31.07.2012
Quote bei 10,8 Prozent
Arbeitslosigkeit in Italien steigt dramatisch
Arbeitssuchende in Spanien: Keine Erholung in den Krisenländern
Luxemburg/Rom - Die Zahl der Arbeitslosen in der Euro-Zone hat im Juni einen neuen Höchststand erreicht. 17,8 Millionen Menschen waren ohne Job, teilte die EU-Statistikbehörde am Dienstag mit. Das entspricht einer Quote von 11,2 Prozent. Im Juni wurden 123.000 mehr Arbeitslose gezählt als im Vormonat. Bei den Menschen unter 25 Jahren war mehr als jeder Fünfte ohne Job (22,4 Prozent in der Euro-Zone, 22,6 Prozent in allen EU-Ländern).
In Spanien liegt die Arbeitslosenquote bei 24,8 Prozent, in Griechenland laut Zahlen vom April bei 22,5 Prozent. Damit weisen die beiden Krisenländer den höchsten Stand bei der Erwerbslosenquote auf.
Auch in Italien hat sich die Lage verschlechtert. Dort ist die Arbeitslosigkeit auf den höchsten Stand seit mindestens acht Jahren gestiegen. Im Juni kletterte die um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Quote auf 10,8 Prozent, wie aus offiziellen Daten vom Dienstag hervorgeht. Es ist der höchste Wert seit Einführung der monatlichen saisonbereinigten Daten 2004 und seit Beginn der Quartalszahlen-Statistik 1999.
Knapp 2,8 Millionen Menschen waren im Juni in Italien ohne Arbeit. Innerhalb eines Jahres sei die Arbeitslosigkeit um 37,5 Prozent hochgeschnellt, erklärten die Statistiker. Sie zählten in diesem Zeitraum 761.000 Erwerbslose mehr. Allein zwischen Mai und Juni kamen den Angaben zufolge 73.000 Arbeitslose hinzu. Bei den 15- bis 24-Jährigen liegt der Anteil der Arbeitslosen bei 34,3 Prozent. Mehr als 600.000 Menschen in dieser Altersgruppe suchen einen Job. Italiens Wirtschaft schrumpft seit Sommer 2011 Der Internationale Währungsfonds sagt dem Land für 2012 einen Konjunktureinbruch von knapp zwei Prozent voraus.
Deutschlands Jobwunder schwächelt
In Deutschland hat sich der Aufschwung auf dem Jobmarkt zwar abgeschwächt, dennoch gibt es hier so wenig Arbeitslose wie in kaum einem anderen Land der Euro-Zone. Mit einer EU-Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent rangiert Deutschland nun gleichauf mit Luxemburg auf dem dritten Platz, wie die EU-Statistikbehörde mitteilte. Weniger Arbeitslose gab es nach den aktuellsten Daten vom Juni nur noch in den Niederlanden (5,1 Prozent) und Österreich (4,5 Prozent).
Die Europäische Union berechnet die Arbeitslosigkeit nach anderen Kriterien als die deutsche Bundesagentur für Arbeit (BA). Deshalb weichen die EU-Angaben von denen aus Deutschland ab. Laut BA ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli um 67.000 auf 2,876 Millionen gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt damit nach deutscher Berechnung bei 6,8 Prozent. Damit waren im Juli immer zwar noch rund 63.000 Menschen weniger arbeitslos als vor einem Jahr. Doch es mehren sich die Zeichen, dass es nicht immer so positiv weitergeht.
mmq/dpa
