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17.02.2013
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Rekord

Spanien macht so viele neue Schulden wie noch nie

dapd

Euro-Symbol vor spanischer Flagge: Neue Schulden trotz Sparkurs

Mit drastischen Sparmaßnahmen kämpft Spanien gegen die Krise - und häuft doch mehr Verbindlichkeiten an als je zuvor. Laut einem Zeitungsbericht wuchs der Schuldenberg im Jahr 2012 um 146 Milliarden Euro. Ein Grund für den Rekord sind ausgerechnet die Hilfen der Euro-Partner.

Madrid - Trotz drastischer Einsparungen in Spanien sind die Staatsschulden des Euro-Krisenlandes nach Informationen der Zeitung "El País" 2012 um den Rekordbetrag von 146 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht rund 400 Millionen Euro pro Tag. Nie zuvor in der spanischen Geschichte hätten die Verbindlichkeiten so stark zugenommen, berichtete das Blatt am Sonntag unter Berufung auf offizielle Quellen.

Die Gesamtschulden des Staates beliefen sich damit auf mehr als 882 Milliarden Euro. Dies entspreche 84 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Zuletzt sei dieser Wert in Spanien im Jahr 1910 so hoch gewesen, schrieb die Zeitung. Damit liegt Spanien ungefähr auf dem Niveau Deutschlands. Hierzulande machen die Schulden rund 81 Prozent der Wirtschaftsleistung aus.

In Spanien ist die Schuldenlast in den vergangenen Jahren durch die Krise drastisch gestiegen. Durch die schwache Wirtschaftslage und die hohe Arbeitslosigkeit sinken die Steuereinnahmen. Auf der anderen Seite steigen die Sozialausgaben. Die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy versucht zwar, mit drastischen Sparprogrammen gegenzusteuern. Das Wachstum des Schuldenbergs konnte sie aber nicht stoppen. Laut "El País" ist die Zunahme vor allem auf das Defizit im Staatshaushalt zurückzuführen. Trotz aller Einsparungen sei die Neuverschuldung nicht abgebaut worden.

Allerdings spielen auch andere Faktoren eine Rolle - allen voran die Rettungsaktionen der Euro-Partner. Weil die rund 40 Milliarden Euro schweren Hilfen für die spanischen Banken nicht direkt an die Institute selbst, sondern zunächst als Kredite an den staatlichen Bankenrettungsfonds flossen, erhöhen sie die Verschuldung des Landes.

stk/dpa-AFX

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insgesamt 84 Beiträge
1. Da
crocodil 17.02.2013
ist ja wohl wieder die Fr. Merkel gefragt, um weitere Mrd. in den Sand zu setzen. Hoffentlich wird bei den nächsten Wahlen die richtige ?? Partei gewählt, um diesem Unsinn ein Ende zu bereiten.
ist ja wohl wieder die Fr. Merkel gefragt, um weitere Mrd. in den Sand zu setzen. Hoffentlich wird bei den nächsten Wahlen die richtige ?? Partei gewählt, um diesem Unsinn ein Ende zu bereiten.
2. die richtige???
adam68161 17.02.2013
Welche Partei bereitet denn diesem Spektakel, das uns alle eine grandiosen Wirtschaftszusammenbruch und die Vernichtung unserer Ersparnisse beschert, denn endlich ein Ende?
Welche Partei bereitet denn diesem Spektakel, das uns alle eine grandiosen Wirtschaftszusammenbruch und die Vernichtung unserer Ersparnisse beschert, denn endlich ein Ende?
3. Nur ein Forist ?
dieteroffergeld 17.02.2013
Komisch, noch vor kurzer Zeit war bei einem derartigen Thema zum Thema EURO/Finanzkrise/Bankenkrise oder was, noch ein Ansturm von Foristen zu vermerken. Und nun ...? Kann aber auch sein, dass die Leute allmählich gesättigt sind [...]
Komisch, noch vor kurzer Zeit war bei einem derartigen Thema zum Thema EURO/Finanzkrise/Bankenkrise oder was, noch ein Ansturm von Foristen zu vermerken. Und nun ...? Kann aber auch sein, dass die Leute allmählich gesättigt sind oder einfach genug haben von diesem Thema. Und wahrscheinlich ist den meisten bewusst, dass da noch ganz andere Summen und Akteure ins Spikel kommen. Zypern lässt grüßen. Heute Wahl und morgen die ersten Terminvereinbarungen zu Verhandlungen mit EU und IWF und ....
4. Psst,
dowhepole 17.02.2013
'Die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy versucht zwar, mit drastischen Sparprogrammen gegenzusteuern. Das Wachstum des Schuldenberges konnte sie aber nicht stoppen.' Kann Rajoy, Merkel und Co mal jemand schonend [...]
'Die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy versucht zwar, mit drastischen Sparprogrammen gegenzusteuern. Das Wachstum des Schuldenberges konnte sie aber nicht stoppen.' Kann Rajoy, Merkel und Co mal jemand schonend beibringen, dass 'Sparprogramme' in der Krise vieles bewerkstelligen, aber sicher nicht den Abbau von Schulden, das genaue Gegenteil ist der Fall. Die Worte 'zwar' und 'gegensteuern' die SPON hier gewählt hat, sind schlicht falsch.
5.
marthaimschnee 17.02.2013
allerdings nicht, weil Merkel einen Euro nach dem anderen dorthin schiebt, sondern weil sie die Situation durch ihr Zögern und Blockieren maßgeblich verursacht hat. Denn die Schuldenquote steigt auch bei einem ausgeglichenen [...]
Zitat von crocodilist ja wohl wieder die Fr. Merkel gefragt, um weitere Mrd. in den Sand zu setzen. Hoffentlich wird bei den nächsten Wahlen die richtige ?? Partei gewählt, um diesem Unsinn ein Ende zu bereiten.
allerdings nicht, weil Merkel einen Euro nach dem anderen dorthin schiebt, sondern weil sie die Situation durch ihr Zögern und Blockieren maßgeblich verursacht hat. Denn die Schuldenquote steigt auch bei einem ausgeglichenen Haushalt, wenn die Wirtschaftsleistung schrumpft. Welche Partei das allerdings lösen könne, kann ich mir nicht so ganz vorstellen. Schließlich haben alle Parteien mit realistischer Regierungschance die Schuldenbremse ab 2016 beschlossen, weswegen auch hierzulande eher weitere drastische Einschnitte, als Entspannung zu erwarten sind. Wie heißt es so schön: "Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Absichten" - die Schuldenbremse ist eine solche!

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