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21.07.2011
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Fakten zur Schuldenkrise

Europas versteckte Star-Qualitäten

DPA

Euro-Münzen: Den Vergleich mit den USA braucht die Euro-Zone nicht zu scheuen

Die Regierungen der Euro-Zone kämpfen um den Bestand der Währungsunion, fast täglich gibt es neue Hiobsbotschaften. Doch geht es Europa wirtschaftlich wirklich so schlecht? Der Vergleich mit Japan und den USA zeigt: Der Pessimismus ist übertrieben.

Hamburg - Griechenland steht vor der Pleite, nach Portugal und Irland spitzte sich zuletzt auch in Italien die Schuldenkrise zu. Seit Wochen gibt es aus der Euro-Zone fast nur negative Meldungen. Die Regierungen der Währungsunion versuchen auf ihrem Gipfel, die Kapitalmärkte mit konkreten Ergebnissen zu beruhigen.

Was bei all der Schwarzmalerei untergeht: Die Euro-Zone ist alles andere als ein hoffnungsloser Fall. Bei einigen wirtschaftlichen Eckdaten steht die Währungsunion sogar deutlich besser da als die größte Volkswirtschaft der Welt, die USA. Auch den Vergleich mit Japan, nach China die drittgrößte Wirtschaftsmacht, braucht die Euro-Zone nicht zu scheuen.

So ist etwa der Schuldenstand in Japan mehr als doppelt so hoch. Auch bei der Haushaltsdisziplin stehen die 17 Länder der Euro-Zone trotz der Schuldenkrise in einigen Ländern vergleichsweise gut da: Im vergangenen Jahr lag das Defizit hier zwar bei 6,0 Prozent der Wirtschaftsleistung, die USA machten im gleichen Zeitraum jedoch fast doppelt so viele Schulden (11,2 Prozent). Dazu kommt: Die Euro-Länder bauen ihr Defizit schneller ab als die Amerikaner - bis 2012 sinkt es laut einer Prognose der EU-Kommission auf 3,5 Prozent, in den USA dagegen nur auf 8,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Hauptgrund dafür, dass die Euro-Zone den Vergleich mit den großen Industrienationen nicht scheuen muss, ist die gute Entwicklung in Deutschland. Die Bundesrepublik sorgt allein für mehr als ein Viertel der Wirtschaftsleistung in der Währungsunion. "Deutschlands Stärke hat aber nicht nur statistische Effekte, sondern beflügelt auch die Volkswirtschaften der Nachbarländer", sagt Jürgen Matthes vom Institut der deutschen Wirtschaft.

Aber wo steht die Euro-Zone im globalen Vergleich? Wie hat sich der Arbeitsmarkt in der Krise entwickelt und wie stabil ist der Euro im Vergleich zum Dollar? Ein Überblick über einige überraschend positive Fakten.

