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21.02.2012
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Schuldenkrise

Euro-Finanzminister einigen sich auf Hilfspaket für Griechenland

Foto: DPA

Es ist eine beispiellose Rettungsaktion für Griechenland: Die Euro-Finanzminister haben einem neuen Hilfspaket zugestimmt, erstmals müssen auch Banken, Versicherungen und Hedgefonds im Kampf gegen die Staatspleite einspringen. Die Politiker feiern, doch noch gibt es Vorbehalte beim Währungsfonds.

Brüssel - Die entscheidende Verhandlungsrunde dauerte mehr als zwölf Stunden. Doch dann gaben die Euro-Finanzminister das neue Rettungspaket für Griechenland frei. Mit dem Votum am frühen Dienstagmorgen wird der Staat in letzter Minute vor dem Bankrott bewahrt.

Einer der wichtigsten Punkte: Erstmals beteiligen sich private Gläubiger - Banken, Versicherungen und Hedgefonds - an der Rettung Griechenlands. Und sie üben sogar mehr Verzicht als ursprünglich geplant.

Der internationale Bankenverband IIF hatte sich in der Nacht zuvor stundenlang gegen eine stärkere Beteiligung gesträubt, dann aber doch noch zugestimmt. In einer Erklärung des Verbandes vom Dienstag heißt es, es handele sich "um die bisher größte Umstrukturierung von Staatsschulden". Das bisher noch nie dagewesene Paket zur Umschuldung spiegele "die außergewöhnlichen und einzigartigen Umstände" des Falles Griechenland wider. Der Verband empfahl allen Investoren eine "sorgfältige Prüfung" des Angebots zum Umtausch alter Anleihen in neue.

Mit ihrem Beitrag soll der gigantische Schuldenberg Athens schrumpfen. Das Minus soll von derzeit 160 Prozent der Wirtschaftskraft auf 120,5 Prozent im Jahr 2020 sinken. Insgesamt sieht das neue Hilfspaket dafür folgende Maßnahmen vor:

Griechenland muss im Gegenzug für das neue Rettungspaket weitgehende Zugeständnisse machen, dazu zählen:

Die endgültige Einigung steht allerdings noch aus, noch sind die Verhandlungen nicht vollständig beendet:

Zweifel an Rettungspaket

Die Einigung sorgte für unterschiedliche Reaktionen. Während die meisten Politiker sich zufrieden zeigten, reagierten Analysten und Börsianer verhalten. Finanzminister Wolfgang Schäuble sagte, das Ergebnis sei "zu verantworten". Athen könne nun "auf den nachhaltigen Pfad der Gesundung" kommen. Griechenlands Premierminister Loukas Papademos bejubelte einen "historischen Tag für die griechische Wirtschaft". Athens Finanzchef Evangelos Venizelos nannte das Ergebnis "besser, als geplant".

Der belgische Finanzminister Steven Vanackere begrüßte den Durchbruch bei den Verhandlungen. "Ich bin froh, dass wir eine Einigung haben", sagte er am Dienstagmorgen in Brüssel. Der Vorsitzende des Internationalen Bankenverbandes (IIF) sprach von einem "bedeutenden Schritt zur Umsetzung des Schuldenumtausches". Als IIF-Chef vertritt Charles Dallara die Privatgläubiger bei den Verhandlungen über das zweite Rettungspaket.

Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, beurteilt die Wirkung der neuen Milliardenhilfen dagegen skeptisch. "Ich bezweifle, ob das ausreicht", sagte er der "Passauer Neuen Presse". "Selbst der ursprünglich angestrebte Schuldenstand von 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2020 wäre noch doppelt so hoch, wie der Maastricht-Vertrag maximal erlaubt." Allein im vergangenen Jahr habe Griechenland neue Schulden in Höhe von fast zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts gemacht.

Auch die Troika aus EU-Kommission, IWF und EZB ist skeptisch. In ihrer Schuldenanalyse, die die Zeitung "Financial Times" in Auszügen im Internet veröffentlichte, wird vor einer Vertiefung der Rezession in Griechenland gewarnt. Würden sich notwendige Reformen und Privatisierungen weiter verzögern, drohe die Gesamtverschuldung Athens auch in acht Jahren noch bei 160 Prozent zu verharren, heißt es darin.

Der Euro Chart zeigen legte nach den ersten Meldungen schlagartig zu und stieg zeitweise auf mehr als 1,32 Dollar. Die Börsen in Asien drehten trotz der Einigung zunächst ins Minus. Der japanische Nikkei Chart zeigen und der Hongkonger Hang Seng Chart zeigen verloren jeweils leicht an Wert.

