25.05.2012
Weibliche Führungskräfte
Merkel und Seehofer einigen sich auf Flexi-Quote
Merkel, Seehofer: Kompromissangebot an die FDP
Hamburg - Kanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer wollen im Gesetz eine flexible Frauenquote für Unternehmen festschreiben. Auf diesen Schritt haben sich nach SPIEGEL-Informationen die CDU-Vorsitzende Merkel und Seehofer in einem vertraulichen Gespräch verständigt.
Zum Hintergrund: In den Führungsetagen der meisten deutschen Unternehmen herrscht akuter Frauenmangel. Bei den 200 deutschen Top-Konzernen waren im vergangenen Jahr nur drei Prozent der Vorstände weiblich. Trotz einiger prominenter Zugänge in den vergangenen eineinhalb Jahren hat sich die Lage kaum verbessert. In der Politik ist daher seit längerem ein Streit im Gange, wie man mehr Frauen in Spitzenpositionen bringen kann. EU-Kommissarin Viviane Reding etwa droht seit längerem mit einem europaweiten Gesetz, das den Firmen feste Frauenquoten vorschreibt.
Die sogenannte Flexi-Quote lehnt dagegen feste Quoten strikt ab. Sie sieht vor, dass Unternehmen sich selbst ein Ziel für die Förderung von Frauen in Führungspositionen setzen. Die Quote muss aber öffentlich ausgewiesen werden und darf nicht nachträglich nach unten korrigiert werden. Wenn ein Unternehmen dieses Ziel verfehlt, können Sanktionen - zum Beispiel Geldbußen - verhängt werden. Die Idee zur Flexi-Quote stammt von Familienministerin Kristina Schröder (CDU).
Merkel und Seehofer wollen mit ihrer Einigung zum einen den Unmut der Frauen in der Unionsfraktion dämpfen, die sich gegen das von der CSU geforderte Betreuungsgeld wenden. Zum anderen sehen sie in der Flexi-Quote ein Kompromissangebot an die FDP. Die Liberalen sind strikt gegen eine feste Quote für Frauen in Führungspositionen, wie sie unter anderem Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) fordert. Auch Seehofer hat in internen Gesprächen deutlich gemacht, dass er für eine feste Quote keine Mehrheit in seiner Partei sieht.
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