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04.01.2013
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155.000 neue Stellen

Nur leichte Entspannung am US-Arbeitsmarkt

DPA

Arbeitssuchende bei Jobmesse in New York (Archivbild): Zu wenig Stellen

Die US-Wirtschaft hat im Dezember überraschend viele neue Stellen geschaffen. Doch die Arbeitslosenquote stagniert bei 7,8 Prozent. Noch immer sind viel mehr Amerikaner arbeitslos, als die Gesellschaft verkraften kann.

Washington/Frankfurt - Die Lage am amerikanischen Arbeitsmarkt entspannt sich nur leicht. Wie das Arbeitsministerium am Freitag bekanntgab, wurden im Dezember 155.000 neue Stellen geschaffen. Die Arbeitslosenquote stagnierte bei 7,8 Prozent. Nach wie vor seien 12,2 Millionen Amerikaner auf der Suche nach einem Job.

Der Stellenzuwachs im Dezember fiel etwas kleiner aus als noch im November, aber etwas größer, als von Experten erwartet. Die meisten neuen Stellen seien im Gesundheitssektor, im Gaststättengewerbe sowie in der Industrie und im Bau geschaffen worden, hieß es.

Die Arbeitslosenquote liegt seit September zwar auf dem niedrigsten Stand seit dem Amtsantritt von Präsident Barack Obama - allerdings auch deutlich über dem Schnitt der vergangenen 60 Jahre, der rund sechs Prozent beträgt. Weil es in den USA keine vergleichbare Unterstützung wie etwa in Deutschland gibt, werden hohe Arbeitslosenquoten schnell zu einem gesellschaftlichen Problem.

Auch die Notenbank Fed sorgt sich um die schwache Entwicklung. Fed-Chef Ben Bernanke rechnet für die nächsten Monate nicht mit einer umfassenden Wende. Andere Experten sind ebenfalls skeptisch: "Unsere Wirtschaft wächst, aber sie boomt nicht", sagt Ökonom Jim O'Sullivan von High Frequency Economics. Genau das wäre aber notwendig, um die Arbeitslosigkeit signifikant zu senken.

stk/dpa/AFP/Reuters

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insgesamt 4 Beiträge
1. Nachfrage
Progressor 04.01.2013
Warum werten die USA ihre Währung nicht einfach ab um so ihre Exporte anzukurbeln? Das ist eines der letzten echten Fragen die ich zur Makroökonomie habe.
Warum werten die USA ihre Währung nicht einfach ab um so ihre Exporte anzukurbeln? Das ist eines der letzten echten Fragen die ich zur Makroökonomie habe.
2. Böses Erwachen…
Dr. Kilad 04.01.2013
Die USA waren immer stolz auf ihren geringen Kündigungsschutz, der nicht nur Entlassung, sondern auch Neueinstellungen gefördert haben soll. Dies stellt sich nun - nicht ganz - zufällig immer mehr als Trugschluss heraus. Zwar [...]
Die USA waren immer stolz auf ihren geringen Kündigungsschutz, der nicht nur Entlassung, sondern auch Neueinstellungen gefördert haben soll. Dies stellt sich nun - nicht ganz - zufällig immer mehr als Trugschluss heraus. Zwar kennt die USA nicht die Langzeitarbeitslosen, wie bei uns. Dafür war die Bewegung RAUS dem Arbeitsmarkt und irgendwann wieder REIN in dem Arbeitsmarkt, in den USA immer sehr dynamisch und sparte Ausgabe für soziale Sicherungssysteme. Dieses Zeitalter geht wohl nun eindeutig zu ende. Auch in den USA wird es sich wohl länger realisieren lassen, dass bei soviel Reichtum Armut und Erwerbslosigkeit immer mehr den Ton ergeben. Der Traum vom funktionierenden amerikanischen Kapitalismus ist wohl ausgeträumt. Da hilft auch kein Obama.
3. Makroökonomie
besserbescheidwisser 04.01.2013
Das machen sie doch schon lange in dem sie massenhaft Staatsanleihen aufkaufen und die Zinsen niedrig halten, aber solange auch die EU, Japan, China und Japan ihre Währungen künstlich abwerten, haben die Bemühungen der [...]
Zitat von ProgressorWarum werten die USA ihre Währung nicht einfach ab um so ihre Exporte anzukurbeln? Das ist eines der letzten echten Fragen die ich zur Makroökonomie habe.
Das machen sie doch schon lange in dem sie massenhaft Staatsanleihen aufkaufen und die Zinsen niedrig halten, aber solange auch die EU, Japan, China und Japan ihre Währungen künstlich abwerten, haben die Bemühungen der Amerikaner nur begrenzten Erfolg. Außerdem darf man nicht vergessen, dass die Niedrigzinspolitik der USA eine der Hauptursachen für die Immobilienblase und die darauf folgende Weltwirtschaftskriese war. Ich hoffe Ihre Wissensbestrebungen in Sachen Makroökonomie damit befriedigt zu haben.
4. Amerikanischer Kapitalismus
besserbescheidwisser 04.01.2013
Und was folgt auf den Amerikanischen Kapitalismus? So wie es zur Zeit aussieht, der Chinesische, Russische oder Indische Kapitalismus. Mir persönlich wäre es lieber das Amerikanische Modell würde sich noch für ein [...]
Zitat von Dr. KiladDie USA waren immer stolz auf ihren geringen Kündigungsschutz, der nicht nur Entlassung, sondern auch Neueinstellungen gefördert haben soll. Dies stellt sich nun - nicht ganz - zufällig immer mehr als Trugschluss heraus. Zwar kennt die USA nicht die Langzeitarbeitslosen, wie bei uns. Dafür war die Bewegung RAUS dem Arbeitsmarkt und irgendwann wieder REIN in dem Arbeitsmarkt, in den USA immer sehr dynamisch und sparte Ausgabe für soziale Sicherungssysteme. Dieses Zeitalter geht wohl nun eindeutig zu ende. Auch in den USA wird es sich wohl länger realisieren lassen, dass bei soviel Reichtum Armut und Erwerbslosigkeit immer mehr den Ton ergeben. Der Traum vom funktionierenden amerikanischen Kapitalismus ist wohl ausgeträumt. Da hilft auch kein Obama.
Und was folgt auf den Amerikanischen Kapitalismus? So wie es zur Zeit aussieht, der Chinesische, Russische oder Indische Kapitalismus. Mir persönlich wäre es lieber das Amerikanische Modell würde sich noch für ein paar Jahre durchsetzen.

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