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Wirtschaft

Wetterkapriolen

Starkregen verursacht fast eine Milliarde Euro Schaden

Die Versicherungsbranche ächzt unter dem schlechten Wetter: Die Schäden durch Unwetter und Überschwemmungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr fast verzehnfacht - dabei war 2017 eigentlich bislang zu trocken.

imago

Regenbogen nach Unwetter über Ostfildern

Donnerstag, 05.10.2017   14:43 Uhr

Die Höhe der Versicherungsschäden durch Starkregen hat sich 2016 im Vergleich zum Vorjahr fast verzehnfacht. Die Überschwemmungsschäden lagen bei 940 Millionen Euro, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit. Demnach waren es 2015 nur 100 Millionen Euro.

Damit ist 2016 eines der Jahre mit den größten Schadenssummen durch Überschwemmungen. Nur die Hochwasserkatastrophen von 2002 (1,8 Milliarden Euro) und 2013 (1,65 Milliarden Euro) seien noch kostspieliger gewesen.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes war das Jahr 2016 insgesamt eigentlich zu trocken. Jedoch seien mit Blick auf die einzelnen Monate erhebliche Unterschiede erkennbar. Die Monate Januar, Februar und Juni waren deutlich feuchter als normal. "2016 hat sich erneut gezeigt, welche enormen Schäden Starkregen anrichten können", sagte GDV-Präsident Wolfgang Weiler. Noch nie hätten Unwetter mit heftigen Regenfällen innerhalb so kurzer Zeit so hohe Schäden verursacht.

Generell verursachten Naturgefahren im vergangenen Jahr Versicherungsschäden in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. Rund eine Milliarde geht nach GDV-Angaben auf das Konto der Frühsommer-Tiefs "Elvira" und "Friederika" mit Gewittern und anhaltendem Regen.

Mit Blick auf das Jahr 2017 hat der GDV bereits erste Erkenntnisse. Bereits jetzt sei erkennbar, dass sich der Wechsel zwischen schadenarmen und schadenreichen Jahre verkürze. So habe allein die Serie schwerer Unwetter in diesem Sommer Kosten von 600 Millionen Euro verursacht.

hej/dpa-AFX

insgesamt 7 Beiträge
Nonvaio01 05.10.2017
1. Das problem ist nicht das Wetter
dasprobloem ist das immer mehr natuerliche ueberschwemmungsgebiete bebaut warden. Irgendwo muss dasWasser ja hin, und nur weil wir da ein Haus gebaut haben macht es kein bogen darum.
dasprobloem ist das immer mehr natuerliche ueberschwemmungsgebiete bebaut warden. Irgendwo muss dasWasser ja hin, und nur weil wir da ein Haus gebaut haben macht es kein bogen darum.
lalito 05.10.2017
2. Unwetter
Auch eins der besseren Un-Worte, Unwetter. Berechenbare Stabilität geht eben so langsam dahin, nennt sich Thermodynamik. "Ein Freund der Erde" von T.C.Boyle, genial sarkastische Beschreibung des sich Anbahnenden vor [...]
Auch eins der besseren Un-Worte, Unwetter. Berechenbare Stabilität geht eben so langsam dahin, nennt sich Thermodynamik. "Ein Freund der Erde" von T.C.Boyle, genial sarkastische Beschreibung des sich Anbahnenden vor weit mehr als einer Dekade zu Papier gebracht, hiermit empfohlen. Alles z. Zt. noch ungefähr so wie wir es kennen, kommt der Hockeystick oder der Golfstrom macht zu, dann lohnt es sich - für die, die es sich leisten können - ganz egoistisch über die Location des eigenen Lebensraumes für die restlichen Tage nachzudenken, möglichst ohne Tigermücken und AfD. Ansonsten Eimer und WischundWeg bereit halten, Trump ist schon so eine sarkastische Nummer für sich.
lupenreinerdemokrat 05.10.2017
3.
"Die Versicherungsbranche ächzt unter dem schlechten Wetter:" Da merkt man mal wieder, wie bildungsfern entweder die Journalisten, oder die Mitarbeiter der Versicherungen sind ;-) Kann das Wetter was dafür, wenn [...]
"Die Versicherungsbranche ächzt unter dem schlechten Wetter:" Da merkt man mal wieder, wie bildungsfern entweder die Journalisten, oder die Mitarbeiter der Versicherungen sind ;-) Kann das Wetter was dafür, wenn immer mehr Dummköpfe die Landschaften zubetonieren und Häuser in Überschwemmungszonen bauen? Man kann es fast flächendeckend überall in diesem unserem Lande live miterleben, wie jedes Stückchen noch ungenutzter Wiese oder Ackerfläche mittlerweile mit Neubaugebieten zubetoniert wird und somit ist die Zunahme von Überschwemmungen die unvermeidliche Folge. Aber Schilda ist nun mal überall.....
lobro 05.10.2017
4. Versicherungsbranche ächzt
Die Versicherungsbranche ächzt doch immer, wenn sie mal zahlen muss. Die tun immer so, als ob die Beiträge der Versicherten ihnen gehörten. Sobald in einem Bereich mal vermehrt Schäden auftreten wird dieser Bereich flugs [...]
Die Versicherungsbranche ächzt doch immer, wenn sie mal zahlen muss. Die tun immer so, als ob die Beiträge der Versicherten ihnen gehörten. Sobald in einem Bereich mal vermehrt Schäden auftreten wird dieser Bereich flugs ausgegliedert und man muss dafür wieder eine extra Versicherung abschließen. Hochwasserschäden, die durch den Klimawandel verursacht wurden müssen bestimmt irgendwann extra versichert werden.
strixaluco 05.10.2017
5. Wenn man alles zubaut
Hier in der Gegend ist kürzlich ein Haus gebaut worden, um das noch etwa 2,5 bis 3 m auf dem Grundstück Stück frei sind, mittlerweile komplett geteert und Parkplatz, mitten in einer ansonsten schönen Siedlung mit Gärten. Wie [...]
Hier in der Gegend ist kürzlich ein Haus gebaut worden, um das noch etwa 2,5 bis 3 m auf dem Grundstück Stück frei sind, mittlerweile komplett geteert und Parkplatz, mitten in einer ansonsten schönen Siedlung mit Gärten. Wie so etwas eine Baugenehmigung bekommen kann ist mir schleierhaft - und da muss man sich dann auch nicht wundern, wenn man bei Starkregen volläuft. Nah dran an diesen Zuständen ist nicht weniges, was gerade gebaut wird. Leider trifft es oft auch die Nachbarn, die es eigentlich besser machen, mit, wenn das Grundstück fürs Heilige Blechle reserviert wird!

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