15.11.2012
Griechenland
Merkel verurteilt Attacke auf Generalkonsul
Berlin - Kanzlerin Angela Merkel hat die gewalttätigen Proteste von Demonstranten im nordgriechischen Thessaloniki verurteilt. "Gewalt ist kein Mittel der Auseinandersetzung", sagte Merkel am Donnerstag nach einem Treffen mit dem französischen Premier Jean-Marc Ayrault in Berlin. Selbstverständlich müsse es aber möglich sein, friedlich zu protestieren.
Am Rande eines Treffens deutscher und griechischer Bürgermeister hatten Demonstranten dem deutschen Generalkonsul in Thessaloniki, Wolfgang Hoelscher-Obermaier, Kaffee entgegengeschleudert. Er flüchtete unter Polizeischutz. Die Lage entspannte sich am Nachmittag, verletzt wurde nach Krankenhausangaben niemand. Das Treffen der Kommunalpolitiker konnte stattfinden.
"Jeder hat das Recht zu demonstrieren", erklärte Hans-Joachim Fuchtel (CDU), Griechenland-Beauftragter der Kanzlerin, dem griechischen Staatsradio zufolge. Der griechische Innenminister Evripidis Stylianidis verurteilte die Gewalt. "Gewalttaten [...] gefährden jede Bemühung, das Land wieder auf die Beine zu stellen", sagte er im Fernsehen. Hoelscher-Obermaier führte die Ausschreitungen auf Missverständnisse am Vortag zurück.
Fuchtel hatte am Mittwoch mit folgendem Satz für Aufsehen gesorgt: "Für eine Arbeit, die in deutschen Kommunen tausend Beschäftigte erledigen, braucht man 3000 Griechen." Fuchtel ruderte danach zurück. Er habe es nicht so gemeint, wie es einige hätten verstehen wollen. Er habe viele tüchtige Arbeitnehmer in griechischen Kommunen kennengelernt. Generalkonsul Hoelscher-Obermaier sagte, die deutsch-griechische Kooperation von Kommunalpolitikern schaffe täglich "3000 neue Freundschaften".
cte/dpa


