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Wirtschaft

Reaktion auf Juncker-Rede

Schäuble mahnt bei Ausweitung der Eurozone zur Vorsicht

Grundsätzlich gut, aber...: Bundesfinanzminister Schäuble unterstützt die Pläne von EU-Kommissionspräsident Juncker - knüpft eine Erweiterung der Eurozone jedoch an die Erfüllung bestimmter Kriterien.

DPA

Wolfgang Schäuble (CDU)

Donnerstag, 14.09.2017   11:42 Uhr

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat hinsichtlich der Erweiterung der Eurozone auf die Euphoriebremse getreten. Zwar sei es grundsätzlich gut, dass Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in dieser Frage "Druck und Tempo macht", sagte Schäuble am Mittwochabend in den ARD-Tagesthemen. Das Beispiel Griechenland zeige aber, wie wichtig es für Länder sei, alle Kriterien für die Gemeinschaftswährung zu erfüllen.

Juncker hatte zuvor in einer Grundsatzrede für eine Ausweitung der Eurozone plädiert. Der Euro müsse "mehr sein als die Währung einer ausgewählten Ländergruppe", betonte er. Laut Vertrag seien alle EU-Staaten außer Großbritannien und Dänemark verpflichtet, der Gemeinschaftswährung beizutreten, sobald sie die Bedingungen erfüllten. Derzeit gehören 19 der 28 EU-Staaten der Währungsunion an.

Schäuble betonte: "Klar ist, dass wir die Erfahrung gemacht haben, dass Länder erst in der Lage sein müssen, auch mit einer stabilen, harten Währung, über die sie selber nicht mehr durch Abwertung entscheiden können, wirtschaftlich auszukommen." Wenn der Beitritt zur Eurozone zu früh erfolge, "hat man Probleme", sagte er mit Blick auf Griechenland. Die Regierung in Athen hatte die Gemeinschaftswährung durch geschönte Statistiken erlangt.

Im Video - Juncker will den Euro für alle:

Foto: REUTERS

mkl/dpa/AFP

insgesamt 59 Beiträge
MisterD 13.09.2017
1. Der EURO muss in ganz Europa Einheitswährung werden...
Viele, die selten ins Ausland fahren, mögen das für Quatsch halten. Ich war in den vergangenen 12 Monaten in Schweden, Tschechien und Polen... 3 Länder, 3 eigene Währungen, ein logistischer Albtraum... wenn Europa im 21. [...]
Viele, die selten ins Ausland fahren, mögen das für Quatsch halten. Ich war in den vergangenen 12 Monaten in Schweden, Tschechien und Polen... 3 Länder, 3 eigene Währungen, ein logistischer Albtraum... wenn Europa im 21. Jahrhundert in der Welt Gewicht haben will, gegen China, Indien, USA, Russland, Mercosur usw, dann muss es eine Gemeinschaft nach Vorbild der USA werden... anders geht es nicht, alleine ist Deutschland in der Welt auf verlorenem Posten...
eckawol 13.09.2017
2. Nicht die Augen verschließen
vor den Erfahrungen mit Griechenland . Herr Juncker kennt doch die Umstände, unter denen Griechenland den EURO einführen konnte. Andere Länder der EU nunmehr in die EURO-Einführung zu drücken , ev. auf der Basis geschönter [...]
vor den Erfahrungen mit Griechenland . Herr Juncker kennt doch die Umstände, unter denen Griechenland den EURO einführen konnte. Andere Länder der EU nunmehr in die EURO-Einführung zu drücken , ev. auf der Basis geschönter Statistiken, wäre fatal, weil u.a. das Vertrauen in diese Währung auf globaler Basis schwinden könnte.
bullet69 13.09.2017
3. EU-Flucht nach vorne
ist beim vorzeitigen Euro-Eintritt der falsche Weg. Herr Junker vergessen Sie die Beitrittskriterien nicht und bringen Sie den Euro dadurch nicht in Gefahr. Wir haben alle schon zu viel Lehrgeld mit Griechenland, Italien und [...]
ist beim vorzeitigen Euro-Eintritt der falsche Weg. Herr Junker vergessen Sie die Beitrittskriterien nicht und bringen Sie den Euro dadurch nicht in Gefahr. Wir haben alle schon zu viel Lehrgeld mit Griechenland, Italien und Spanien bezahlt.
theodtiger 13.09.2017
4. Kein Dissens
Schäuble hat Recht, nur hat Juncker auch nichts Gegenteiliges gesagt. Im Gegensatz zu den Mitgliedstaaten war und ist die Kommission bei der Erfüllung der Euro Beitrittskriterien sehr kritisch. Siehe Griechenland, das gegen die [...]
Schäuble hat Recht, nur hat Juncker auch nichts Gegenteiliges gesagt. Im Gegensatz zu den Mitgliedstaaten war und ist die Kommission bei der Erfüllung der Euro Beitrittskriterien sehr kritisch. Siehe Griechenland, das gegen die Expertise der Kommission aus politischen Gründen in den Euro von den Mitgliedstaaten geholt wurde und Litauen, das wegen nicht nachhaltiger Erfüllung der Kriterien zunächst draußen bleiben musste.
wll 14.09.2017
5. Kein Titel
Tja, welche der infrage kommenden EU-Mitglieder erfüllen denn überhaupt die Maastricht-Kriterien? Meines Wissens ist dies bei keinem der Fall, und somit würde Herr Juncker eine eher realitätsferne Debatte abhalten. Wohin es [...]
Tja, welche der infrage kommenden EU-Mitglieder erfüllen denn überhaupt die Maastricht-Kriterien? Meines Wissens ist dies bei keinem der Fall, und somit würde Herr Juncker eine eher realitätsferne Debatte abhalten. Wohin es führt, wenn man Politik, Volkswirtschaft und Staatswesen eines Landes mit der überhasteten Einführung des Euro überfordert, kann man in Griechenland betrachten. Kein Schauspiel, das Europa gut zu Gesicht steht - oder gar zur Wiederholung einlädt...
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