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30.11.2012
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Razzia bei Ex-HSH-Chef

Ministerin will Nonnenmachers Abfindung prüfen lassen

dapd

Ex-HSH-Chef Nonnenmacher: Razzia wegen des Verdachts auf Untreue

Die Razzia bei Dirk Jens Nonnenmacher könnte für den Manager finanzielle Folgen haben. Schleswig-Holsteins Finanzministerin Heinold fordert HSH-Aufsichtsratschef Kopper auf, die Millionenabfindung für den Ex-Bankchef erneut zu prüfen. Dafür bleiben gerade mal noch zwei Wochen Zeit.

Hamburg - Die schleswig-holsteinische Landesregierung reagiert auf die Razzia bei Dirk Jens Nonnenmacher. Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) sagte SPIEGEL ONLINE, sie fordere HSH-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper auf, zu prüfen, "ob sich neue Erkenntnisse im Sinne der Regelungen des Aufhebungsvertrages zwischen der HSH Nordbank und Herrn Professor Nonnenmacher ergeben". Sollte dies der Fall sein, erwarte die Ministerin, dass der Aufsichtsrat vor dem Fristablauf am 15. Dezember "alle Maßnahmen ergreift, um die Abfindung von Nonnenmacher zurückfordern zu können".

Nonnenmacher hatte bei seinem Ausscheiden bei der HSH vier Millionen Euro kassiert. Der Abfindungsvertrag sieht vor, dass Nonnenmacher das Geld behalten kann, wenn er nicht vor dem 15. Dezember 2012 strafrechtlich verurteilt wird.

Die Staatsanwaltschaft Kiel hatte am Mittwoch in Frankfurt und Hamburg die Wohnungen des Ex-HSH-Chefs Nonnenmacher durchsucht. Sie ermittelt gegen den Manager wegen falscher Verdächtigung durch Unterlassen sowie wegen Untreue.

Hintergrund ist der Rauswurf seines früheren Vorstandskollegen Frank Roth im April 2009. Roth war seinerzeit fristlos mit der Begründung gefeuert worden, er habe Bankinterna an die Presse durchgesteckt. Die dazu von der Bank unter Nonnenmacher vorgelegten angeblichen Beweise stellten sich bald danach allerdings als fingiert heraus, die Bank musste Roth vollständig rehabilitieren und mit einer Millionensumme entschädigen.

Auf der Suche nach den Drahtziehern der mutmaßlichen Intrige wird neben dem früheren Justiziar der Bank, Wolfgang Gößmann, nun auch Nonnenmacher als Beschuldigter geführt. Offenbar haben sich bei der Auswertung von Computerfestplatten, die bei der damals für die Bank arbeitenden Sicherheitsfirma Prevent beschlagnahmt wurden, neue Erkenntnisse ergeben. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft könnte Nonnenmacher von der falschen Verdächtigung gewusst und nichts dagegen unternommen haben.

Der Vorwurf der Untreue ergibt sich aus Zahlungen, welche die Bank für Tätigkeiten von Prevent im Zusammenhang mit dem Roth-Rauswurf geleistet haben soll. Nonnenmachers Anwalt teilte mit, er könne zu dem Vorgang nichts sagen. Ex-Justiziar Gößmann hatte die Vorwürfe stets bestritten, ebenso die inzwischen insolvente Prevent.

Nonnenmacher wird damit nun schon in zwei Verfahren als Beschuldigter geführt. Wegen seiner Beteiligung an einem millionenschweren Verlustgeschäft für die Bank namens Omega hat die Staatsanwaltschaft Hamburg schon vor rund einem Jahr Anklage gegen Nonnenmacher und fünf weitere Ex-Manager der Bank erhoben.

Sollte Nonnenmacher in Kiel angeklagt werden, will sein ehemaliger Vorstandskollege Roth nach Auskunft seines Sprechers dem Prozess als Nebenkläger beitreten. Vorbereitet darauf ist er offenbar schon. "Es wäre übertrieben zu behaupten, dass Frank Roth die jüngsten Erkenntnisse der Kieler Staatsanwaltschaft überrascht hätten", sagte der Sprecher.

cte/jda/jsc

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insgesamt 30 Beiträge
1. Das nennt man denn wohl Aktionismus in Grün
EchoRomeo 30.11.2012
Aber wer eine Kinder- und Altenpflegerin zur Finanzministerin macht, der muß mit allem rechnen.
Aber wer eine Kinder- und Altenpflegerin zur Finanzministerin macht, der muß mit allem rechnen.
2. Die 2 Wochen...
heavenstown 30.11.2012
die werden dch auch noch tatenlos vorbei gehen...
die werden dch auch noch tatenlos vorbei gehen...
3. Niemals!
unixv 30.11.2012
Wird dem Nonnenmacher auch nur das geringste passieren, die zwei Wochen wird da noch gemauschelt und geschreddert! Ich glaube nicht das der so blöde ist, lug und trug allein durchzuziehen, da hängt noch wie bei unserem [...]
Wird dem Nonnenmacher auch nur das geringste passieren, die zwei Wochen wird da noch gemauschelt und geschreddert! Ich glaube nicht das der so blöde ist, lug und trug allein durchzuziehen, da hängt noch wie bei unserem LuXusSchnäpchenJäger Wulf ein ganzer Rattenschwanz dran! Da traut sich kein Staatsanwalt mehr ran, zwei Wochen ..................> Dann kann er seine fetten Boni genießen und alles ist vergessen, wie bei Wulf!
4. ....
nurmalso2011 30.11.2012
Der größte Verbrecher ist m.E. doch Kopper, der seinem Günstling eine Vereinbarung vorlegte, die ihm Zucker in den Arsch blies. Warum der noch als Aussichtsratsvorsitzende tragbar ist, ist die eigentliche Frage.
Der größte Verbrecher ist m.E. doch Kopper, der seinem Günstling eine Vereinbarung vorlegte, die ihm Zucker in den Arsch blies. Warum der noch als Aussichtsratsvorsitzende tragbar ist, ist die eigentliche Frage.
5.
Battlemonk 30.11.2012
ja das ist schon bedenklich aber die grünen wurden leider demokratisch gewählt und besseres personal bekommen die nicht eigentlich kein wunder die partei ist spaßfeindlich, männerfeindlich, fortschrittsfeindlich und [...]
Zitat von EchoRomeoAber wer eine Kinder- und Altenpflegerin zur Finanzministerin macht, der muß mit allem rechnen.
ja das ist schon bedenklich aber die grünen wurden leider demokratisch gewählt und besseres personal bekommen die nicht eigentlich kein wunder die partei ist spaßfeindlich, männerfeindlich, fortschrittsfeindlich und wirtschaftsfeindlich dagegen sind die linken richtig pragmatisch

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