Lade Daten...
20.12.2012
Schrift:
-
+

ICE und NYSE

US-Börsen planen Milliardendeal

SPIEGEL ONLINE

Sitz der NYSE: Pro Aktie werden 33 Dollar geboten

Die Übernahme der Frankfurter Börse platzte - jetzt sucht die US-Rohstoffbörse ICE ihr Glück in der Heimat. Für gut acht Milliarden Dollar will sie die New Yorker NYSE Euronext übernehmen. So entstünde der weltweit größte Börsenbetreiber.

New York - Unter den US-Börsen bahnt sich eine Milliardenübernahme an: Die Rohstoffbörse Intercontinental Exchange (ICE) will den Börsenbetreiber NYSE Euronext Chart zeigen für rund 8,2 Milliarden US-Dollar kaufen. Das teilte ICE am Donnerstag mit. Je Aktie betrage der Kaufpreis 33,12 Dollar. Bezahlen will die Rohstoffbörse den Zukauf mit einer Kombination aus Barmitteln und bestehenden Krediten.

Mit der Übernahme von ICE entstünde der weltweit größte Börsenbetreiber. Die NYSE hat derzeit eine Marktkapitalisierung von 5,8 Milliarden Dollar. Das Unternehmen betreibt nicht nur die Börse in New York, sondern auch die Marktplätze für Aktien und Derivate in Belgien, Frankreich, den Niederlanden und Portugal.

Die ICE ist auf den elektronischen Handel mit Optionen und Terminkontrakten vor allem für Rohstoffe spezialisiert. Eine Übernahme würde ihr den Zugang zum Terminmarkt ermöglichen, da die NYSE auch die Terminbörse Liffe in London betreibt.

Ursprünglich wollte die Nyse mit der Deutschen Börse Chart zeigen in Frankfurt fusionieren und so den weltgrößten Finanzhandelsplatz schaffen. Die ICE versuchte die Fusion zusammen mit der Technologiebörse Nasdaq durch eine Gegenofferte für die New Yorker zu verhindern.

Letztlich scheiterte die Megafusion von NYSE und Deutscher Börse am Veto der EU-Kommission. Die Deutsche Börse hat nach eigenem Bekunden die Lust auf große Übernahmen verloren und will sich stattdessen auf internationale Partnerschaften und Kooperationen fokussieren.

dab/dpa/Reuters/AFP

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 2 Beiträge
1.
uezegei 20.12.2012
Das ist doch einmal eine gute Nachricht. Die Vergangenheit hat gezeigt, und die gegenwärtig guten Zeiten, in denen wir leben, dass es für die Gesellschaft nur von Vorteil ist, wenn mächtige Finanzkonglomerate entstehen. Man [...]
Das ist doch einmal eine gute Nachricht. Die Vergangenheit hat gezeigt, und die gegenwärtig guten Zeiten, in denen wir leben, dass es für die Gesellschaft nur von Vorteil ist, wenn mächtige Finanzkonglomerate entstehen. Man sollte das fördern, vielleicht durch Steuererleichterungen oder staatlichen Zuschüssen.
2. Alles hat Konsequenzen
dunnhaupt 21.12.2012
Mit dieser Übernahme wird Frankfurt mehr und mehr isoliert, denn auch Paris, Amsterdam, Lissabon und Brüssel gehören mit zu dieser Fusion.
Mit dieser Übernahme wird Frankfurt mehr und mehr isoliert, denn auch Paris, Amsterdam, Lissabon und Brüssel gehören mit zu dieser Fusion.

MEHR AUF SPIEGEL ONLINE

Artikel

News verfolgen

Lassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter RSS
alles zum Thema NYSE Euronext
RSS
Rubriken

© SPIEGEL ONLINE 2014 Alle Rechte vorbehalten