ssu/nck/dpa/Reuters/dapd

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insgesamt 212 Beiträge
1. Der
dondon71 21.02.2012
Albtraum hört nicht auf - es lebe die Demokratie und das Kapital, hurra!
Zitat von sysopEs ist die Entscheidung, auf die alle seit Wochen gewartet haben: Die Euro-Finanzminister haben nach Angaben von Diplomaten einem neuen Hilfskredit für Griechenland zugestimmt - quasi in letzter Minute, bevor dem Land das Geld ausgeht. Schuldenkrise: Euro-Finanzminister einigen sich auf Rettungspaket für Griechenland - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,816486,00.html)
Albtraum hört nicht auf - es lebe die Demokratie und das Kapital, hurra!
2. xxxx
snafu-d 21.02.2012
Diese Entscheidung fällt in voller Kenntniss der Tatsache, dass das Geld unwiederbringlich verloren sein wird. Ich hoffe, dass diese Kriminellen eines Tages dafür in angemessenem Rahmen zur Rechenschaft gezogen werden.
Zitat von sysopEs ist die Entscheidung, auf die alle seit Wochen gewartet haben: Die Euro-Finanzminister haben nach Angaben von Diplomaten einem neuen Hilfskredit für Griechenland zugestimmt - quasi in letzter Minute, bevor dem Land das Geld ausgeht. Schuldenkrise: Euro-Finanzminister einigen sich auf Rettungspaket für Griechenland - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,816486,00.html)
Diese Entscheidung fällt in voller Kenntniss der Tatsache, dass das Geld unwiederbringlich verloren sein wird. Ich hoffe, dass diese Kriminellen eines Tages dafür in angemessenem Rahmen zur Rechenschaft gezogen werden.
3. Zeitgewinn
heldenmut 21.02.2012
Das jetzt bewilligte Geld aus EuroTöpfen sehen wir nie wieder. Die Politiker wollten mit dieser Morgengabe Zeit gewinnen bis zu den nächsten Wahlen in Frankreicht, evtl. reicht es noch bis 2013 zu den Bundestagswahlen. Dann tut [...]
Zitat von sysopEs ist die Entscheidung, auf die alle seit Wochen gewartet haben: Die Euro-Finanzminister haben nach Angaben von Diplomaten einem neuen Hilfskredit für Griechenland zugestimmt - quasi in letzter Minute, bevor dem Land das Geld ausgeht. Schuldenkrise: Euro-Finanzminister einigen sich auf Hilfspaket für Griechenland - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,816486,00.html)
Das jetzt bewilligte Geld aus EuroTöpfen sehen wir nie wieder. Die Politiker wollten mit dieser Morgengabe Zeit gewinnen bis zu den nächsten Wahlen in Frankreicht, evtl. reicht es noch bis 2013 zu den Bundestagswahlen. Dann tut sich wieder das griechsiche Fass ohne Boden auf. Griechenland gibt permanent mehr Geld aus als es einnimmt. Da zeichnet sich keine Änderung ab, sie haben nun mal keine wettbewerbsfähige Industrie und die Inlandspreise sind dank Euro viel zu hoch. Da nutzt auch kein Marshallplan, das Geld verpufft wie die bereits bisher gezahlten 100 Mrd. Euro der EU. Das ist die bitterböse Wahrheit, die uns die Politik verschweigt. Ansonsten lese man das ausführliche Interview Prof. Sinns vom Ifo-Institut in der FAZ, gekürzte Fassung auch im gestrigen spiegel online.
4. Na, da sind wir aber alle ueberrascht....
Navium 21.02.2012
....das dieses Paket nun doch beschlossen wurde. Die Regisseure in Bruessel haben den Politikerschauspielern wohl auferlegt, es dieses mal besonders "dramatisch und eng" wirken zu lassen. Man will der [...]
Zitat von sysopEs ist die Entscheidung, auf die alle seit Wochen gewartet haben: Die Euro-Finanzminister haben nach Angaben von Diplomaten einem neuen Hilfskredit für Griechenland zugestimmt - quasi in letzter Minute, bevor dem Land das Geld ausgeht. Schuldenkrise: Euro-Finanzminister einigen sich auf Hilfspaket für Griechenland - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,816486,00.html)
....das dieses Paket nun doch beschlossen wurde. Die Regisseure in Bruessel haben den Politikerschauspielern wohl auferlegt, es dieses mal besonders "dramatisch und eng" wirken zu lassen. Man will der Oeffentlichkeit den Eindruck vermitteln, dass dort wirklich ernsthaft diskutiert wird (ich hoffe man versteht den zynischen Unterton in meinen Worten) Ich glaube, dass man dort reihenweise kalte Platten vernascht und Edelwaesserchen vertilgt und man eigentlich schon vom ersten Moment an wusste, dass das Paket beschlossen wird. Aber man kann so etwas ja auch gleich nutzen, um sich zu sozialisieren, sich gegenseitig auf die Schultern klopfen, ein paar Jokes von der Stange reissen usw. Nun sitzen wir da...das Schuldgeldsystem an sich wird einfach immer wieder geschuetzt, obwohl es wie der Neoliberalismus am Ende ist. Entweder zerreisst uns die Hyperinflation oder ein deflationaerer Kollaps Mal sehen was als naechstes kommt.
5. Wetten dass?
relativity 21.02.2012
In 8 Jahren steht Griechenland genau so da wie heute. Oder mit noch mehr Schulden. Top die Wette gilt.
In 8 Jahren steht Griechenland genau so da wie heute. Oder mit noch mehr Schulden. Top die Wette gilt.

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