Schrift:
Ansicht Home:
Wirtschaft

Barcelona

Mehr als tausend Firmen verlegen Hauptsitz aus Katalonien

Sekthersteller, Nudelproduzent, Medizinunternehmen: Zahlreiche Firmen haben ihren Firmensitz von Katalonien bereits in andere spanische Regionen verlegt. Am Donnerstag gab es einen neuen Tagesrekord.

REUTERS

Barcelonas

Freitag, 20.10.2017   20:37 Uhr

Seit der Zuspitzung der Katalonien-Krise Anfang Oktober haben 1185 Unternehmen ihren rechtlichen Sitz in andere spanische Regionen verlegt. Diese Zahl nannte am Freitag die Handelsregisterstelle in Madrid. Einen Rekord gab es allein am Donnerstag mit 268 Firmensitzverlegungen. Ein tatsächlicher Umzug ist damit aber meist nicht verbunden. Im Fall einer Unabhängigkeit von Katalonien könnten sich die Unternehmen mit einem rechtlichen Sitz an anderen Orten aber weiter nach spanischen Bestimmungen richten.

Barcelona hatte am 1. Oktober gegen den Willen Madrids und trotz eines Verbots durch das Verfassungsgericht ein "verbindliches Referendum" über die Unabhängigkeit abgehalten. Rund 90 Prozent der abgegebenen Stimmen waren ein Ja für die Abspaltung von Spanien. Die Wahlbeteiligung lag allerdings nur bei etwas mehr als 40 Prozent.

Zu den Unternehmen, die in dieser Woche ihren Sitz verlegt haben, gehören die Sektfirma Codorníu, der Nudelproduzent Gallo, die Spanien-Niederlassung der Versicherungsgruppe Zurich, die Immobilienfirma Servihabitat und das Medizinunternehmen Pangaea Oncology. Die große Mehrheit hatte ihren Sitz bisher in Barcelona.

Wirtschaftsminister Luis de Guindos warnte am Donnerstag im Parlament vor einem wirtschaftlichen Selbstmord von Katalonien. Seit dem vom Verfassungsgericht für illegal erklärten Unabhängigkeitreferendum am 1. Oktober seien die Umsätze etwa der großen Supermärkte und Kaufhäuser um 20 Prozent zurückgegangen.

Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Version dieses Textes stand fälschlicherweise, das Referendum habe am 1. August stattgefunden.

koe/dpa

insgesamt 22 Beiträge
Hoellen 20.10.2017
1. 1. August?
War das Referendum nicht am 1. Oktober..? Im letzten Absatz ist der 1. August zu lesen.
War das Referendum nicht am 1. Oktober..? Im letzten Absatz ist der 1. August zu lesen.
jakker 20.10.2017
2. Was wieder zeigt,
Geld kennt keine Moral und noch nie war das Kapital für die Menschen. Dumm eben für die Katalanen, dass Kapital frei beweglich ist und das geringste Risiko sucht.
Geld kennt keine Moral und noch nie war das Kapital für die Menschen. Dumm eben für die Katalanen, dass Kapital frei beweglich ist und das geringste Risiko sucht.
bigroyaleddi 20.10.2017
3. Irgendwie logisch
Als Europäer wollen wir doch eigentlich eine gemeinsame Grundlage, im Endeffekt evtl. eine politische Union haben. Bei allem Verständnis für die Katalonen, scheint mir eine Abspaltung und ein damit verbundener EU-Austritt so [...]
Als Europäer wollen wir doch eigentlich eine gemeinsame Grundlage, im Endeffekt evtl. eine politische Union haben. Bei allem Verständnis für die Katalonen, scheint mir eine Abspaltung und ein damit verbundener EU-Austritt so ziemlich das bescheuertste zu sein, was man sich vorstellen kann. Wen wunderts, wenn die Firmen anfangen zu verlegen, wie sie es von London aus doch auch bereits tun.
WeltStattHalle 20.10.2017
4. zu #2
Falsch Falsch FALSCH! Weder ist Kapital dumm. Noch ist die Wirtschaft dumm. Noch ist die spanische Bevölkerung dumm! Dumm und DÜMMER sind einzig und allein die katalanischen Separatisten!
Falsch Falsch FALSCH! Weder ist Kapital dumm. Noch ist die Wirtschaft dumm. Noch ist die spanische Bevölkerung dumm! Dumm und DÜMMER sind einzig und allein die katalanischen Separatisten!
kumi-ori 20.10.2017
5.
Was hat das mit Moral zu tun? Die Barcelonier wollen weg aus Spanien, und das Kapital will weg aus Barcelona. So hat jeder das, was ihm am liebsten ist.
Zitat von jakkerGeld kennt keine Moral und noch nie war das Kapital für die Menschen. Dumm eben für die Katalanen, dass Kapital frei beweglich ist und das geringste Risiko sucht.
Was hat das mit Moral zu tun? Die Barcelonier wollen weg aus Spanien, und das Kapital will weg aus Barcelona. So hat jeder das, was ihm am liebsten ist.
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP