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26.03.2012
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Obamas Wunschkandidat

Dr. Weltbank rappt für mehr Bildung

Foto: Dartmouth College

Jim Yong Kim ist nicht nur Obamas Kandidat für das Amt des Weltbank-Chefs - er tritt auch das Rap-Erbe von Dr. Alban an. Das zeigt ein Video, das seit seiner Nominierung durch die sozialen Medien geistert. 

Hamburg - Eine weiße, nietenbeschlagene Lederjacke, gekreuzte Neonstäbe an den Handgelenken, Balken-Sonnenbrille im Gesicht: Modisch gewagt war der Auftritt, den Jim Yong Kim vor gut einem Jahr hinlegte. Ebenso sein Robotertanz im Stroboskoplicht einer Bühne des Dartmouth-College, dessen Präsident Kim ist. Sein Rap über das Instrumental des Black-Eyed-Peas-Hits "The Time (Dirty Bit)" hatte allerdings schon skillz und flow.

Nun ist Kim seit Freitag nicht mehr nur Elite-Uni-Präsident. Barack Obama hat den 52-Jährigen zu seinem Wunschkandidaten für das Amt des Weltbank-Chefs gemacht (ein Kurzporträt lesen Sie hier). Vor seiner Nominierung war Kim fast nur in Akademikerkreisen bekannt. Dort machte er sich vor allem mit seinem Kampf gegen eine Tuberkulose-Epidemie in Peru und als Direktor der HIV-Abteilung der Weltgesundheitsorganisation einen Namen.

Nun plötzlich weiß die ganze Welt über Kims Ledersünden und Rap-Faible Bescheid. Dank sozialer Netzwerke: Das entsprechende Video bei YouTube, inklusive Klischee-Textzeilen wie "I came up here to rock" und "Make it hot", zählt mehr als 160.000 Abrufe.

Dass Polit- und Wirtschaftspromis ihre musikalische Seite offenbaren, scheint immer mehr zum Trend zu werden. Der US-Präsident geht gern mit Gesangseinlagen auf Stimmenfang. Vertreter der Finanzszene schreiben Karaoketexte gegen die Krise ("Papandreou, Papandreou, figaro"). Die Bonus-Ritter an der Wall Street dissen die Babysitting-Avancen von Finanzregulatoren ("CFTC, Why U Wanna Babysit Me").

Ein rappender Weltbank-Chef würde das Thema Selbst-PR durch Musik aber noch einmal auf eine neue Stufe stellen. Auch wenn der Mediziner Jim Yong Kim a.k.a. Dr. Weltbank ein klares popkulturelles Vorbild hat: den rappenden Zahnarzt Dr. Alban, der in den Neunzigern und Nullerjahren unter anderem gegen Drogen ("No Coke") und für Hedonismus ("Sing Hallelujah") rappte.

Fragt sich noch: Was kommt als Nächstes? Der "Guardian" schlägt vor: Karaoke mit IWF-Chefin Christine Lagarde. Vielleicht über den Queen-Song "Under Pressure".

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