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Wirtschaft

Gute Arbeitsmarktlage

Rentenbeitrag soll auf 18,6 Prozent sinken

Lohnplus und hohe Beschäftigung: Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt entlastet nun auch die Rentenzahler. Der Beitragssatz für die gesetzliche Rentenversicherung wird 2018 leicht sinken.

DPA

Mitarbeiter im Weichenwerk der Deutschen Bahn in Witten

Dienstag, 14.11.2017   12:19 Uhr

Nicht nur Rentner dürften sich bald über steigende Zahlungen aus der gut gefüllten Rentenkasse freuen. Auch die Einzahlenden profitieren: Der Beitragssatz für die gesetzliche Rente sinkt Anfang kommenden Jahres voraussichtlich leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 18,6 Prozent. Das teilte der Vorstandsvorsitzende der Rentenversicherung, Alexander Gunkel, am Dienstag mit. Die Bundesregierung dürfte den Schritt per Verordnung vollziehen.

Grund für die positiven Rentenfinanzen sind die gute Konjunktur und Beschäftigungslage. Bis zum Jahr 2022 könnte der Rentenbeitrag dann voraussichtlich stabil bleiben. 2023 dürfte er wieder auf 18,7 Prozent steigen. 2024 wird eine Steigerung auf 19,8 Prozent vorausgesagt. Dann dürfte der Beitragssatz mit dem Eintritt weiterer geburtenstarker Jahrgänge in die Rente schrittweise weiter steigen, bis er im Jahr 2030 bei voraussichtlich 21,6 Prozent liegt. Soweit die Prognose.

Auch die rund 21 Millionen Rentner dürfen sich freuen. Sie können im Sommer mit einem deutlichen Plus ihrer Bezüge von gut drei Prozent rechnen. Voraussetzung ist laut Gunkel, dass sich Löhne und Gehälter wie derzeit prognostiziert entwickeln. Zum 1. Juli dieses Jahres war die Rente in Westdeutschland um 1,90 Prozent gestiegen, in den neuen Ländern um 3,59 Prozent.

Kritik an den Rentenplänen

So erfreulich die Pläne für die Renten klingen, sie schüren auch Kritik: So hatte sich die IG Metall gegen eine Beitragssenkung gestellt. "Statt heute die Beiträge zu senken, sollte die Regierung an morgen denken und angemessene Rücklagen bilden", sagte Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban. Nötig sei es, die Rentenversicherung zur Erwerbstätigenversicherung zu entwickeln, in die auch Selbstständige, Beamte und Parlamentarier einzahlen, sagte der Gewerkschafts-Spitzenfunktionär.

Über die Beitragsentwicklung sagte Urban: "Die Reduzierung des Beitragssatzes um 0,1 Prozentpunkte bringt für einen Durchschnittsverdiener eine Entlastung von knapp 1,60 Euro im Monat." Er warnte davor, dass die Beschäftigen die Senkung spätestens ab 2023 bitter bezahlen müssten. Wegen des Übertritts immer mehr geburtenstarker Jahrgänge in die Rente steige dann der Beitragssatz über viele Jahre. Gleichzeitig werde das Rentenniveau kontinuierlich sinken, mahnte Urban.

