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04.06.2012
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Euro-Krise

Deutschland schnürt Wachstumspaket für Europa

Spanische Proteste: Jeder zweite junge Bürger hat keinen Job
REUTERS

Spanische Proteste: Jeder zweite junge Bürger hat keinen Job

Die Bundesregierung ändert ihre Strategie im Kampf gegen die Euro-Krise: Berichten zufolge will sie ihre strikten Sparvorgaben für hochverschuldete Euro-Länder um Maßnahmen zur Wachstumsförderung ergänzen - und drängt auf eine enger abgestimmte Wirtschafts- und Finanzpolitik.

Berlin - Sparen allein wird die Euro-Krise nicht lösen - diese Erkenntnis setzt sich offenbar bei der deutschen Bundesregierung durch: Sie plant demnach ein umfassendes Wachstumskonzept, um die Wirtschaft in der EU wieder anzukurbeln. Das berichten die Nachrichtenagentur Reuters und das "Handelsblatt" übereinstimmend unter Berufung auf ein Regierungsdokument.

Das Konzept trägt demnach den Titel "Mehr Wachstum für Europa: Beschäftigung - Investitionen - Innovationen". Es soll vergangenen Freitag zwischen Kanzleramt, Finanz-, Wirtschafts- und Außenministerium abgestimmt worden sein. Über die Arbeiten an einem Wachstumskonzept hatte der SPIEGEL bereits zuvor berichtet. In dem nun abgestimmten Papier finden sich unter anderem folgende Vorschläge:

In dem Konzept werde noch eine Fülle weiterer Vorschläge gemacht, wie Wachstum und Beschäftigung in der EU gefördert werden können, berichtet Reuters. Es diene als Grundlage für die Gespräche mit der Opposition über die Ratifizierung des Fiskalpakts und des dauerhaften Euro-Rettungsschirms ESM. SPD und Grüne hatten verstärkte Wachstumsanstrengungen zur Bedingung für eine Zustimmung gemacht. Auch Frankreichs Präsident François Hollande macht sich dafür stark.

Der Entwurf für das Wachstumskonzept zeigt, dass sich in der Bundesregierung allmählich die Erkenntnis durchsetzt, dass Sparprogramme und Rettungsschirme für den Erhalt der Euro-Zone nicht ausreichen. Zwei Jahre lang konnte Deutschland so tun, als hätte es mit der Euro-Krise nur am Rande zu tun. Die Wirtschaft blühte, die Arbeitslosenzahlen sanken. Doch die Euro-Krise verschlimmert sich stetig.

Die Krisen in immer mehr Euro-Ländern bedrohen inzwischen auch den deutschen Aufschwung. In Schwellenländern wie China, Indien, Brasilien oder Russland, in die Deutschland seine Waren exportiert, kühlt sich das Wachstum ebenfalls ab. Die Einkaufsmanager der Unternehmen berichten in Umfragen deshalb schon seit Monaten von schlechten Aussichten - und im Mai brach mit dem Ifo-Index erstmals seit einem halben Jahr auch das wichtigste Konjunkturbarometer der deutschen Wirtschaft ein. Das alles beunruhigt die Märkte - und so schloss der Deutsche Leitindex Dax am Montag erstmals seit Jahresbeginn unter die Marke von 6000 Punkten.

Entsprechend groß ist der Leidensdruck der Bundesregierung, viel weiter reichende politische Schritte zu machen als bislang. Dazu gehört neben Wachstumsmaßnahmen vor allem die Tatsache, dass Deutschland bald noch mehr nationale Macht in Richtung Brüssel abgeben muss.

