05.02.2013
Erstarkende Währung
Hollande fordert Wechselkurspolitik für den Euro
Frankreichs Präsident Hollande: Schutz vor "irrationalen Bewegungen"
Straßburg - Ob nach oben oder unten - der Euro müsse vor "irrationalen Bewegungen" geschützt werden, sagt François Hollande. Der französische Präsident hat daher am Dienstag in einer Rede vor dem EU-Parlament in Straßburg eine aktive Wechselkurspolitik für die Gemeinschaftswährung gefordert. "Eine Währungszone muss eine Wechselkurspolitik haben, ansonsten wird sie mit einem Wechselkurs enden, der nicht dem wirklichen Zustand seiner Volkswirtschaft entspricht", ergänzte er. Zugleich forderte er starke Euro-Länder wie Deutschland auf, die Binnennachfrage zu erhöhen.
Bei den französischen Sozialisten wachsen derzeit die Sorgen, dass der Euro wieder zu stark werden könnte und dadurch die Reformanstrengungen der Krisenländer unterlaufen werden könnten. Denn ein zu hoher Euro-Kurs könnte die Exporte schwächen. Derzeit liegt der Euro-Kurs bei rund 1,35 Dollar.
Warnung vor zu starken Einschnitten in EU-Etat
Hollande warnte vor den anstehenden Verhandlungen zum EU-Haushalt zugleich vor zu großen Kürzungen. "Ein Kompromiss ist möglich, aber er muss vernünftig sein. Er darf nicht denen folgen, die den Etat über das vernünftige Maß hinaus amputieren wollen", sagte Hollande. Die EU brauche ausreichend Mittel, um ihre Arbeit bewältigen zu können. "Sonst ist die europäische Konstruktion gefährdet", warnte Hollande.
Am Donnerstag und Freitag soll auf dem EU-Gipfel eine Einigung über den EU-Finanzrahmen von 2014 bis 2020 in einem Volumen von rund einer Billion Euro gefunden werden. Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel versuchen bei einem Treffen am Mittwochabend in Paris mögliche Kompromisse auszuloten. Beide Länder gehören zu den Nettozahlern in der EU.
yes/Reuters
