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12.05.2012
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Drama in Athen

Bundesbankchef warnt Griechen vor Vertragsbruch

Regierungsbildung in Griechenland: Tragödie in drei Akten
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REUTERS

Es ist ein drastischer Appell an Athen: Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat die Griechen aufgefordert, ihre Verträge mit IWF und EU einzuhalten - sonst würden Finanzhilfen gestoppt. Am Freitag war auch der dritte Versuch zur Regierungsbildung geplatzt.

Athen/München - Die Lage in Griechenland wird immer dramatischer. Auch nach drei Anläufen konnten sich die Parteien am Freitag nicht auf eine neue Regierung einigen. Nun soll eine letzte Gesprächsrunde aller Parteichefs mit dem Präsidenten vielleicht noch die Wende bringen - sonst sind Neuwahlen unvermeidlich. Für diesen Fall hat Bundesbankpräsident Jens Weidmann eine deutliche Warnung nach Athen geschickt.

Griechenland müsse seine bestehenden Verträge mit dem IWF und der EU unbedingt einhalten - oder mit empfindlichen Konsequenzen rechnen. "Wenn Athen nicht zu seinem Wort steht, dann ist das eine demokratische Entscheidung", sagte Weidmann der "Süddeutschen Zeitung". Er spielte damit auf einen möglichen Erfolg der Syriza-Partei bei Neuwahlen an. Die Linksradikalen gelten als erklärte Gegner des bisherigen Sparkurses.

"Daraus folgt aber auch, dass die Grundlage für weitere Finanzhilfen entfällt", so der Chef der Bundesbank. Die Geberländer müssten sich gegenüber ihrer Bevölkerung rechtfertigen. Ein Austritt Griechenlands hätte für das Land "gravierendere Folgen als für den Rest der Euro-Zone", sagte Weidmann.

Das Ringen um eine funktionsfähige Regierung geht am Wochenende in die wohl letzte Runde. Noch am Samstag will der Vorsitzende der Sozialisten, Evangelos Venizelos, das Mandat zur Regierungsbildung zurückgeben. Ihm war es am Freitag nicht gelungen, zusammen mit den Konservativen, der kleinen Partei Demokratische Linke (Dimar) und den radikalen Linken ein tragfähiges Bündnis zu schmieden.

Die linksradikale Syriza-Partei hatte eine Beteiligung an einer neuen Regierung abgelehnt und damit Venizelos einen Korb gegeben. "Nicht die Syriza", sondern "das griechische Volk" sei angesichts des Wahlergebnisses gegen einen solchen Schritt, teilte Parteichef Alexis Tsipras am Freitag in Athen mit.

Vor Venizelos waren schon Versuche der konservativen Partei Nea Dimokratia und der Syriza gescheitert, die als Erst- und Zweitplatzierte bei der Parlamentswahl vom Sonntag das Vorrecht bei der Regierungsbildung hatten.

Den bei der Wahl am vergangenen Sonntag abgestraften einstigen Volksparteien - Pasok und ND - droht bei einer neuen Abstimmung weiterer Bedeutungsverlust. Nach jüngsten Umfragen dürfte das radikale Linksbündnis Syriza unter Tsipras den Sieg einfahren und die ND als stärkste Partei ablösen. An dem radikalen Kritiker des Sparkurses dürfte bei der Regierungsbildung dann kein Weg mehr vorbeiführen. Derzeit liegen die radikalen Linken in den Prognosen für Neuwahlen bei 23,8 Prozent und wären damit stärkste Partei.

Letzte Hoffnungen ruhen nun auf dem griechischen Staatspräsidenten Karolos Papoulias. Am Montag wird sich voraussichtlich entscheiden, ob die Bildung einer Pro-Euro-Regierung in Athen zustande kommt oder doch Neuwahlen nötig werden.

Schäuble und Schulz plädieren für weitere Hilfen

Trotz der Kritik an der schwierigen Regierungsbildung in Athen hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) weitere europäische Hilfen für Griechenland ausdrücklich nicht ausgeschlossen. "Wenn die Griechen eine Idee haben, was wir zusätzlich tun können, um das Wachstum zu fördern, kann man immer darüber sprechen und nachdenken", sagte Schäuble der "Welt am Sonntag".

Zugleich bestätigte er, dass sich die Bundesregierung auf einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone vorbereitet. "Wir können kein Land zwingen, im Euro zu bleiben. Natürlich wollen wir nicht, dass Griechenland aussteigt - ganz klar und ganz eindeutig."

