Lade Daten...
08.08.2012
Schrift:
-
+

Überprüfung

Jede zehnte griechische Rente geht an unbekannt

Griechische Rentner in Athen: Jede zehnte Zahlung geht an unbekannte Empfänger
AP

Griechische Rentner in Athen: Jede zehnte Zahlung geht an unbekannte Empfänger

Die Behörden in Griechenland überprüfen dubiose Rentenzahlungen. Jüngstes Ergebnis: Für jede zehnte Rente können sie nicht sicher feststellen, ob sie rechtmäßig ist und an wen sie ausgezahlt wird. Jetzt soll erneut kontrolliert werden.

Athen - Die Überprüfung der griechischen Rentenzahlungen scheint eine echte Sisyphusarbeit zu sein. Nachdem die Regierung schon im Frühjahr unberechtigte Zahlungen an mehr als 200.000 Griechen gestoppt hatte, finden sich offenbar immer neue Verdachtsfälle. Für jede zehnte Rente könnten die Behörden nicht sicher feststellen, ob sie rechtmäßig ist und an wen sie genau ausgezahlt wird, sagte der Chef der Behörde, die die Bücher der Rentenkassen prüft, im griechischen Radio. Um wie viele Fälle es insgesamt geht, sagte er nicht.

Neue Kontrollen sollten nun klären, "was Sache ist", hieß es. Nach einer Verordnung des Arbeitsministeriums müssen alle Rentenkassen bis zum 17. August detaillierte Listen mit den Renten vorlegen, bei denen es Zweifel gibt. Im April wurde bekannt, dass viele Familien Renten beziehen, obwohl die eigentlichen Empfänger längst gestorben sind.

Unterdessen ordnete die Staatsanwaltschaft von Athen umfangreiche Kontrollen in allen Regionen des Landes an. Alle diejenigen, die sich Renten oder Zuschüsse erschleichen, sollten sofort zur Rechenschaft gezogen werden, berichtete das griechische Fernsehen unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen richten sich nicht nur gegen die Bezieher von Renten und Zulagen, sondern auch gegen Kassenangestellte und Ärzte, die für die Bewilligung verantwortlich waren. Neben Einsparungen erhofft man sich auch Einnahmen durch mögliche Rückzahlungen.

Die Behörden nehmen außerdem auch angeblich Blinde ins Visier. Kontrolleure haben auf der Ionischen Insel Zakynthos festgestellt, dass statt angeblich 700 tatsächlich nur 60 Bewohner blind waren. Zu ähnlichen Ergebnissen kam es auch auf der Insel Chios im östlichen Mittelmeer.

nck/dpa

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 129 Beiträge
1. Zynismus ist auch eine Erfindung der alten Griechen?
kantundco 08.08.2012
Deshalb hier mein sehr simpler Lösungsvorschlag: - Renten nicht auszahlen. - Warten bis sich jemand beschwert. - Überprüfen, ob überhaupt ein Anspruch besteht bzw. die Person noch nicht über den Styx gefahren ist.
Deshalb hier mein sehr simpler Lösungsvorschlag: - Renten nicht auszahlen. - Warten bis sich jemand beschwert. - Überprüfen, ob überhaupt ein Anspruch besteht bzw. die Person noch nicht über den Styx gefahren ist.
2. was da los ?
ludwigmvdr 08.08.2012
...irgendwie möchte man dazu seine Meinung eigentlich gar nicht äussern :(
...irgendwie möchte man dazu seine Meinung eigentlich gar nicht äussern :(
3. Zahlung einfach aussetzen
77records 08.08.2012
Wenn die Rente zu Recht bezogen wird, wird sich schon jemand melden. Dann können auch die fehlenden Daten ergänzt werden. Sonst Bewilligenden und Empfänger bekannt machen und in Regress nehmen.
Wenn die Rente zu Recht bezogen wird, wird sich schon jemand melden. Dann können auch die fehlenden Daten ergänzt werden. Sonst Bewilligenden und Empfänger bekannt machen und in Regress nehmen.
4. Tipp
GerwinZwo 08.08.2012
Vielleicht sollte man damit beginnen, die Kontoinhaber zu überprüfen, auf deren Konto die Rente überwiesen wird. Deren Name könnte dann schonmal mit dem angeblichen Rentenberechtigten abgeglichen werden. Oder werden in [...]
Zitat von sysopDie Behörden in Griechenland überprüfen dubiose Rentenzahlungen. Jüngstes Ergebnis: Für jede zehnte Rente können sie nicht sicher feststellen, ob sie rechtmäßig ist und an wen sie ausgezahlt wird. Jetzt soll erneut kontrolliert werden. Griechenland: Jede zehnte Rente wird an Unbekannte gezahlt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,848916,00.html)
Vielleicht sollte man damit beginnen, die Kontoinhaber zu überprüfen, auf deren Konto die Rente überwiesen wird. Deren Name könnte dann schonmal mit dem angeblichen Rentenberechtigten abgeglichen werden. Oder werden in Griechenland Renten auf anonyme Konten überwiesen oder per Boten überbracht?
5. Oh je
FrankH 08.08.2012
Einerseits ist da heftiges Kopfschütteln angesagt. Andererseits könnte man auch sagen, das ist der Griechen Bier und deren Sache, wie sie damit umgehen. Da aber mein Steuergeld dorthingepumpt bzw. als Sicherheit für deren [...]
Zitat von sysopDie Behörden in Griechenland überprüfen dubiose Rentenzahlungen. Jüngstes Ergebnis: Für jede zehnte Rente können sie nicht sicher feststellen, ob sie rechtmäßig ist und an wen sie ausgezahlt wird. Jetzt soll erneut kontrolliert werden. Griechenland: Jede zehnte Rente wird an Unbekannte gezahlt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,848916,00.html)
Einerseits ist da heftiges Kopfschütteln angesagt. Andererseits könnte man auch sagen, das ist der Griechen Bier und deren Sache, wie sie damit umgehen. Da aber mein Steuergeld dorthingepumpt bzw. als Sicherheit für deren Haushalt dient, darf man mal höflich fragen, was wir noch alles finanzieren wollen? Wann verdammt nochmal gibt es eine Volksabstimmung darüber, wie mit "Europa", dem Euro etc. weiter verfahren wird? Bundestagswahl 2013? Tritt da bitte mal jemand an, der sagt, dass die Party in Griechenland (Italien, Spanien) eine Ende hat bzw. diese Länder in Zukunft ihre Party selbst finanzieren? Jede Bank hätte mir meinen Privatkredit schon lange gekündigt (obwohl sie ja auch von den Zinsen profitieren - soviel gleich zum Thema, das Deutschland ja auch angeblich von dem ganzen system profitiert), wenn ich der Bank nicht mal in Ansätzen erklären kann, wohin meine Gelder so fließen. 2013 wird meine Stimme definitiv nur jemand bekommen, der diesen Kreditwahnsinn stoppt!!!

Empfehlen

MEHR AUF SPIEGEL ONLINE

Verwandte Themen

Artikel

News verfolgen

Lassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter RSS
alles zum Thema Finanzkrise in Griechenland
RSS
Top

© SPIEGEL ONLINE 2013 Alle Rechte vorbehalten