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17.11.2012
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Abgetauchter Florian Homm

US-Börsenaufsicht will 56 Millionen Dollar von Hedgefondsmanager

Getty Images

Ein Buch, Interviews im Verborgenen und die Sehnsucht zurückzukehren: Während Hedgefondsmanager Florian Homm sein Comeback vorbereitet, meldet die US-Börsenaufsicht SEC Ansprüche an. Sie fordert von ihm einem Bericht zufolge 56 Millionen Dollar - wegen Aktienbetrugs.

Düsseldorf - Er war ein Gesicht des kalten Finanzkapitalismus: 2007 tauchte der Hedgefondsmanager Florian Homm unter, frühere Geschäftspartner setzten ein Kopfgeld auf ihn aus. Seit Wochen bereitet Homm sein Comeback vor, gibt Interviews, erzählt von Flucht und Abenteuersucht. Vielleicht überlegt er es sich jetzt noch einmal anders: Die US-Börsenaufsicht SEC fordert von ihm einem Bericht zufolge wegen Aktienbetrugs 56 Millionen Dollar (44 Millionen Euro).

Die SEC habe am 31. Oktober bei einem Gericht in Kalifornien ein Versäumnisurteil beantragt, weil sich Homm zur einer 2011 eingereichten Klage nie geäußert habe, berichtet die "Wirtschaftswoche". Er solle 24,9 Millionen Dollar Betrugsgewinn und 6,1 Millionen Dollar Zinsen zurückzahlen sowie 24,9 Millionen Dollar Zivilstrafe entrichten.

Die SEC beschuldigt Homm dem Bericht zufolge des Aktienbetrugs und des Betrugs als Investmentberater der Hedgefonds, die von seiner Fondsholding Absolute Capital Management geführt wurden. Demnach solle er mit Hilfe einer Brokerfirma, die ihm zur Hälfte gehörte, Hunderte von Handelsgeschäften manipuliert und die Performance seiner Fonds künstlich verbessert haben.

Ist die US-Justiz zuständig?

Homm sagte der "Wirtschaftswoche", er "streite die Vorwürfe insgesamt ab". Sein Anwalt bestritt vor Gericht die Zuständigkeit der US-Justiz, weil Homm Deutscher ist und dessen Hedgefonds auf den Cayman Islands registriert waren.

Für seine Rückkehr in ein "normales" Leben hat Homm ein Buch geschrieben: "Kopf, Geld, Jagd". Darin zeichnet Homm das Leben eines Mannes, der das Abenteuer suchte und das große Geld - der dabei stets an den Grenzen der Legalität entlangschrammte und die der Moral regelmäßig überschritt.

Zudem hat der 53-Jährige eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt. Das Geld soll bekommen, wer ihm hilft, die Auftraggeber zu finden, die hinter dem Kopfgeld stecken. SPIEGEL ONLINE zeigte das Video exklusiv.