Auch der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, sprach sich gegen einen Stopp der Rettungsmaßnahmen an das schuldengeplagte Land aus. "Wir wollen das Land mit den Hilfszahlungen stabilisieren und keinen Zusammenbruch auslösen, dessen Domino-Effekte wir nicht kennen", sagte der SPD-Politiker dem "Hamburger Abendblatt". Wenn die Menschen ihre Regierung abwählten, heiße das ja noch lange nicht, dass sie alle Maßnahmen der EU ablehnten, sagte Schulz. "

jok/dapd/dpa/Reuters

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insgesamt 179 Beiträge
1. .
kuddel37 12.05.2012
Die Griechen sollen ihre Verträge mit der EU einhalten, damit andere Länder weiter die EU Verträge (No-Bail-Out) brechen. Deutschland mus raus aus dieser EU und dem Euro, aber hoffentlich implodiert das ganze nun dank [...]
Zitat von sysopEs ist ein drastischer Appell an Athen: Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat die Griechen aufgefordert, ihre Verträge mit IWF und EU einzuhalten - sonst würden Finanzhilfen gestoppt. Am Freitag war auch der dritte Versuch zur Regierungsbildung geplatzt. Bundesbankpräsident Weidmann warnt Griechenland vor Vertragsbruch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,832772,00.html)
Die Griechen sollen ihre Verträge mit der EU einhalten, damit andere Länder weiter die EU Verträge (No-Bail-Out) brechen. Deutschland mus raus aus dieser EU und dem Euro, aber hoffentlich implodiert das ganze nun dank Griechenland.
2. egal was wer
einsteinalbert 12.05.2012
auch immer behauptet . . . . Griechenland ist nicht mehr zu retten. Wer sich schon mit gefälschten Zahlen in die EU einschmuggelte kann kein zuverlässiges Mitglied sein. Hat man denn immer noch nicht begriffen, dass selbst [...]
auch immer behauptet . . . . Griechenland ist nicht mehr zu retten. Wer sich schon mit gefälschten Zahlen in die EU einschmuggelte kann kein zuverlässiges Mitglied sein. Hat man denn immer noch nicht begriffen, dass selbst Milliarden Zahlungen an Griechenland nichts geholfen haben und auch mit weiteren Milliarden Euro ist Griechenland nicht mehr zu sanieren. Dort drohen schon wieder Neuwahlen, da es unmöglich scheint, eine Regierung zu bilden. Wenn die Linken in Griechenland eine satte Mehrheit bekommen würden, dann würde der Euro-Traum schnell plazen. Etwas besseres kann ich mir nicht vorstellen.
3. Wenn die Griechen eine Partei wählen die
mc6206 12.05.2012
gegen den Stabilitätspakt ist, dann wollen sie auch aus der EU heraus. Gar keine Frage. Und man sollte ihnen diesen Willen lassen. Demokratische Willensbildung. Schade aber jedes Volk entscheidet selbst über sein [...]
Zitat von sysopEs ist ein drastischer Appell an Athen: Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat die Griechen aufgefordert, ihre Verträge mit IWF und EU einzuhalten - sonst würden Finanzhilfen gestoppt. Am Freitag war auch der dritte Versuch zur Regierungsbildung geplatzt. Bundesbankpräsident Weidmann warnt Griechenland vor Vertragsbruch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,832772,00.html)
gegen den Stabilitätspakt ist, dann wollen sie auch aus der EU heraus. Gar keine Frage. Und man sollte ihnen diesen Willen lassen. Demokratische Willensbildung. Schade aber jedes Volk entscheidet selbst über sein Schicksal. Nach 20-30 Jahren von griechischer Selbstabschotting von Europa kann man ja wieder reden.
4. Nein, ALLE Maßnahmen
theodorheuss 12.05.2012
Wenn die Menschen ihre Regierung abwählten, heiße das ja noch lange nicht, dass sie alle Maßnahmen der EU ablehnten, sagte Schulz. " lehnt die Griechische Bevölkerung ja auch nicht ab, sondern nur die Spar und [...]
Zitat von sysopEs ist ein drastischer Appell an Athen: Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat die Griechen aufgefordert, ihre Verträge mit IWF und EU einzuhalten - sonst würden Finanzhilfen gestoppt. Am Freitag war auch der dritte Versuch zur Regierungsbildung geplatzt. Bundesbankpräsident Weidmann warnt Griechenland vor Vertragsbruch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,832772,00.html)
