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20.02.2014
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Wohn-Index Deutschland

So teuer ist mieten und kaufen

Corbis

Bayerische Landeshauptstadt München (Archivbild): Teuerstes Pflaster Deutschlands

Niedrige Zinsen und unsichere Finanzmärkte heizen den Trend zum Betongold an. Während die Mieten nur leicht steigen, sind die Preise für Eigentumswohnungen im Vergleich zum Vorjahr geradezu in die Höhe geschossen. Am teuersten wohnt es sich nach wie vor München.

Hamburg - Die Preise und Mieten auf dem deutschen Immobilienmarkt steigen weiter. Im vergangenen Jahr nahmen sie um vier Prozent zu, wie das Marktforschungsunternehmen F+B mitteilte. 2012 lag der Wert demnach bei drei Prozent. Dabei gibt es jedoch große Unterschiede in der Entwicklung von Mieten und Preisen für Eigentumswohnungen.

Den Angaben zufolge sind die Preise für Eigentumswohnungen 2013 mit 5,9 Prozent noch einmal stärker gestiegen als im Vorjahr. Damals hatte der Wert bei 5,1 Prozent gelegen. Eigenheime verteuerten sich im vergangenen Jahr um fünf Prozent - damit haben sich die Preisaufschläge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. 2012 hatte der Wert bei zwei Prozent gelegen.

"Die Preisentwicklung von Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern spiegelt die nach wie vor hohe Attraktivität von Sachwertinvestitionen wider", sagte F+B-Chef Bernd Leutner.

Bei den Mieten sieht die Lage nicht ganz so dramatisch aus: Bei Neuvermietungen müssen heute um 1,6 Prozent höhere Mieten gezahlt werden als Anfang des vergangenen Jahres. Im Jahr 2012 waren die Preise noch um 2,6 Prozent gestiegen. Die Bestandsmieten veränderten sich wie bereits ein Jahr zuvor lediglich um 0,8 Prozent.

München am teuersten

In München muss man für Eigentumswohnungen immer noch am meisten zahlen. Der Quadratmeter kostet dort laut F+B durchschnittlich etwa 4580 Euro. Auf Platz fünf liegt Freiburg im Breisgau mit 3310 Euro pro Quadratmeter. Erst auf den Plätzen 11 und 14 folgen die Metropolen Hamburg mit 3050 Euro pro Quadratmeter und Frankfurt am Main mit 2840 Euro.

Berlin erreicht gerade einmal Platz 110 der Top-500-Städte in Deutschland: Dort kostet F+B zufolge der Quadratmeter einer Eigentumswohnung durchschnittlich 2000 Euro. Bei den Steigerungsraten gegenüber dem Vorjahr liegt Berlin allerdings mit 8,3 Prozent hinter Nürnberg an zweiter Stelle der Metropolen über 500.000 Einwohner.

"Insgesamt zeichnet die Preisrangliste erneut die bekannten Süd-Nord- und West-Ost-Gefälle nach", sagte F+B-Chef Leutner. "Von den Top-50-Städten liegen etwa zwei Drittel in Bayern und Baden-Württemberg, von den 50 Städten mit den geringsten Preisniveaus über 80 Prozent in Ostdeutschland."

Billige Mieten in Ostdeutschland

Auch bei den Neuvermietungsmieten toppt München mit durchschnittlichen Marktmieten von 12,20 Euro pro Quadratmeter für zehn Jahre alte, 75 Quadratmeter große Wohnungen alle anderen deutschen Städte. Frankfurt am Main liegt auf Platz vier, dort sind die Mieten für eine Standardwohnung 16 Prozent günstiger als in München - der Quadratmeter kostet dort im Schnitt 10,20 Euro. Hamburg und Stuttgart liegen mit jeweils 9,60 Euro pro Quadratmeter auf Platz neun beziehungsweise zehn.

Die niedrigsten Mieten in deutschen Städten ab 25.000 Einwohner zahlt man bei Neuvermietung derzeit mit 4,30 Euro pro Quadratmeter in Zittau, Gera und Görlitz.