kig/dpa

insgesamt 37 Beiträge
einwerfer 14.11.2017
1. Wunderbar
und die FDP wird in den Koalitionsverhandlungen durchsetzen, dass künftige Steigerungen nur von den Arbeitnehmern zu tragen sind, wie schon bei den Krankenkassenbeiträgen. Und weil's ja erst 2023 eintreten wird, regt sich [...]
und die FDP wird in den Koalitionsverhandlungen durchsetzen, dass künftige Steigerungen nur von den Arbeitnehmern zu tragen sind, wie schon bei den Krankenkassenbeiträgen. Und weil's ja erst 2023 eintreten wird, regt sich wahrscheinlich keiner drüber auf.
bestflow 14.11.2017
2. seltsame Entwicklung ...
mich würde hier nun die Einschätzung von Personen interessieren, die mehr volkswirtschaftliche Kompetenz aufbringen als ich Sie habe .... ich vertrete auf jeden Fall die Meinung, dass die genannte Entwicklung nicht wirklich fair [...]
mich würde hier nun die Einschätzung von Personen interessieren, die mehr volkswirtschaftliche Kompetenz aufbringen als ich Sie habe .... ich vertrete auf jeden Fall die Meinung, dass die genannte Entwicklung nicht wirklich fair ist .. auf der einen Seite wird ständig gepredigt, dass die gesetzliche Altersvorsorge nicht ausreicht und man weiß auch schon, dass in der Konsequenz die Beiträge in Zukunft sowieso steigen müssen. Wieso nun also eine leichte Reduzierung und in Bälde ein stärker Anstieg? Ist das "Opium fürs Volk"? Zweiter Zweifel, auch wenn ich mir nun einige Feinde im Rentneralter mache: Wieso erhalten die jetzigen Rentner weiter steigende Renten? Das macht doch das eigentliche Problem noch schlimmer. Ich finde es ja respektabel und verständlich, dass man im Rentenalter von seinen Beiträgen aus langer harter Arbeit etwas haben möchte, aber das Rentenproblem ist meines Erachtens immer noch ein gesamtgesellschaftliches Problem und sollte so von allen getragen werden, auch von den Rentnern, Daher würde ich dafür plädieren, die Rentenbeiträge nicht weiter steigen zu lassen. Freue mich über konstruktive Sichtweisen und Kommentare
unixv 14.11.2017
3. Meine Hoffnung liegt bei der FDP!
das die jetzt ihre soziale Ader finden, hebt die unteren Renten " unter 1200 Euro !" an, so das die Leute nicht mehr Flaschen sammeln und betteln müssen. Vielleicht eine Reichen-Abgabe? Die SPD hat gefühlt 20 Jahre in [...]
das die jetzt ihre soziale Ader finden, hebt die unteren Renten " unter 1200 Euro !" an, so das die Leute nicht mehr Flaschen sammeln und betteln müssen. Vielleicht eine Reichen-Abgabe? Die SPD hat gefühlt 20 Jahre in der Regierung eigentlich alles nur verschlimmbessert, die Rente mit 63 ist der blanke Hohn, fördert die sowieso schon gut dastehende Rentner, was für ein " Nahles!" Quatsch! In den 80ern ging es doch mit unserem Arbeitsmarkt drastisch bergab, ca, 6 Millionen Arbeitslose, wer da noch eine zusammen hängende Arbeitsbiographie aufweisen kann, war wohl in einem großen Konzern beschäftigt, die meisten aber eben nicht und haben jetzt ehr große Lücken, macht was, meine Hoffnung liegt bei der FDP, da die SPD ihr S schon lange abgelegt hat!
bisi1 14.11.2017
4.
Warum muss jeder Überschuss gleich rausgehauen werden? Was bringen dem Rentenzahler diese sagenhaften 0,1%? Und im nächsten Jahr heißt es dann wieder, es ist doch zu wenig Geld im Topf.
Warum muss jeder Überschuss gleich rausgehauen werden? Was bringen dem Rentenzahler diese sagenhaften 0,1%? Und im nächsten Jahr heißt es dann wieder, es ist doch zu wenig Geld im Topf.
valmel 14.11.2017
5. Unfassbar
Jeder Experte sagt, in spätestens 20 Jahren kollabiert unser Rentensystem komplett, wenn heute nicht massiv gegengesteuert wird. Und dann liest man so etwas.
Jeder Experte sagt, in spätestens 20 Jahren kollabiert unser Rentensystem komplett, wenn heute nicht massiv gegengesteuert wird. Und dann liest man so etwas.

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Jeder Arbeitnehmer in Deutschland ist Pflichtmitglied der Arbeitslosenversicherung. Die Hauptleistung der Versicherung ist das Arbeitslosengeld I (ALG I), das einen Teil des ehemaligen Nettoeinkommens ersetzt und bis zu ein Jahr nach Verlust einer Stelle gezahlt wird. Für ältere Arbeitslose gelten Ausnahmen. Läuft die Zahlung des ALG I aus, ohne dass eine neue Stelle gefunden wurde, wird anschließend Arbeitslosengeld II (ALG II) gezahlt. Das Instrument - auch bekannt als Hartz IV - wurde im Jahr 2005 geschaffen, als die ehemalige Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt wurden. Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung beträgt derzeit 3,0 Prozent des Bruttolohns. Arbeitgeber zahlen diesen Satz auch für jeden Beschäftigten.
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Es gibt zwei Arten von Krankenversicherungen - die Gesetzliche (GKV) und die Private (PKV). Rund 90 Prozent der Erwerbstätigen sind in der GKV pflichtversichert. Der Beitragssatz beträgt aktuell 15,5 Prozent für alle Versicherten. Zusätzlich können die Krankenkassen vom Einkommen unabhängige Beiträge erheben. Seit Anfang 2009 fließen alle Beiträge in einen Gesundheitsfonds, aus dem sie an die Kassen verteilt werden. Der Zugang zur PKV steht nur Selbstständigen und Arbeitnehmern oberhalb einer Einkommensgrenze offen.
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