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Wirtschaft

Chef des Weltwirtschaftsforums

Schwab kritisiert hohe Manager-Gehälter

Der Gastgeber des Weltwirtschaftsforums in Davos, Klaus Schwab, hat die zu hohe Bezahlung von Managern kritisiert. In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" forderte Schwab, kein Chef solle mehr als zwanzig Mal so viel verdienen, wie sein am schlechtesten bezahlter Angestellter.

DPA

Der Gründer des Weltwirtschaftsforums Klaus Schwab: "Nicht mehr sozialverträglich"

Samstag, 19.01.2013   16:11 Uhr

Frankfurt am Main - In der kommenden Woche hat Klaus Schwab die mächtigsten und bestbezahlten Politiker und Manager der Welt zu Gast: Im Schweizer Kurort Davos empfängt Schwab die Wirtschaftselite zum 43. Weltwirtschaftsforum. Im Vorfeld attackiert der Forumsgründer die Bezahlung der Manager.

Kein Chef solle mehr als 20mal so viel verdienen wie sein am schlechtesten bezahlter Angestellter, fordert Klaus Schwab in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Wenn das Verhältnis 1 zu 100 wird und darüber hinaus, dann ist es nicht mehr sozialverträglich", sagte der Gründer des Weltwirtschaftsforums.

Die Teilnehmerzahl in Davos hat Schwab strikt auf 2500 begrenzt: "Mehr bringt nichts". Um die Grenze einzuhalten, hat er strikte Zulassungsprinzipien eingeführt: "So darf ein Vorstandsvorsitzender nicht mehr kommen, sobald er pensioniert wird", sagte Schwab der "FAS"

Er selbst wolle bis ins hohe Alter weiter machen. "Ich denke nicht an den Ruhestand", betonte Schwab, der im März 75 Jahre alt wird. Wer auch immer an seiner Fitness zweifle, den fordere er zum sportlichen Wettkampf heraus: "Beim Ski-Marathon im Engadin können Sie beweisen, ob Sie mithalten."

Er arbeite 60 bis 70 Stunden die Woche, so Schwab, und treibe jeden Morgen Sport: "Wenn ich morgens um 9 Uhr im Büro ankomme habe ich eine Dreiviertelstunde gejoggt, danach wird eine halbe Stunde geschwommen." Jede Spekulation um einen Nachfolger sei deshalb "Schnee von übermorgen", sagte Schwab.

Die Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums gehört zu den wichtigsten Treffpunkten für Spitzenpolitiker, Top-Manager und Wissenschaftler aus aller Welt. Erklärtes Ziel ist es, "den Zustand der Welt zu verbessern". Bei öffentlichen Seminaren sowie bei vertraulichen Begegnungen geht es um Lösungsansätze für globale Herausforderungen. Das dabei mögliche "Networking" zur Knüpfung beruflicher und geschäftlicher Kontakte gilt als wichtiger Nebeneffekt.

Dem Forum gehören 1000 der weltgrößten Unternehmen sowie 200 kleinere als Mitglieder oder Partner an. Der Jahresbeitrag liegt - je nach Größe der Firma und Umfang der Beteiligung - zwischen 50.000 und 500.000 Franken. Das als Nonprofit-Unternehmen angelegte Forum hat seinen Hauptsitz in Cologny am Genfer See und beschäftigt weltweit rund 500 Mitarbeiter.

