=opinion&region=stream&module=stream_unit&version=latest&contentPlacement=23&pgtype=collection Das mag auf die USA gemünzt sein, aber wie sagte ein alter Bekannter: Wir in D sind auch nicht anders, nur zehn Jahre hinterher. Nun denn, ob das heute wirklich nur noch zehn Jahre sind... Jedenfalls ist hier sehr anschaulich dargestellt, wie die Spaltung der Gesellschaft von statten geht. Auf dt. Verhältnisse heruntergebrochen, dürfte es nicht viel anders aussehen - und einige würden das offenbar liebend gern noch weiter forcieren.
allessuper 21.08.2017
2. ja, das stimmt. Und deswegen
sollten wir schlauer sein als unsere US-friends and family: http://www.freiheitstattvollbeschaeftigung.de/images/stories/pdf/fsv-plakat-2005.pdf Bündnis Grundeinkommen, bedingungslos, am 24.09. wählen. Mit der Zweitstimme. [...]
Zitat von walter_e._kurtzIch mußte eine Weile suchen, weil ich den Autor nicht mehr auf dem Schirm hatte. Letztendlich lohnt es sich mE, diesen Artikel zu lesen - vor allem die Charts zu betrachten. https://www.nytimes.com/interactive/2017/08/07/opinion/leonhardt-income-inequality.html?rref=collection/timestopic/Columnists&action=click&contentCollection=opinion&region=stream&module=stream_unit&version=latest&contentPlacement=23&pgtype=collection Das mag auf die USA gemünzt sein, aber wie sagte ein alter Bekannter: Wir in D sind auch nicht anders, nur zehn Jahre hinterher. Nun denn, ob das heute wirklich nur noch zehn Jahre sind... Jedenfalls ist hier sehr anschaulich dargestellt, wie die Spaltung der Gesellschaft von statten geht. Auf dt. Verhältnisse heruntergebrochen, dürfte es nicht viel anders aussehen - und einige würden das offenbar liebend gern noch weiter forcieren.
sollten wir schlauer sein als unsere US-friends and family: http://www.freiheitstattvollbeschaeftigung.de/images/stories/pdf/fsv-plakat-2005.pdf Bündnis Grundeinkommen, bedingungslos, am 24.09. wählen. Mit der Zweitstimme. Das geht.
grommeck 21.08.2017
3. Bonzen regieren für Bonzen...
war schon immer so und wenn die Bürger denen nicht schmerzhaft auf die Pfoten hauen, wird's immer so weiter gehen. Wie in den USA zu sehen ist es aber eigentlich zu spät, denn es regieren in der Realität schon längst andere.
war schon immer so und wenn die Bürger denen nicht schmerzhaft auf die Pfoten hauen, wird's immer so weiter gehen. Wie in den USA zu sehen ist es aber eigentlich zu spät, denn es regieren in der Realität schon längst andere.
keksguru 21.08.2017
4. Geringverdiener müssen mehr kriegen....
die bittere Wahrheit ist daß man mit dem Mindestlohn nach 50 Jahren Berufstätigkeit eine Rente mit Hartz 4 Niveau erreicht wird... Deutschland ist da geradezu asozial im Verhältnis mit den USA wo man bei 20.000$ p.a. noch 5000$ [...]
die bittere Wahrheit ist daß man mit dem Mindestlohn nach 50 Jahren Berufstätigkeit eine Rente mit Hartz 4 Niveau erreicht wird... Deutschland ist da geradezu asozial im Verhältnis mit den USA wo man bei 20.000$ p.a. noch 5000$ an negativer Einkommenateuer erhält... deshalb gehören die unteren Einkommen stärker aufgestockt, aber da will ja keiner ran. Das ganze Steuersystem mit seine Abzugsmöglichkeiten vm Brutto mittels Freibetrâgen und Kilometerpauschale, Zweitwohnung etc ist ebenso asozial.... will auch keiner ran... und damit Arbeit sich lohnt, gehört die Progression abgeschafft, einfach nen Cut bei 10.000 Euro gezahlter Einkommensteuer...
imo27 21.08.2017
5.
Es geht hier um Wahlkampfgerede, das hat mit Realpolitik überhaupt nichts zu tun. Warten wir mal ab, ob überhaupt jemand nach den Wahlen weniger Steuern zahlt, ob mit CDU oder SPD
Es geht hier um Wahlkampfgerede, das hat mit Realpolitik überhaupt nichts zu tun. Warten wir mal ab, ob überhaupt jemand nach den Wahlen weniger Steuern zahlt, ob mit CDU oder SPD

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