05.03.2012
Arbeitskampf im Öffentlichen Dienst
Cebit droht Streikchaos
Hybridbus der Üstra: Entscheidung über Streik soll am Nachmittag fallen
Hannover - Die Gerüchte gibt es seit Tagen, nun wird es ernst: Am Montagnachmittag teilte die Gewerkschaft Ver.di mit, dass am Donnerstag in Hannover auch der öffentliche Nahverkehr bestreikt wird. Der Ausstand soll um drei Uhr morgens beginnen und den ganzen Tag dauern. Angesichts der Haltung der Arbeitgeber sehe man keine andere Möglichkeit, den Gehaltsforderungen Nachdruck zu verleihen, hieß es. Das bedeutet konkret: Ausgerechnet während der weltgrößten Computermesse Cebit könnte es in der niedersächsischen Landeshauptstadt zu einem Verkehrschaos kommen.
"Wir befördern am Tag 400.000 Menschen", sagte ein Sprecher der hannoverschen Verkehrsbetriebe Üstra. "Während der Cebit kommen noch mal rund 100.000 Personen dazu." Wenn die Gewerkschaft ihre Drohung ernst mache, wäre das "schlicht eine Katastrophe", so der Üstra-Sprecher. Einen Notfallplan gebe es nicht, sagte der Sprecher. "Wir haben keinen zweiten Verkehrsbetrieb in der Hinterhand, den wir mal eben mobilisieren können."
Mit den bundesweiten Warnstreiks will Ver.di der Forderung nach 6,5 Prozent mehr Gehalt im Öffentlichen Dienst Nachdruck verleihen. Die Arbeitgeber legten bei der ersten Verhandlungsrunde vergangene Woche kein Angebot vor und erklärten, die Gewerkschaft müsse ihre Forderungen herunterschrauben. Die zweite Runde der Tarifverhandlungen ist für den 12. und 13. März angesetzt.
Am Montag waren von Arbeitsniederlegungen vor allem Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland betroffen. In Frankfurt am Main etwa standen große Teile des Nahverkehrs still. Die Aktionen sollen Auftakt einer Protestwoche sein: Bundesweit müssen Kunden in den nächsten Tagen mit Einschränkungen im Öffentlichen Dienst rechnen. Am Dienstag soll es Warnstreiks im Süden Baden-Württembergs und in Mecklenburg-Vorpommern geben.
Die kommunalen Arbeitgeber kritisierten die Warnstreiks am Montag scharf. Der Protest sei eine Eskalation, die "in keiner Weise gerechtfertigt sei, kritisierte der Hauptgeschäftsführer der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Manfred Hoffmann.
cte/dpa