Wenn die Menschen ihre Regierung abwählten, heiße das ja noch lange nicht, dass sie alle Maßnahmen der EU ablehnten, sagte Schulz. " lehnt die Griechische Bevölkerung ja auch nicht ab, sondern nur die Spar und Reformpakete die mit den unendlichen Geldschwemmen in diesen Maroden Sumpf einhergehen. Das EU Steuerzahlergeld nimmt man gerne, gerne darfs da auch ein wenig mehr sein. Mit der Konsolidierung des kaputten Staatsapparates hat man es dagegen nicht so. Und so wählt die Bevölkerung halt jemanden der genau das verspricht, Spardiktat beenden, volle Gelder weiter kassieren. Und brüsten tut sich "der Linke" dann auch noch mit den Worten:" Die werden uns sowieso nicht fallen lassen weil sie nicht wissen was dann aus dem Euro und Europa wird". Solche Töne scheinen zu verfangen. Es bleibt spannend.
5. Tragödie oder Komödie?
analysatorveritas 12.05.2012
Welche ökonomischen Entwicklungsmöglichkeiten gibt es für Griechenland selbst, wenn es diese Sanierungsmaßnahmen durchführt und in der Eurozone verbleiben will, besser überhaupt kann? Die griechische Volkswirtschaft [...]
Zitat von sysopEs ist ein drastischer Appell an Athen: Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat die Griechen aufgefordert, ihre Verträge mit IWF und EU einzuhalten - sonst würden Finanzhilfen gestoppt. Am Freitag war auch der dritte Versuch zur Regierungsbildung geplatzt. Bundesbankpräsident Weidmann warnt Griechenland vor Vertragsbruch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,832772,00.html)
Welche ökonomischen Entwicklungsmöglichkeiten gibt es für Griechenland selbst, wenn es diese Sanierungsmaßnahmen durchführt und in der Eurozone verbleiben will, besser überhaupt kann? Die griechische Volkswirtschaft befindet sich seit einigen Jahren in einer sehr starken und anhaltenden Abschwungphase. Die Arbeitslosigkeiten steigen, eine sich verstärkende Kaptialflucht wird durch die zahlreichen verdeckten und versteckten Finanzhilfen der EZB finanziert. Die Basis für binnenwirtschaftliche Ersatz- und Neuinvestitionen erodiert. Griechenland selbst ist innerhalb dieser gemeinsamen Währungszone nicht ökonomisch und technologisch wettbewerbs- und leistungsfähig. Die bisherigen "Rettungsmaßnahmen" dienten in erster Linie dazu, ausfallgefährdete Anlagen (vornehmlich griechische Staatsanleihen) zu retten, indem man diese monetarisiert, vergemeinschaftlicht und sozialisiert hat. Leider ist Griechenland nur ein kleiner "Wackelkandidat" von noch viel größeren Europroblemvolkswirtschaften. Auch deren Probleme sind gravierend und kurzfristig kaum zu lösen. Auch nicht mit den bisher durchgeführten zahlreichen Maßnahmen à la Target 2, EFSF, ESM, Aufkauf von Staatsanleihen, LTRO, ELA, SMP, Niedrigstzinssatz. Die ökonomischen Divergenzen zwischen den einzelnen Eurovolkswirtschaften können so niemals in eine Konvergenz münden. Die Weichwährungs-, Inflations- und Transferunion hat leider schon begonnen. Die ursprünglichen Zielsetzungen der gemeinsamen stabilitätsorientierten Währungsunion sind so nicht mehr zu erfüllen. Einige Fakten und fachliche Analysen dazu: Währungsexperte Hankel: "Der Euro droht zum Transfer-Rubel zu werden" - Europa - Politik - Wirtschaftswoche (http://www.wiwo.de/politik/europa/waehrungsexperte-hankel-der-euro-droht-zum-transfer-rubel-zu-werden/6365064.html) Ökonomen warnen: Ungleichgewicht durch Target-2 - Europa - Politik - Wirtschaftswoche (http://www.wiwo.de/politik/europa/oekonomen-warnen-ungleichgewicht-durch-target-2/6529978-2.html) Schuldenkrise: Die Trickkiste der Gelddrucker - Europa - Politik - Wirtschaftswoche (http://www.wiwo.de/politik/europa/schuldenkrise-die-trickkiste-der-gelddrucker/6589466.html) Deutschland: Target2 Saldo auf Allzeithoch mit 644,182 Mrd. Euro » Querschuesse (http://www.querschuesse.de/deutschland-target2-saldo-auf-allzeithoch-mit-644182-mrd-euro/) Wilhelm Nölling - Auswirkungen der Euro-Währungsunion - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=FqoJzcb6dxM)

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