cte

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insgesamt 113 Beiträge
1. Beim Vergleich mit Schrottgeldsystemen wie bei den USA oder JPN glänzt der Euro
bhayes 21.07.2011
natürlich, da er ja nur 10 Jahre alt ist und die Politiker es NOCH nicht geschafft haben, alle Dämme einzureissen, die es bisher - zumindest auf dem Papier - gibt, um die Bürger vor dem beliebigen Gelddrucken zu schützen. Wenn [...]
natürlich, da er ja nur 10 Jahre alt ist und die Politiker es NOCH nicht geschafft haben, alle Dämme einzureissen, die es bisher - zumindest auf dem Papier - gibt, um die Bürger vor dem beliebigen Gelddrucken zu schützen. Wenn Sie wirklich mal einen Vergleich machen wollen, so lesen Sie mal Kap. 8.6 in http://www.nein-zur-transferunion-fuer-stabiles-geld.de/wp-content/uploads/2011/03/UK.pdf, dort wird nämlich ein Euro vorgestellt ("Bürger-Euro"), der zugunsten der BÜRGER justiert ist und nicht zugunsten der Politiker und der Banken.
2. Im Vergleich mit den USA stehen inzwischen auch Schwellenländer besser da
Gerhard_Rohlfs 21.07.2011
Falsch. Japan ist lediglich bei sich selbst verschuldet, da macht eine Verschuldungsquote von 200 Prozent des BIP gar nichts aus. Stellt lediglich eine Umbuchung dar. Das Geld bleibt ja im Lande. Und im Vergleich mit den USA [...]
Zitat von sysopDie Regierungen der Euro-Zone kämpfen um den Bestand der Währungsunion, fast täglich gibt es neue Hiobsbotschaften. Doch geht es Europa wirtschaftlich wirklich so schlecht? Der*Vergleich mit Japan und den USA*zeigt: Der Pessimismus ist übertrieben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,775761,00.html
Falsch. Japan ist lediglich bei sich selbst verschuldet, da macht eine Verschuldungsquote von 200 Prozent des BIP gar nichts aus. Stellt lediglich eine Umbuchung dar. Das Geld bleibt ja im Lande. Und im Vergleich mit den USA stehen inzwischen auch Brasilien und Namibia besser da.
3. mit und ohne
iron mace 21.07.2011
Man stelle sich nur mal vor wir hätten noch die D-Mark, und nicht diese Europäischen Schuldenstaaten an der Backe ....
Zitat von sysopDeutschland macht allein mehr als ein Viertel der Wirtschaftsleistung der Euro-Zone aus. Seit 2000 stieg das Pro-Kopf-Wachstum hierzulande stärker als das in den USA. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,775761,00.html
Man stelle sich nur mal vor wir hätten noch die D-Mark, und nicht diese Europäischen Schuldenstaaten an der Backe ....
4. ...
motormouth 21.07.2011
Kommt sie jetzt langsam wieder in Fahrt, die pro-EURO-Propagandamaschinerie? Was natürlich keine Kritik an SPON, dem Artikel oder gar der Forenmoderation (Gott schütze sie!) sein soll. (Das dürfte bestimmt Genügen, um die [...]
Kommt sie jetzt langsam wieder in Fahrt, die pro-EURO-Propagandamaschinerie? Was natürlich keine Kritik an SPON, dem Artikel oder gar der Forenmoderation (Gott schütze sie!) sein soll. (Das dürfte bestimmt Genügen, um die Moderation vielleicht milde zu stimmen und diesen Post einmal - zur Abwechselung - vollkommen willkürlich durchzulassen statt kommentarlos zu schlucken, was natürlich keine Kritik sein soll, s.o.).
5.
Paul Kessler 21.07.2011
Was für ein Propaganda-Käse. Das erinnert ans deutsche RTL-Fernsehen. Die USA und Japan sind geschlossene Wirtschaftsräume. Europa nicht. Da hat die Mehrheit der Länder eine gemeinsame Währung die die zweite internationale [...]
Zitat von sysopDie Regierungen der Euro-Zone kämpfen um den Bestand der Währungsunion, fast täglich gibt es neue Hiobsbotschaften. Doch geht es Europa wirtschaftlich wirklich so schlecht? Der*Vergleich mit Japan und den USA*zeigt: Der Pessimismus ist übertrieben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,775761,00.html
Was für ein Propaganda-Käse. Das erinnert ans deutsche RTL-Fernsehen. Die USA und Japan sind geschlossene Wirtschaftsräume. Europa nicht. Da hat die Mehrheit der Länder eine gemeinsame Währung die die zweite internationale Verrechnungseinheit werden sollte und die an nationalen Egoismen scheiterte. Zudem erleichterte sie den Fortschritt der Vermögens-Polarisierung. Die Deutschen haben allen Grund zum Pessimismus. Für 90% der Bürger bedeutet das Euro-Projekt sinkenden Lebensstandard. In Rumänien seit letztem Jahr Realität: 25% gekürzte Einkommen im Staatsdienst, 24% Mehrwertsteuer, Rentenkürzung, Familienförderung zusammengestrichen. Und die haben noch ihre Nationalwährung. Das Land wurde aber von den internationalen Banken für seine Sparanstrengungen ausgezeichnet - ganz toll. Ähnliches passiert im Süden Europas - auf internationalen Bankendruck. Da brennt die Lunte. Wer soll sich für ein Europa begeistern, dass sinkenden Lebensstandard garantiert?

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