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Wirtschaft

Konjunkturprognose

IWF rechnet mit langlebigem Aufschwung in Europa

Die Konjunktur in Europa zieht an - und das geht laut Internationalem Währungsfonds auch so weiter. Doch die Löhne wachsen vielerorts nicht gleich mit.

imago

Bauarbeiter mit Stahlträgern

Montag, 13.11.2017   15:11 Uhr

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Europa positiv. "Die europäische Erholung hat sich verstärkt und merklich verbreitert", heißt es im regionalen Ausblick des Fonds, der im bosnischen Sarajevo vorgestellt wurde. Das Wachstum in Europa liefere einen großen Beitrag zur Steigerung der globalen Wirtschaftsleistung - die sich laut aktueller Ifo-Studie ebenfalls gut entwickelt.

"Diese Erholung sieht immer langlebiger aus", sagte der stellvertretende IWF-Direktor für Europa, Jörg Decressin, zur Prognose des Fonds. Die Experten der internationalen Organisation, die auch Finanzhilfen für angeschlagene Volkswirtschaften bereitstellt, betonten jedoch auch, dass es weiter Ungleichgewichte gebe. So bleibe etwa die Entwicklung am Arbeitsmarkt in den Ländern Europas unterschiedlich.

Der Ausblick des IWF bezieht sich auf den gesamten Kontinent, nicht nur auf die Länder der EU. Der IWF sagt den mehr als 40 Ländern der Region Europa - von Deutschland über Großbritannien bis hin zu der Türkei und Russland - in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2,4 Prozent voraus. 2018 soll es mit 2,1 Prozent ähnlich hoch ausfallen. Für Deutschland hatte der IWF bereits im Sommer mit einem langsameren Wachstum gerechnet als in den anderen Ländern der Eurozone.

In einigen Staaten erreichten laut aktueller Prognose die Arbeitslosenquoten nun auch erneut das Niveau vor der bislang letzten großen Krise. Die meisten Schwellenländer profitieren laut IWF immerhin von einem robusten Lohnwachstum. In vielen fortgeschrittenen Ländern Europas entwickelten sich die Gehälter dagegen weniger stark als die Wirtschaft. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) hatte auf die verhaltene Lohnentwicklung in der Eurozone hingewiesen.

Angesichts des Brexits stellt sich zudem die Frage, wie die Handelsbeziehungen zu Großbritannien nach dem geplanten EU-Austritt aussehen sollen. Decressin sagte: "Unter solchen Umständen ist unsere Sorge, dass das Wirtschaftswachstum darunter leiden wird - besonders in Großbritannien, aber auch im Euroraum."

apr/Reuters/dpa

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