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12.12.2012
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Werbung für Elbvertiefung

Weltgrößtes Containerschiff läuft Hamburg an

dapd

Nächtliche Premiere in Hamburg: Erstmals hat das weltgrößte Containerschiff einen Hafen in Deutschland angelaufen. Die Ankunft des Riesenfrachters soll wohl auch Kritiker der umstrittenen Elbvertiefung beeindrucken.

Hamburg - Trotz eisiger Kälte fanden sich zahlreiche Schaulustige am Elbstrand ein: Erstmals hat das größte Containerschiff der Welt mit Hamburg einen deutschen Hafen angelaufen. In der Nacht zum Mittwoch schob sich die "CMA CGM Marco Polo" mit der Flutwelle die Elbe hinauf und erreichte gegen 3.45 Uhr das Hafengebiet.

Das Schiff ist 396 Meter lang und 54 Meter breit. Es ist damit größer als ein Flugzeugträger der US-Marine. Auf den Frachter passen 16.000 Standardcontainer (TEU). In Hamburg wird das Schiff aber nur rund 4000 Container umschlagen, also ein Viertel seines Fassungsvermögens. Denn mit mehr Fracht würde die "Marco Polo" in der zu flachen Elbe steckenbleiben.

Die Ankunft des Schiffs wird auch als Werbeaktion für die umstrittene Elbvertiefung genutzt. So hatte eine Sprecherin von Hafen Hamburg Marketing bereits bei der Ankündigung des Frachters betont, damit Schiffe dieser Größe voll beladen nach Hamburg kommen können, müsste die Elbe vertieft werden.

Auch die chinesische Großreederei China Shipping erklärte kürzlich, angesichts der immer größeren Schiffe sei es für die Wettbewerbsfähigkeit Hamburgs wichtig, wie tief das Wasser ist. Wegen der Verzögerungen bei der Elbvertiefung weiche man bereits auf andere europäische Häfen wie Rotterdam aus.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gab jüngst einem Eilantrag von Umweltschützern gegen die Elbvertiefung statt. Seitdem ist das 400 Millionen Euro teure Projekt vorerst gestoppt. Die Umweltschützer befürchten unter anderem höhere Sturmfluten. Hafenwirtschaft und Reeder sehen wegen der Entscheidung den größten deutschen Hafen auf lange Sicht von der Schiffsentwicklung abgekoppelt.

Ankunft des Schiffs war eine logistische Herausforderung

Die Ankunft der "Marco Polo" war für die Besatzung und die Lotsen eine Herausforderung. Sie hatten während der Scheitelwelle der Flut nur wenig Zeit, um den Giganten auf der Elbe zu drehen, deren Fahrrinne nur wenig breiter als das Schiff lang ist. Anschließend wurde es an einen geschützten Liegeplatz am Burchardkai bugsiert. Das Schiff passierte zunächst die Einfahrt zum Waltershofer Hafen und wurde dann rückwärts von mehreren Schleppern ins Hafenbecken gezogen.

Am Donnerstag gegen 23 Uhr soll der Frachter nach den bisherigen Planungen wieder ablegen und elbabwärts die Reise nach Asien antreten. Das Schiff wird in die Liniendienste der französischen Reederei CMA CGM zwischen Europa und Asien eingegliedert und künftig regelmäßig den Hamburger Hafen anlaufen.

Lange wird die "Marco Polo" den Titel als weltgrößtes Containerschiff nicht halten können. In Korea entstehen für die Maersk-Reederei bereits die ersten Schiffe mit einer Kapazität von 18.000 Standardcontainern, die im kommenden Jahr in Dienst gestellt werden. Reeder schließen selbst Frachter mit 20.000 Containern nicht mehr aus. Ihr Kalkül: Je größer das Schiff, umso niedriger sind die Transportkosten pro Container. Denn Kostentreiber wie Spritverbrauch oder Besatzung wachsen langsamer als die Schiffsgröße.

Die großen Frachter pendeln meist zwischen Europa und China und schaffen vor allem Konsumartikel aus Asien nach Europa. In umgekehrter Richtung gibt es deutlich weniger Fracht, etwa Maschinen, Autos und Ersatzteile.

mmq/dpa/dapd

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insgesamt 117 Beiträge
1.
uezegei 12.12.2012
Mann mit weltgrößten Füßen besucht Deutschland - ein Plädoyer zur bundesweiten Bürgersteigverbreiterung... Diese Gigantomanie kann man sich sparen. Deutschland hat einen Tiefseehafen, die Ausbaggerung der Elbe ist [...]
Mann mit weltgrößten Füßen besucht Deutschland - ein Plädoyer zur bundesweiten Bürgersteigverbreiterung... Diese Gigantomanie kann man sich sparen. Deutschland hat einen Tiefseehafen, die Ausbaggerung der Elbe ist ökonomischer und ökologischer Unsinn, oder will man aus dem Fluss eine neue Meeresbucht machen?
2. Elbvertiefung unnötig
SirLurchi 12.12.2012
Wenn man sich die Fotos dieses offensichtlich nur teilbeladenen Frachters anschaut, stellt man sich verwundert die Frage, warum dieser nicht in den Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven eingelaufen ist. - Was das an Zeit und Geld [...]
Zitat von sysopdapdGroße nächtliche Aufregung in Hamburg: Erstmals hat das weltgrößte Containerschiff einen Hafen in Deutschland angelaufen. Die Ankunft des Riesenfrachters soll wohl auch Kritiker der umstrittenen Elbvertiefung beeindrucken. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/pr-fuer-elbvertiefung-groesstes-containerschiff-laeuft-hamburger-hafen-an-a-872373.html
Wenn man sich die Fotos dieses offensichtlich nur teilbeladenen Frachters anschaut, stellt man sich verwundert die Frage, warum dieser nicht in den Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven eingelaufen ist. - Was das an Zeit und Geld gespart hätte ...
3.
loops-2000 12.12.2012
Die Elbvertiefung hätte man schon längst machen sollen. Stattdessen Jahrelange Diskussionen...
Die Elbvertiefung hätte man schon längst machen sollen. Stattdessen Jahrelange Diskussionen...
4. Steuereinnahmen für Hamburg
widower+2 12.12.2012
Darum geht es zumindest langfristig. Das ist wieder mal ein typischer Auswuchs des Föderalismus. Der Hafen ist für Hamburg von überragender Bedeutung. Gäbe es ein einziges Nordbundesland oder gar keine Bundesländer mehr, [...]
Zitat von SirLurchiWenn man sich die Fotos dieses offensichtlich nur teilbeladenen Frachters anschaut, stellt man sich verwundert die Frage, warum dieser nicht in den Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven eingelaufen ist. - Was das an Zeit und Geld gespart hätte ...
Darum geht es zumindest langfristig. Das ist wieder mal ein typischer Auswuchs des Föderalismus. Der Hafen ist für Hamburg von überragender Bedeutung. Gäbe es ein einziges Nordbundesland oder gar keine Bundesländer mehr, hätte der Pott garantiert den Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven angelaufen. Dort herrscht zwar bisher gähnende Leere, es wird aber bereits der weitere Ausbau geplant. Dieser Ausbau plus Elbvertiefung wäre wohl selbst für Deutschland eine neue Dimension der Verschwendung von Steuergeldern.
5. Bildauswahl
BanchevMedon 12.12.2012
Bild Nr. 4 ist wirklich ein stimmungsvolles Foto. Es zeigt allerdings nicht die CMA CGM Marco Polo.
Bild Nr. 4 ist wirklich ein stimmungsvolles Foto. Es zeigt allerdings nicht die CMA CGM Marco Polo.

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