nck

insgesamt 47 Beiträge
smartphone 19.01.2013
1. Winterkorn
wenn man den in TV Interviews so hört ,scheint der langsam an der Kohle zu ersticken ........ ja ,ne , die Autos sind locker um den Faktor 2 zu teuer .... Es ist schon interessant wenn ein 70000 Dollar Wagen in den USA hier [...]
wenn man den in TV Interviews so hört ,scheint der langsam an der Kohle zu ersticken ........ ja ,ne , die Autos sind locker um den Faktor 2 zu teuer .... Es ist schon interessant wenn ein 70000 Dollar Wagen in den USA hier schlappe 120000 Euro kosten soll --- und das angesichts des Wechselkurses von 1 zu 1,33 somit dürfte der 70000 Dollar Schlitten hier keine 50000 kosten ...
mauskeu 19.01.2013
2.
Der Ansatz ist richtig, ob es nun 20x oder eine höhere Zahl sein sollte, könnte nach Branche verschieden sein. Auch ein vernünftiger Bonus ist nicht in jedem Fall abzulehnen. Was abzulehnen ist, sind die Relationen [...]
Zitat von sysopDPADer Gastgeber des Weltwirtschaftsforums in Davos, Klaus Schwab, hat die zu hohe Bezahlung von Managern kritisiert. In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" forderte Schwab, kein Chef solle mehr als zwanzig Mal so viel verdienen, wie sein am schlechtesten bezahlter Angestellter. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/chef-des-weltwirtschaftsforums-schwab-kritisiert-hohe-manager-gehaelter-a-878526.html
Der Ansatz ist richtig, ob es nun 20x oder eine höhere Zahl sein sollte, könnte nach Branche verschieden sein. Auch ein vernünftiger Bonus ist nicht in jedem Fall abzulehnen. Was abzulehnen ist, sind die Relationen von bis zu 1000x gegenüber den Gehältern von einfacheren Angestellten. Die Optionen auf Aktien sowie die Abfindungen sollten da auch nicht ausser acht gelassen werden.
WillyWusel 19.01.2013
3. Gerechtigkeit
Zitat aus dem Text: "Kein Chef solle mehr als 20mal so viel verdienen wie sein am schlechtesten bezahlter Angestellter." Absolut richtig. Und mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Ach, doch - eins noch: Alles, was [...]
Zitat aus dem Text: "Kein Chef solle mehr als 20mal so viel verdienen wie sein am schlechtesten bezahlter Angestellter." Absolut richtig. Und mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Ach, doch - eins noch: Alles, was darüber hinaus geht ist asozial, egoistisch und die pure Gier!!!
weltoffener_realist 19.01.2013
4. Und der Ersatz?
So eine Forderung kommt heutzutage gut an. Was aber, wenn ich der Konkurrenz den CEO abjagen will und dafür aus ethischen Gründen nicht kurzerhand ein deutlich besseres Gehalt bieten darf? Geldwerte Vorteile fallen ja auch [...]
Zitat von sysopDPADer Gastgeber des Weltwirtschaftsforums in Davos, Klaus Schwab, hat die zu hohe Bezahlung von Managern kritisiert. In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" forderte Schwab, kein Chef solle mehr als zwanzig Mal so viel verdienen, wie sein am schlechtesten bezahlter Angestellter. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/chef-des-weltwirtschaftsforums-schwab-kritisiert-hohe-manager-gehaelter-a-878526.html
So eine Forderung kommt heutzutage gut an. Was aber, wenn ich der Konkurrenz den CEO abjagen will und dafür aus ethischen Gründen nicht kurzerhand ein deutlich besseres Gehalt bieten darf? Geldwerte Vorteile fallen ja auch weg. Prostituierte führen noch weiter ins ethische Dilemma. Wie also lockt man das scheue Reh, von dem man sich im Gegenzu möglicherweise glänzende Geschäftszuwächse und somit auch Chancen für die Beschäftigten erhofft?
laubfrosch69 19.01.2013
5. Gute Idee :)
Schlechtest bezahlter Angestellter in DL = Minijober = 450 € x 20 = 9000 € monatlich x12 = 108000 € Bruttojahresgehalt. Reicht doch :)
Schlechtest bezahlter Angestellter in DL = Minijober = 450 € x 20 = 9000 € monatlich x12 = 108000 € Bruttojahresgehalt. Reicht doch :)

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