jjc/dapd

Forum

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insgesamt 6 Beiträge
1. nichtmal ignorieren...
zynik 17.11.2012
Comeback? Mal ernsthaft: Warum kann man diese moralischen und intellektuellen Minderleister nicht einfach ignorieren und sie der Justiz bzw. ihren ehemaligen "Freunden" überlassen? Wegen ein paar nullen mehr auf [...]
Zitat von sysopGetty ImagesEin Buch, Interviews im Verborgenen und die Sehnsucht zurückzukehren: Während Hedgefondsmanager Florian Homm sein Comeback vorbereitet, meldet die US-Börsenaufsicht SEC Ansprüche. Sie fordert von ihm einem Bericht zufolge 56 Millionen Dollar - wegen Aktienbetruges. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/homm-us-boersenaufsicht-will-56-millionen-dollar-a-867795.html
Comeback? Mal ernsthaft: Warum kann man diese moralischen und intellektuellen Minderleister nicht einfach ignorieren und sie der Justiz bzw. ihren ehemaligen "Freunden" überlassen? Wegen ein paar nullen mehr auf dem Kontoauszug? Da ist die Autobiographie eines Zuhälters interessanter als die PR dieses Gernegroß.
2. 10000 Euro was für ein Geizhals
schandmaul1000 17.11.2012
hoffen Sie ,das unter den von Ihnen Betrogenen keine zu nachtragenden Ganoven aus der Abteilung Koks & Co sind.
hoffen Sie ,das unter den von Ihnen Betrogenen keine zu nachtragenden Ganoven aus der Abteilung Koks & Co sind.
3. Homm, Bauernopfer und Sündenbock für die Schafe
spon-facebook-10000051328 17.11.2012
In den deutschen Haupt-TV-Sendern Medien wird uns die heutige Finanz- und Wirtschafts-Situation immer noch als eine (fast) heile Welt vorgegaukelt. Soagr ´´Böse Jungs´´ werden präsentiert. In Radio-Sendern (teilweise auch [...]
In den deutschen Haupt-TV-Sendern Medien wird uns die heutige Finanz- und Wirtschafts-Situation immer noch als eine (fast) heile Welt vorgegaukelt. Soagr ´´Böse Jungs´´ werden präsentiert. In Radio-Sendern (teilweise auch in den TV-Sendern „arte“ und „3sat“) berichtet man zunehmend über eine völlig andere Finanz- und Wirtschafts-Welt. zitiert nachfolgend aus einigen jüngsten Produktionen von SWR/SR/DLF/BR „Die Finanzwelt hat inzwischen das Kommando über die Politik übernommen und bestimmt teilweise sogar unser Schicksal.” Die Menschen wurden gezwungen, Dinge zu tun, die sie von sich aus gar nicht wollten: Sparen für die Banken etwa oder Steuererleichterungen für die Reichen mitzutragen. Es handelt sich dabei nicht um eine Verschwörung, sondern die Akteure sind klar erkennbar: Sie gehören der Vereinigung “International Swaps and Derivatives Association” (ISDA) an.“ Die ISDA ist eine 1985 gegründete Vereinigung der weltgrößten Banken und Spekulationshäuser, bestehend aus 834 Firmen aus 57 Ländern. ISDA - International Swaps and Derivatives Association, Inc. (http://www2.isda.org/) Eduard Reuter, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Daimler-Benz AG, sagt u.a. zur derzeitigen globalen Finanzkrise: „Natürlich sind die Krisen, die wir jetzt erleben, es sind ja viele Krisen, die sind natürlich nicht sozusagen vom lieben Gott uns verordnet worden als Strafe oder anonym über uns gekommen, natürlich haben da Auslöser eine Rolle gespielt. Diese Auslöser, das sind sehr oft einzelne Menschen, es sind sehr oft menschliche Institutionen, ob das Banken oder Hedge Fonds oder was auch immer sind. Dass die Finanzindustrie oder die Finanzwelt inzwischen das Kommando über die Politik übernommen hat, über unser Schicksal übernommen hat, ist natürlich der Fall. Und insofern ist das Terror in dem Sinne dass er die Menschen zu Dingen zwingt, die sie eigentlich gar nicht wollten.“ „Es ist ein Gremium der Gewinner, die sich den Kuchen der öffentlichen Subventionen aufteilten.“ Der Ökonom Thorsten Lampe spricht von einem ökonomischen Putsch: „Die Akteure aus Wirtschaft und Finanzwelt benötigten dafür auch Militärs, um ihre Politik durchzusetzen oder unliebsame beziehungsweise ausgediente Politiker auszutauschen. Mit abgesprochenen, gezielten Spekulationsattacken auf ganze Volkswirtschaften und auf Währungen wie den Euro bringen sie heute Regierungen zu Fall und hebeln die Demokratien aus.“ „Das Wichtigste ist, d. man d. Art von Politik als alternativlos darstellen und verkaufen muss. Das kann man am besten tun, indem politische Akteure verschiedener Couleur nacheinander an die Macht kommen und letztendlich aber mehr oder weniger das gleiche Konzept verfolgen müssen, vielleicht auch wenn sie vorher etwas anderes gesagt haben, und somit also dann eine Entmutigung der zivilgesellschaftlichen Kräfte stattfindet. Ob ich nun CDU oder SPD oder was auch immer wähle, wird sich hier wirtschaftspolitisch allzu viel ändern?“ Der Jurist Bernd Schünemann meint: „Dahinter verbirgt sich ein kriminelles System. Das System ist in sich wertezerstörend und nicht, was die Volkswirtschaft eigentlich soll, werteschaffend.”
4.
ehf 17.11.2012
Er sollte sich stellen. Im amerikanischen Knast wird er dann jahrzehntelang sicher sein vor seinen Häschern.
Er sollte sich stellen. Im amerikanischen Knast wird er dann jahrzehntelang sicher sein vor seinen Häschern.
5. Ist der auf PR Tour für sein Buch?
sniffydog1 18.11.2012
Schade wäre es sicher nicht,wenn sich jemand das Kopfgeld verdient hätte,aber die US Finanzaufsicht ist auch nicht ohne.Vielleicht findet sich ja noch ein Richter,der diesem Nichtsnutz auf die Finger klopft.
Schade wäre es sicher nicht,wenn sich jemand das Kopfgeld verdient hätte,aber die US Finanzaufsicht ist auch nicht ohne.Vielleicht findet sich ja noch ein Richter,der diesem Nichtsnutz auf die Finger klopft.

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