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26.02.2013
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Bonuszahlungen

20 Milliarden Dollar für die Wall-Street-Banker

DPA

Beschäftigte an der Wall Street (Archiv-Foto): Hohe Gewinne, hohe Boni

Finanzkrise, war da was? Die Wall Street zahlt wieder horrende Boni: Laut US-Rechnungshof hat die New Yorker Finanzbranche ihren Managern 2012 insgesamt 20 Milliarden Dollar überwiesen - ein kräftiges Plus im Vergleich zum Vorjahr.

New York - Die Bonuszahlungen an der Wall Street sind nach amtlichen Schätzungen 2012 ordentlich gestiegen. Auf insgesamt 20 Milliarden Dollar seien die Sonderzuwendungen in der New Yorker Finanzbranche im vergangenen Jahr angewachsen, teilte der dortige Rechnungshof am Dienstag mit. Dies sei der höchste Stand seit 2010 und im Vergleich zu 2011 ein Plus von acht Prozent. Die Summe bleibe aber zurück hinter den Zahlen der Jahre 2006 und 2007, also vor der Finanzkrise.

Im Schnitt seien die einzelnen Bar-Boni um neun Prozent auf jeweils knapp 122.000 Dollar gestiegen. Das Plus fiel höher aus, weil seit 2011 zahlreiche Jobs an der Wall Street abgebaut wurden. Der Rechnungshof stützt seine Schätzungen auf aktuelle Trends bei der Einkommensteuer. Die Statistik lässt aber Sondervergütungen wie Aktienoptionen außen vor.

Hohe Bonuszahlungen in der Branche waren scharf in die Kritik geraten, als US-Banken während der Finanzkrise mit Steuergeldern gerettet werden mussten. Die Institute reagierten auf das schwächelnde Geschäft unter anderem mit Personalabbau. Im Dezember 2012 beschäftigte das US-Finanzzentrum in Manhattan dem Bericht des Rechnungshofs zufolge insgesamt 169.700 Menschen, tausend weniger als noch ein Jahr zuvor.

Der Trend des Arbeitsplatzabbaus dürfte weiter anhalten, so die Behörde. Am Dienstag verkündete JP Morgan, im laufenden Jahr bis zu 4000 Stellen streichen zu wollen. Steuern der Wall-Street-Manager tragen zu einem beträchtlichen Teil zu den Einnahmen des Bundesstaats und der Stadt New York bei.

141 Milliarden Dollar Gewinn

Im Jahr 2011, für das die jüngsten Daten vorliegen, summierte sich das Gesamtgehalt eines Wall-Street-Bankers auf 362.900 Dollar. Das sei fünfmal so viel wie das durchschnittliche Einkommen in der Privatwirtschaft in der Stadt, sagte New Yorks oberster Finanzbeamter Thomas DiNapoli.

Dass es bei den US-Banken wieder besser läuft, zeigen auch Zahlen, die die staatliche Einlagensicherung FDIC vorgelegt hat. Demnach machten die Institute, die der FDIC angeschlossen sind, unterm Strich zusammen 141,3 Milliarden Dollar Gewinn. Das war ein Zuwachs von 19 Prozent zum Jahr 2011 und beinahe so viel wie die 145,2 Milliarden Dollar aus dem Rekordjahr 2006.

Die Zahl problematischer Kredite sei weiter zurückgegangen, begründete FDIC-Chef Martin Gruenberg das bessere Abschneiden. Platzende Hypothekendarlehen hatten in der Finanz- und Wirtschaftskrise reihenweise Banken in den Abgrund gerissen. Doch seitdem wieder mehr US-Amerikaner Arbeit haben, hat sich auch die Zahlungsmoral gebessert.

cte/Reuters/dpa-AFX

Forum

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insgesamt 85 Beiträge
1. Praktizierteter Sozialismus
sir_strangelove 26.02.2013
Ich verstehe die Aufregung der (linken) Spiegel Leser zu diesem Thema überhaupt nicht. Ist doch letzlich nur praktizierter Sozialismus: Die Arbeitnehmer (bösen Banker) kriegen alles, Aktionäre gehen fast leer aus und der Staat [...]
Ich verstehe die Aufregung der (linken) Spiegel Leser zu diesem Thema überhaupt nicht. Ist doch letzlich nur praktizierter Sozialismus: Die Arbeitnehmer (bösen Banker) kriegen alles, Aktionäre gehen fast leer aus und der Staat (dumme Steuerzahler) steht dafür gerade wenn etwas schief geht... Wo sonst gibt es einen Wirtschaftszweig, wo die Mitarbeiter alles bekommen? Banker müssten eigentlich das Traumbild der SPD sein, oder?
2. 20 Mrd. $ Boni ?
sunspirit1 26.02.2013
kann das sein? Dieses System wird an seinen eigenen Auswüchsen kaputtgehen. Aber es wird bis zum Crach getrieben ...
kann das sein? Dieses System wird an seinen eigenen Auswüchsen kaputtgehen. Aber es wird bis zum Crach getrieben ...
3. Nur mal für die Dimension dieser Summe......
ctwalt 26.02.2013
Das sind umgerechnet $1.000.000 für 20.000 Angestellte oder $ 100.000 für 200.000 Angestellte
Das sind umgerechnet $1.000.000 für 20.000 Angestellte oder $ 100.000 für 200.000 Angestellte
4. Richtig so!
Spirit in Black 26.02.2013
Leistung muss sich lohnen! Und die Banker leisten etwas, das steht außer Frage. Sie haben teils mehrere Studienabschlüsse, arbeiten überdurchschnittlich hart und sind auch sonst überdurchschnittlich. Dass sie schlau genug sind [...]
Leistung muss sich lohnen! Und die Banker leisten etwas, das steht außer Frage. Sie haben teils mehrere Studienabschlüsse, arbeiten überdurchschnittlich hart und sind auch sonst überdurchschnittlich. Dass sie schlau genug sind zu wissen wie man ans Geld kommt kann man ihnen auch nicht vorwerfen. Schließlich versuchen das ja alle! Und auch zwielichtige Methoden gibt es auch überall, man denke nur ans Pferdefleisch im Köttelbullar!
5. Inflationäre Bonuszahlungen
ralle66 26.02.2013
Obwohl die Notenbanken seit Jahren die Geldmengen ausgeweitet haben, ist die Inflation bislang noch unter Kontrolle. Die Notenbanken behaupten immer das neue Geld auch wieder rechtzeitig abschöpfen zu können. Doch alleine dieser [...]
Obwohl die Notenbanken seit Jahren die Geldmengen ausgeweitet haben, ist die Inflation bislang noch unter Kontrolle. Die Notenbanken behaupten immer das neue Geld auch wieder rechtzeitig abschöpfen zu können. Doch alleine dieser Bericht zeigt doch, daß das Geld immer zu einem Teil über Provisionen oder Ausschüttungen an Aktionäre in die Realwirtschaft durchsickert und in ein bis zwei Jahren eine Preis-Inflationsspirale lostreten wird.

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