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Wirtschaft

Brexit

Nahles gegen Hire-and-Fire-Recht für Banken

Um Banker nach dem Brexit von London nach Frankfurt zu locken, spricht sich Hessens Regierungschef Bouffier für eine Lockerung des Kündigungsschutzes aus. Bundesarbeitsministerin Nahles lehnt das kategorisch ab.

DPA

Bankenviertel in Frankfurt am Main

Mittwoch, 13.09.2017   15:58 Uhr

Frankfurt am Main hofft auf regen Zustrom an Finanzexperten, wenn Londoner Banken nach dem Brexit eine neue Bleibe in der EU suchen. Ein Hindernis gibt es jedoch: Den weitreichenden Kündigungsschutz für die hochbezahlten Arbeitskräfte.

Bundearbeitsministerin Andrea Nahles will daran auch nichts ändern. "Wir haben ein differenziertes Kündigungsrecht in Deutschland, was sehr gut funktioniert, auch für die Unternehmen", sagte die SPD-Politikerin. Es gebe kein branchenbezogenes Kündigungsrecht. "Und ich werde kein Kündigungsrecht für Spitzenbanker einführen. Das muss ich leider ablehnen", sagte die Ministerin.

Nahles wandte sich damit gegen Überlegungen in der CDU, für Spitzenbanker eine Sonderregelung zu schaffen, um ihren Arbeitgebern, den Londoner Großbanken, Frankfurt als neuen Standort schmackhaft zu machen. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte sich in dieser Angelegenheit Unterstützung bei Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem Finanzministerium geholt.

Viele in London tätige Banken erwägen wegen des geplantenAustritts Großbritanniens aus der EU einen Umzug in eine andere europäische Großstadt, um weiterhin Produkte und Dienstleistungen in der EU anbieten zu können. Das deutsche Arbeitsrecht gilt manchen aber als Hindernis, weil sich Banken hierzulande in schlechten Zeiten nicht so leicht von gut verdienenden Vorständen und Händlern trennen könnten wie in London.

mik/Reuters

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