26.11.2012
Altersbezüge
Dickes Plus für deutsche Rentner
Seniorentag in Hamburg: Deutlich mehr Geld für Rentner
Berlin - Es wäre die größte Steigerung der Altersbezüge seit langer Zeit: Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf den bisher unveröffentlichten Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung berichtet, sollen die Renten in den kommenden vier Jahren im Westen um 8,27 Prozent steigen, im Osten sogar um 11,01 Prozent.
Bis 2016 dürften die Altersbezüge jedes Jahr deutlich zulegen: Ost-Rentner sollen im kommenden Jahr mit 3,49 Prozent das höchste Plus seit 1997 bekommen. Im Westen gibt es demnach im kommenden Jahr zwar nur ein Prozent mehr, 2015 stiegen die Bezüge mit 2,55 Prozent so stark wie zuletzt 1993.
Der Zeitung zufolge prognostiziert die Bundesregierung in ihrem Bericht, der am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll, für 2014 eine Rentensteigerung von 2,33 Prozent im Westen und von 2,4 Prozent im Osten. Im Jahr darauf sollen die Renten in Westdeutschland um 2,55 Prozent angehoben werden, in Ostdeutschland um 2,65 Prozent. 2016 soll es in den alten Bundesländern 2,39 Prozent mehr Rente geben, in den neuen 2,47 Prozent mehr.
Die sogenannte Eckrente nach 45 Jahren Durchschnittsverdienst solle im kommenden Jahr bei 1276 Euro liegen und das Rentenniveau bei 48,9 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns, schrieb die Zeitung weiter. Im Rentenbericht 2006 habe die Bundesregierung für 2013 noch eine Rente von 1212 Euro und ein Niveau von 48 Prozent prognostiziert.
Am Wochenende hatte die SPD auf einem kleinen Parteitag in Berlin ein nach langer interner Debatte zustande gekommenes Rentenkonzept verabschiedet. Es sieht zweistellige Milliardenbeträge bis 2030 vor, um Rentner vor Altersarmut zu schützen. Das Konzept beinhaltet unter anderem eine Mindestrente von 850 Euro monatlich für langjährig Versicherte.
Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, der diese Nachbesserungen an früheren Regierungsentscheidungen der SPD mitträgt, warf Union und FDP vor, Horrorzahlen über die Kosten des SPD-Konzepts zu verbreiten. Der CDU-Arbeitsmarktexperte Karl Schiewerling hatte das Konzept als nicht finanzierbar kritisiert - bis 2030 werde es "deutlich mehr als 50 Milliarden Euro kosten".
nck/dapd/Reuters