ssu/Reuters

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insgesamt 66 Beiträge
1.
RogerRabit1962 04.06.2012
Alles dazu ist schon hundertemale gesagt, aber wird nicht berücksichtigt. Wenn Inflationspolitik zu Wohlstand führen würde, dann wäre Griechenland zu Zeiten der Drachme die am stärksten wachsende Wirtschaft gewesen. Erst [...]
Zitat von sysopDie Bundesregierung ändert ihre Strategie im Kampf gegen die Euro-Krise: Berichten zufolge will sie ihre strikten Sparvorgaben für hochverschuldete Euro-Länder um Maßnahmen zur Wachstumsförderung ergänzen - und drängt auf eine enger abgestimmte Wirtschafts- und Finanzpolitik. Deutschland schnürt Wachstumspaket für Europa - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,836953,00.html)
Alles dazu ist schon hundertemale gesagt, aber wird nicht berücksichtigt. Wenn Inflationspolitik zu Wohlstand führen würde, dann wäre Griechenland zu Zeiten der Drachme die am stärksten wachsende Wirtschaft gewesen. Erst die Hartwährung hat das Wirtschafts"wunder" in Griechenland gebracht. Da man aber vergessen hat, dass eine Hartwährung auch eine untersetzende Lohn und Haushaltspolitik benötigt, wurde der klassische Boom und Bust Zyklus ausgelöst. Die Keynsianer werden nun wieder brüllen, aber die Volkswirtschaft lässt sich nicht betrügen.
2. :/
gewgaw 04.06.2012
"Entsprechend groß ist der Leidensdruck der Bundesregierung, viel weiter reichende politische Schritte zu machen als bislang. Dazu gehört neben Wachstumsmaßnahmen vor allem die Tatsache, dass Deutschland bald noch mehr [...]
"Entsprechend groß ist der Leidensdruck der Bundesregierung, viel weiter reichende politische Schritte zu machen als bislang. Dazu gehört neben Wachstumsmaßnahmen vor allem die Tatsache, dass Deutschland bald noch mehr nationale Macht in Richtung Brüssel abgeben muss." Was soll dieses verklausulierte Geschreibsel? Wenn Sie für Eurobonds sind, dann schreiben Sie das auch direkt. Haben Sie schon griechische, spanische, portugiesische Staatsanleihen gekauft - wahrscheinlich nicht, oder?
3.
marthaimschnee 04.06.2012
Das wirklich geniale an Födergeldern: Es gibt bereits einen Überschuß an rumliegenden, nicht abgerufenen Geldern, weil diese normalerweise an Eigenmittel gekoppelt sind, die gerade die betroffenen Staaten in der Regel gar nicht [...]
Das wirklich geniale an Födergeldern: Es gibt bereits einen Überschuß an rumliegenden, nicht abgerufenen Geldern, weil diese normalerweise an Eigenmittel gekoppelt sind, die gerade die betroffenen Staaten in der Regel gar nicht aufbringen können.
4.
homersimpson75 04.06.2012
Vollkommen richtig. Es war sehr löblich, daß die Bundesregierung bisher dem Geschrei nach Konjunkturprogrammen widerstanden hatte. Jetzt wird passieren, was immer passiert: Ein konjunkturelles Strohfeuer und dann noch mehr [...]
Zitat von RogerRabit1962Alles dazu ist schon hundertemale gesagt, aber wird nicht berücksichtigt. Wenn Inflationspolitik zu Wohlstand führen würde, dann wäre Griechenland zu Zeiten der Drachme die am stärksten wachsende Wirtschaft gewesen. Erst die Hartwährung hat das Wirtschafts"wunder" in Griechenland gebracht. Da man aber vergessen hat, dass eine Hartwährung auch eine untersetzende Lohn und Haushaltspolitik benötigt, wurde der klassische Boom und Bust Zyklus ausgelöst. Die Keynsianer werden nun wieder brüllen, aber die Volkswirtschaft lässt sich nicht betrügen.
Vollkommen richtig. Es war sehr löblich, daß die Bundesregierung bisher dem Geschrei nach Konjunkturprogrammen widerstanden hatte. Jetzt wird passieren, was immer passiert: Ein konjunkturelles Strohfeuer und dann noch mehr Schulden. Fight of the Century: Keynes vs. Hayek Round Two - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=GTQnarzmTOc)
5.
Thorsten_Barcelona 04.06.2012
Etwas spät kommt die Einsicht, aber wenigstens kommt sie. Die Mischung aus Sparen, Effizienzerhöhung und Impulse ist das einzige was vielleicht noch helfen kann.
Etwas spät kommt die Einsicht, aber wenigstens kommt sie. Die Mischung aus Sparen, Effizienzerhöhung und Impulse ist das einzige was vielleicht noch helfen kann.

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