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Wirtschaft

Software-Updates

Autoindustrie darf Kosten für Dieselaffäre von der Steuer absetzen

Die deutschen Autokonzerne können in der Dieselaffäre einen dreistelligen Millionenbetrag an Steuern sparen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei hervor.

AP

BMW-Chef Harald Krueger, Daimler-Chef Dieter Zetsche, VW-Chef Matthias Müller

Samstag, 23.09.2017   16:35 Uhr

Die deutsche Autoindustrie kann die Kosten für die Software-Updates bei Millionen Dieselautos steuerlich absetzen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ") unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken.

"Die den Herstellern entstehenden Kosten sind bilanzrechtlich Betriebsausgaben der Unternehmen", schreibt demnach Wirtschaftsstaatssekretär Rainer Baake in einem Papier, das der Zeitung vorliegt. Die Hersteller dürfen ihren Gewinn somit um die Kosten für die Software-Nachrüstungen mindern.

Allein bei Updatekosten von 100 bis 200 Euro für mehr als fünf Millionen Fahrzeuge ließe sich der Gewinn branchenweit um bis zu eine Milliarde Euro mindern und ein dreistelliger Millionenbetrag an Steuern sparen, schreibt die "SZ". Auch die sogenannten "Umweltprämien" der Branche beim Kauf neuer Dieselfahrzeuge - und damit Rabatte - sind nach Angaben aus Regierungskreisen wohl absetzbar.

Damit dürften die Verursacher die Folgen der Abgasaffäre steuerlich geltend machen, nicht aber die Betroffenen. Unternehmen oder Privatpersonen können eine mögliche Wertminderung ihrer Fahrzeuge nicht absetzen. Das hatte die Regierung nach Beginn der Affäre im Fall VW klargestellt.

Die Opposition kritisiert das Vorgehen heftig. Die Autokäufer blieben auf ihrem Schaden sitzen, und mit ihren Steuern werde die Autoindustrie alimentiert, sagte Linken-Verkehrspolitiker Herbert Behrens.

ssu/AFP/dpa

insgesamt 102 Beiträge
KobiDror 23.09.2017
1. Miese Schlagzeile
Unglaublich! Den Herstellern entstehen durch die Updates Mehrausgaben, denen keine zusätzlichen Erträge gegenüber stehen. Sowas mindert natürlich den Gewinn und damit auch die Steuerlast der Unternehmen. Das ist an [...]
Unglaublich! Den Herstellern entstehen durch die Updates Mehrausgaben, denen keine zusätzlichen Erträge gegenüber stehen. Sowas mindert natürlich den Gewinn und damit auch die Steuerlast der Unternehmen. Das ist an Trivialität nicht zu überbieten. In die gleiche Kategorie fallen auch die Kosten für die Umtauschprämien. Sowas sind Marketingausgaben, denen normalerweise keine Erträge gegenüber steht. Wirklich unglaublich dass sowas ne Nachricht wert ist...
bessernachgedacht 23.09.2017
2. einfachstes Steuerrecht
Das ist überhaupt keine Meldung wert. Kosten werden immer von der Steuer abgesetzt. Einfach nur logisch. Falsch ist übrigens der Teil der Nachricht in dem es heisst, betroffene gewerbliche Kunden könnte ihre Wertminderung [...]
Das ist überhaupt keine Meldung wert. Kosten werden immer von der Steuer abgesetzt. Einfach nur logisch. Falsch ist übrigens der Teil der Nachricht in dem es heisst, betroffene gewerbliche Kunden könnte ihre Wertminderung nicht von der Steuer absetzen, denn mit dem geringeren Wiederverkaufswert sinken die so genannten sonstigen neutralen Einkünfte nach erfolgter Abschreibung und damit die Steuerlast.
rainer_daeschler 23.09.2017
3. So ist das nun mal
Man kann die Unternehmen nicht für Gewinne besteuern, die sie gar nicht haben, aus welchem Grund auch immer. Dann ist zwar der Steuerzahler mit über 30% mit im Boot bei den Nachrüstkosten, doch den Unternehmen wäre es lieber, [...]
Man kann die Unternehmen nicht für Gewinne besteuern, die sie gar nicht haben, aus welchem Grund auch immer. Dann ist zwar der Steuerzahler mit über 30% mit im Boot bei den Nachrüstkosten, doch den Unternehmen wäre es lieber, sie könnte die anderen fast 70% als ihren Reingewinn verbuchen.
sooderso1 23.09.2017
4. Egal wie man zu dieser Dieselaffäre steht,
aber selbstverständlich dürfen die Autohersteller die Kosten von Softwareupdates und eventuellen Nachrüstungen als Betriebsausgaben deklarieren, was in der Folge durch höhere Kosten die Margen schmilzen läßt und damit auch [...]
aber selbstverständlich dürfen die Autohersteller die Kosten von Softwareupdates und eventuellen Nachrüstungen als Betriebsausgaben deklarieren, was in der Folge durch höhere Kosten die Margen schmilzen läßt und damit auch die Steuerlast senkt. Etwas anderes ist es, wenn die Regierung den Produzenten Strafen wie in den USA aufgebrummt hätte. Diese Strafen wären zweifellos nicht als Betriebsausgabe zulässig und hätten sich somit für die Autohersteller auch nicht steuermindernd ausgewirkt...
OlegShaulov 23.09.2017
5.
Bevor der Autor den Artikel schreiben anfängt, sollte er eine Kleinigkeit von Steuerrecht verschaffen; natürlich dürfen die Unternehmen die Aufwendungen absetzen, die diese "Dieselaffäre" produziert hat, nur die [...]
Bevor der Autor den Artikel schreiben anfängt, sollte er eine Kleinigkeit von Steuerrecht verschaffen; natürlich dürfen die Unternehmen die Aufwendungen absetzen, die diese "Dieselaffäre" produziert hat, nur die Geldbuße und mögliche Straffen in Bezug mit Affäre dürfen nicht den steuerlichen Gewinn mindern; es ist das Prinzip der Gleichheit und gilt sowohl für großes Unternehmen als auch für kleinen Gewerbetreibenden und Autohersteller sind keine Ausnahmen
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