28.12.2011
Iran
Blockade könnte Ölpreis auf Rekordniveau treiben
Von Florian DiekmannAuch wenn der Welt das Öl nicht ausginge - eine Blockade der Straße von Hormus würde den Ölpreis Experten zufolge in bislang ungeahnte Höhen treiben. Eugen Weinberg von der Commerzbank rechnet mit mindestens 150 Dollar, die dann für ein Barrel zu zahlen wären - selbst ein Preis von 200 Dollar sei möglich.
In der Tat hat der Bürgerkrieg in Libyen gezeigt, dass bereits der nur kurzfristige Ausfall von etwa zwei Prozent der Weltproduktion zu spürbar höheren Preisen führte. Auch die trüben Konjunkturaussichten würden die Verteuerung kaum eindämmen, sind sich die Experten einig. "Zurzeit reagiert der Markt kaum auf Veränderungen bei der Nachfrage, sondern auf Veränderungen beim Angebot", sagt Weinberg. Solange die Blockade anhielte, würde sich der Preis für ein Barrel seiner Ansicht nach nicht unter die Marke von 150 Dollar bewegen.
Im Preisanstieg für den begehrten Rohstoff Öl liegt also die größte Gefahr einer Blockade der Straße von Hormus - und das könnte auch das Kalkül des Regimes in Teheran sein. Allerdings ist die Wirkung der aktuellen Drohung an den Rohstoffmärkten bereits am Tag danach weitgehend verpufft: Am Mittwoch sank der Preis für ein Barrel WTI-Öl um etwa einen Dollar.
Entwarnung also? Weinberg hält die coole Reaktion eher für gefährlich. "Die Gefahr einer Blockade ist mittelfristig durchaus real, schon im kommenden Jahr könnte es dazu kommen. Im Moment wirkt es so, als würden die Märkte dieses Risiko unterschätzen."


