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24.02.2012
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Branche unter Druck

Solarworld macht fast eine Viertel Milliarde Verlust

AP

Solarworld-Chef Asbeck: "Wir werden einen massiven Abbau von Arbeitsplätzen sehen"

Mieses Jahr für Solarworld: Der deutsche Solar-Pionier hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 233 Millionen Euro erlitten. Grund sind Wertberichtigungen auf technologisch überholte Produktionsanlagen und der Preisverfall bei Modulen.

Düsseldorf - Das von Frank Asbeck gegründete Unternehmen Solarworld gilt als eines der solidesten der Branche. Es macht inzwischen mehr als zwei Drittel seines Umsatzes im Ausland. Dennoch schockierte der Konzern die Börse am Donnerstagabend mit tiefroten Zahlen.

Hatte Solarworld 2010 noch ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 193 Millionen Euro erwirtschaftet, so machte das Unternehmen im vergangenen Jahr nach vorläufigen Zahlen einen Verlust von 233 Millionen Euro.

Ausschlaggebend seien vor allem Wertberichtigungen auf technologisch überholte Produktionsanlagen in einem Gesamtvolumen von rund 313 Millionen Euro gewesen teilte das Unternehmen mit. Doch auch bereinigt um diese Sondereffekte brach das operative Ergebnis (Ebit) um fast 90 Prozent auf rund 24 Millionen Euro ein.

Der Umsatz des Konzerns sank wegen der globalen Überkapazitäten und des damit verbundenen Preisverfalls um fast 20 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Die Menge der abgesetzten Wafer und Solarmodule schrumpfte um rund drei Prozent auf 794 Megawatt. Die Solarworld-Aktie verlor am Freitag zeitweise mehr als neun Prozent an Wert.

Wegen der geplanten Subventionskürzungen für Solarstrom droht der Branche nach Einschätzung von Solarworld-Chef, Frank Asbeck, eine Pleitewelle. Der Umfang der geplanten Einschnitte sei viel zu groß, sagte er dem "Handelsblatt". "Wir werden einen massiven Abbau von Arbeitsplätzen sehen. Zehntausende von Stellen stehen auf dem Spiel."

Die von Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) am Donnerstag vorgestellten Kürzungspläne seien nicht nachvollziehbar, sagte Asbeck. "Mit dem zu erwartenden Markteinbruch werden 30 Jahre Forschung und 15 Jahre Industriegeschichte ohne Not geopfert."

Die Branche haben den Fehler gemacht, aufrichtig zu sagen, welche Kürzungen sie mitgehen können, sagte Asbeck. "Da hat die Politik einen draufgesattelt und versetzt uns jetzt den Todesstoß."

ssu/dapd

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insgesamt 71 Beiträge
1. Was hat der vor Jahren aufgetragen
flower power 24.02.2012
....der war king of the wafer. nun kommen die chinesen und lachen sich kaputt.die politik hat einen weiteren sargnagel geschmiedet. so wird letztlich doch alles wieder siemens und einigen großen ( rwe.....) gehören. [...]
Zitat von sysopAPMieses Jahr für Solarworld: Der deutsche Solar-Pionier hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 233 Millionen Euro erlitten. Grund sind Wertberichtigungen auf technologisch überholte Produktionsanlagen und der Preisverfall bei Modulen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,817373,00.html
....der war king of the wafer. nun kommen die chinesen und lachen sich kaputt.die politik hat einen weiteren sargnagel geschmiedet. so wird letztlich doch alles wieder siemens und einigen großen ( rwe.....) gehören. unternehmertum in de lohnt eben nur für die großen reichen.
2.
unterländer 24.02.2012
In welchen Ländern die angeblich 10000e von Arbeitsplätzen durch die Solarförderungskürzung auf dem Spiel stehen, hat Herr Asbeck nicht gesagt. Aber Deutschland meint er wahrscheinlich nicht, angesichts der tatsächlichen [...]
Zitat von sysopAPMieses Jahr für Solarworld: Der deutsche Solar-Pionier hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 233 Millionen Euro erlitten. Grund sind Wertberichtigungen auf technologisch überholte Produktionsanlagen und der Preisverfall bei Modulen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,817373,00.html
In welchen Ländern die angeblich 10000e von Arbeitsplätzen durch die Solarförderungskürzung auf dem Spiel stehen, hat Herr Asbeck nicht gesagt. Aber Deutschland meint er wahrscheinlich nicht, angesichts der tatsächlichen Produktionsorte von derzeit verbauten Modulen.
3. Besser jetzt als später
Stelzi 24.02.2012
Besser die Subventionsblase platzt jetzt und erzwingt ein Umdenken in der Branche (wie nötig das ist, sieht man an Solarworld und dem Gesülze von Asbeck) als einfach weiter zu machen wie bisher, bis am Ende gar nichts mehr von [...]
Besser die Subventionsblase platzt jetzt und erzwingt ein Umdenken in der Branche (wie nötig das ist, sieht man an Solarworld und dem Gesülze von Asbeck) als einfach weiter zu machen wie bisher, bis am Ende gar nichts mehr von der Industrie in Deutschland übrig ist, weil sie links und rechts überholt wurde. Immerhin gibts ja keinen kalten Entzug vom süssen Subventionsgift!
4. Selbst wenn wir die Subventionen vervierfachen
ditor 24.02.2012
Selbst wenn wir die Subventionen vervierfachen würden, die Pleitewelle derjenigen die im Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mithalten können käme trotzdem.
Zitat von sysopAPMieses Jahr für Solarworld: Der deutsche Solar-Pionier hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 233 Millionen Euro erlitten. Grund sind Wertberichtigungen auf technologisch überholte Produktionsanlagen und der Preisverfall bei Modulen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,817373,00.html
Selbst wenn wir die Subventionen vervierfachen würden, die Pleitewelle derjenigen die im Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mithalten können käme trotzdem.
5. Dinosaurierpolitik
maipiu 24.02.2012
Ist wirklich traurig, wie die schwarz-gelbe Bundesregierung innovative Technologien abwürgt. Es wird noch soweit kommen, dass die herkömmlichen, mit fossilen Brennstoffen arbeitenden Energieerzeuger vor dem internationalen [...]
Ist wirklich traurig, wie die schwarz-gelbe Bundesregierung innovative Technologien abwürgt. Es wird noch soweit kommen, dass die herkömmlichen, mit fossilen Brennstoffen arbeitenden Energieerzeuger vor dem internationalen Wettbewerb geschützt werden. Wird Zeit, dass Angies Zeit abläuft, über den Zenit ist sie seit der von der FDP aufgezwungenen Entscheidung für Gauck.

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