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22.02.2013
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EU-Prognose

Wirtschaft in der Euro-Zone schrumpft auch 2013

REUTERS

Madrid: Für Spanien erwartet die Kommission ein Minus von mindestens einem Prozent

Schlechte Aussichten für die Euro-Zone: Laut EU-Kommission wird die Wirtschaftsleistung in der Währungsunion auch 2013 schrumpfen. Besonders negativ ist die Prognose für Portugal, Griechenland, Italien und Spanien.

Brüssel - Die Euro-Zone kommt nach einer Prognose der EU-Kommission nur langsam aus der Rezession heraus. Nach dem Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank kappte auch die EU-Behörde ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr. Das Bruttoinlandsprodukt werde 2013 um 0,3 Prozent schrumpfen nach dem geschätzten Minus von 0,6 Prozent im Vorjahr, teilte die Kommission am Freitag in Brüssel mit. Inzwischen gebe es aber erste Hinweise auf eine Erholung zum Jahresende. "Die entschlossenen politischen Schritte der jüngsten Zeit ebnen den Weg für eine Rückkehr zur Erholung", sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn.

Die düsteren Aussichten für die Realwirtschaft stehen im Kontrast zur positiven Stimmung an den Finanzmärkten. Dort ist das Vertrauen in die Wirtschaftskraft der Euro-Zone nach Ansicht der EU-Kommission durch die entschiedenen Reformen und Einsparungen zurückgekehrt. Die Euro-Staaten müssten nun auf Reformkurs bleiben, sonst werde der Aufschwung bei Wachstum und Beschäftigung noch länger auf sich warten lassen, warnte Rehn.

Wachstumsbremsen im Euro-Raum sind vor allem die beiden südlichen Schwergewichte Italien und Spanien, wo die Wirtschaft um ein Prozent und mehr schrumpfen soll. Frankreich bleibt nahe beim Nullwachstum, während die deutsche Wirtschaft nur ein mageres Plus von 0,5 Prozent schaffen soll. Von den Sorgenländern unter dem Rettungsschirm wird Irland der Prognose zufolge mit einem Prozent Wachstum glänzend dastehen, während Portugal und Griechenland einen weiteren Einbruch vor sich haben.

Auf längere Sicht sind die Risiken für die Wirtschaft im Währungsgebiet größer als die Chancen, erklärte die Kommission weiter. So bestehe die Gefahr, dass die hohe Arbeitslosigkeit die Inlandsnachfrage dämpfe und zugleich den Spar- und Reformeifer erlahmen lasse. Auch die hohe Verschuldung der USA und Japans sei eine Belastung. Für das kommende Jahr prognostizieren die EU-Volkswirte aber eine Rückkehr zum Wachstum mit einem Plus von 1,4 Prozent.

Arbeitslosigkeit steigt auf mehr als zwölf Prozent

Die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone steigt in diesem Jahr laut EU-Kommission auf mehr als zwölf Prozent und somit auf ein neues Rekordhoch. Die Quote werde im laufenden Jahr bei durchschnittlich 12,2 Prozent liegen. Für das Jahr 2014 erwartet die EU-Kommission eine Arbeitslosenquote von 12,1 Prozent in den 17 Euro-Ländern.

In ihrem im Herbst veröffentlichten Wirtschaftsausblick waren die EU-Experten noch davon ausgegangen, dass die Quote der Arbeitslosen in diesem und dem kommenden Jahr in der Euro-Zone knapp unter der Zwölf-Prozent-Marke bleibt. Schlechter fallen auch die Erwartungen für die Krisenländer der Euro-Zone wie Griechenland und Spanien aus.

In Griechenland erwartet die EU-Kommission einen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 27,0 Prozent in diesem Jahr, bevor die Quote im Jahr 2014 auf 25,7 Prozent sinken soll. In Spanien ist demnach mit einem Anstieg der Quote auf 26,9 Prozent im laufenden Jahr zu rechnen; im Folgejahr soll sie leicht auf 26,6 Prozent heruntergehen. Deutschland gehört den Berechnungen zufolge mit einer Quote von 5,7 beziehungsweise 5,6 Prozent zu der Gruppe mit der durchschnittlich niedrigsten Arbeitslosigkeit.

cte/Reuters/AFP

Forum

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insgesamt 81 Beiträge
1. Ja, ja, ja
karlsiegfried 22.02.2013
Ist doch keine Neuigkeit mehr. Wer denken kann, weiß das schon seit Jahren.
Ist doch keine Neuigkeit mehr. Wer denken kann, weiß das schon seit Jahren.
2.
dongerdo 22.02.2013
Hmmmm..... -0,3%.... Muss ich jetzt schon im Garten den Bunker bauen und Vorräte anlegen oder darf ich noch ein paar Monate warten..... Die Frquenz dieser sich andauernd ändernden Prognosen ist lächerlich geworden
Zitat von sysopSchlechte Aussichten für die Euro-Zone: Laut EU-Kommission wird die Wirtschaftsleistung in der Währungsunion auch 2013 schrumpfen. Besonders negativ ist die Prognose für Portugal, Griechenland, Italien und Spanien. Wirtschaft in der Euro-Zone schrumpft auch 2013 - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/wirtschaft-in-der-euro-zone-schrumpft-auch-2013-a-884955.html)
Hmmmm..... -0,3%.... Muss ich jetzt schon im Garten den Bunker bauen und Vorräte anlegen oder darf ich noch ein paar Monate warten..... Die Frquenz dieser sich andauernd ändernden Prognosen ist lächerlich geworden
3. Jetzt aber Reformen:
Baikal 22.02.2013
nur wer hungert, arbeitet auch ohne Lohn - die "wettbewerbsfähigkeit" steigern!
nur wer hungert, arbeitet auch ohne Lohn - die "wettbewerbsfähigkeit" steigern!
4. neiiin
critique 22.02.2013
DAS hätte ich jetzt nicht gedacht!
DAS hätte ich jetzt nicht gedacht!
5. Das Foto...
loud_olph 22.02.2013
verstehe ich nicht.
verstehe ich nicht.

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