10.08.2012
Zur Schuldentilgung
Bürger spenden Schäuble 165.000 Euro
Finanzminister Wolfgang Schäuble: Freude über spendable Bürger
Berlin - Viele Bundesbürger jammern über hohe Steuern und Sozialabgaben und schimpfen über die Geldverschwendung der Behörden. Aber es gibt auch Bürger, die freiwillig etwas drauflegen, damit der Finanzminister die Staatschulden tilgen kann. Durch solche Spenden konnte der Bund seine Verbindlichkeiten seit 2006 um 165.489,35 Euro senken.
Das Finanzministerium nennt die Zahlungen nicht Spenden, sondern "freiwillige Geldleistungen Dritter". Das Geld können die Spender nicht einmal von der Steuer absetzen. Die Zuwendungen können seit 2006 auf ein Konto bei der Bundesbank eingezahlt werden. Verbucht wird das Geld im Bundeshaushalt im Einzelplan 32. Es wird zweckgebunden zur Schuldentilgung verwendet.
Allerdings können die Spenden nicht die Sparbemühungen der Regierung ersetzen. Deutschland steht nämlich mit 1,3 Billionen Euro in der Kreide. Hinzu kommt: Betrachten man die Zahlungen verteilt auf die Jahre seit 2006, dann ist eine eher geringer werdende Spendenbereitschaft zu erkennen.
2006 gingen laut Finanzministerium 25.043,63 Euro auf das Konto ein, im Jahr 2007 waren es nur 114 Euro. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 und 2009 wollte niemand für den Bund spenden. 2010 waren die Bürger wieder großzügiger und zahlten den bisherigen Rekordwert von 110.771,45 Euro ein. Im vergangenen Jahr waren es dann nur 24.755,14 Euro. Im laufenden Jahr wurden bisher 4805,13 Euro eingezahlt.
Wer Geld zum Abbau der Schuldenlast einzahlt, ist nicht bekannt. Es handle sich um eher kleinere Einzahlungen - durchschnittlich zwischen fünf und 20 Euro, erläuterte das Ministerium. In seltenen Fällen seien es auch mehr als 100 Euro und manchmal auch nur ein Cent.
mmq/dpa
