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17.01.2013
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BGH-Urteil

Anleger können Klage gegen Rating-Agentur einreichen

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Lehman-Brothers-Logo: Signalwirkung für 50.000 Anleger in Deutschland

Für deutsche Lehman-Anleger wäre dies der Durchbruch: Vor Gerichten in Deutschland darf Klage gegen die US-Agentur Standard & Poor's eingereicht werden, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs.

Frankfurt am Main - Für die etwa 50.000 Anleger, die ihr Geld durch die Anlage in Zertifikate der Pleite-Bank Lehman Brothers verloren haben, wäre dieser Rechtsspruch eine deutliche Botschaft. Wie das "Handelsblatt" berichtet, hat der Bundesgerichtshof zum ersten Mal die Zuständigkeit deutscher Gerichte bei Klagen gegen die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) bestätigt.

Das Urteil sei ein Durchbruch für Klagen gegen Rating-Agenturen in Deutschland, zitiert das Blatt den Kläger-Anwalt Jens-Peter Gieschen. Allen Anlegern, die sich aufgrund von Ratings für eine Kapitalanlage entschlossen haben, sei nun der Weg zu den deutschen Gerichten geebnet, heißt es.

Ein Rentner hatte S&P auf 30.000 Euro Schadensersatz für im Mai 2008 gekaufte Lehmann-Zertifikate verklagt. Der Mann argumentierte, dass die Agentur der Bank ein gutes Rating ausgestellt habe - ungeachtet der sich abzeichnenden Probleme.

In ihrem Beschluss beriefen sich die BGH-Richter auf ein Gesetz von 1877, das für klagende "Inländer" die Zuständigkeit deutscher Gerichte vorsieht. Die Deutschlandsprecherin der Rating-Agentur S&P sagte dem "Handelsblatt" zu dem Rechtsspruch: "Wir sind der Auffassung, dass diese Art Beschuldigungen völlig haltlos sind."

lei

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