Fotostrecke

Tabellen: Preis- und Mietenentwicklung in deutschen Städten

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insgesamt 23 Beiträge
1. optional
konrad_baumann 20.02.2014
Seltsam, dass Idar-Oberstein so billig ist. Ist die Stadt aus irgendeinem mir unbekannten Grunde ein schlechter Wohnort?
Seltsam, dass Idar-Oberstein so billig ist. Ist die Stadt aus irgendeinem mir unbekannten Grunde ein schlechter Wohnort?
2. Wegziehen, dann eben raus aufs Land ...
saba1 20.02.2014
wäre endlich mal angesagt: Stattdessen aber wird in den Großstädten wie München, Hamburg und Stuttgart jede erdenkliche Mondmiete für noch so miese Löcher berappt. Die Vermieter in diesen vermeintlichen Metropolen pressen [...]
wäre endlich mal angesagt: Stattdessen aber wird in den Großstädten wie München, Hamburg und Stuttgart jede erdenkliche Mondmiete für noch so miese Löcher berappt. Die Vermieter in diesen vermeintlichen Metropolen pressen die letzten Kreuzer raus - mein Mietvertrag ist nach der letzten Erhöhung auf nun 45 Prozent meines Nettoeinkommens gekündigt. Dann gibt es nun eben Landluft, eine längere Anfahrt zum Job statt Lärm, Dreck und Wuchermiete.
3. die Kuh ist im Durchschnitt von 0,3 m ertrunken
fd53 20.02.2014
Diese Durchschnittszahlen kann man komplett in die Tonne kloppen. Es gibt Großstädte im Osten, da sind die Kaufpreise seit 2007 von 900 Euro auf über 3000 Euro/Quadratmeter explodiert. Und bei Neuvermietungen verlangen die [...]
Diese Durchschnittszahlen kann man komplett in die Tonne kloppen. Es gibt Großstädte im Osten, da sind die Kaufpreise seit 2007 von 900 Euro auf über 3000 Euro/Quadratmeter explodiert. Und bei Neuvermietungen verlangen die Heuschrecken im gleichen Ort gleich mal irre 25% mehr. Dafür gibt es Kleinstädte, da sind Traumsuperwohnungen selbst für 2,80 Euro kalt/Quadratmeter nicht mehr zu vermieten. Wobei der irre Leerstand in vielen ostdeutschen Kleinstädten mit nachfolgendem Verfall inzwischen absolut grausam ist. Es sterben ganze Gebiete von gleich mal 1000 Quadratkilometer - das war in der seligen DDR die Durchschnittsgröße eines ganzen Landkreises.
4. SInd das die Immobilien wert ?
alpha0711 20.02.2014
Bis jetzt war es immer so das Immobilien im Preis gestiegen sind und nach einigen Jahren oft mehr wert waren. Allerdings zweifel ich momentan daran.Wer dauerhaft darin wohnen bleibt kann es allerdings sicherlich egal [...]
Zitat von sysopCorbisNiedrige Zinsen und unsichere Finanzmärkte heizen den Trend zum Betongold an. Während die Mieten nur leicht steigen, sind die Preise für Eigentumswohnungen im Vergleich zum Vorjahr geradezu in die Höhe geschossen. Am teuersten wohnt es sich nach wie vor München. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/wohn-index-deutschland-wo-mieten-und-immobilien-teuer-sind-a-954622.html
Bis jetzt war es immer so das Immobilien im Preis gestiegen sind und nach einigen Jahren oft mehr wert waren. Allerdings zweifel ich momentan daran.Wer dauerhaft darin wohnen bleibt kann es allerdings sicherlich egal sein.Die hohen Preise sind getrieben durch eine grosse Portion Angst vor dem Crash und niedrigen Hypothekenzinsen. Die meisten Immobilien dürften im Süddeutschen Raum das Geld kaum wert sein. Allerdings ist es hier in der Schweiz noch extremer. 3.5 Zimmerwohnung nicht selten 2500 Franken Miete aufwärts (wenn man ein eigene Waschmaschine haben möchte , die in D fast Standard ist.) Gleiche Wohnung vor zwei Jahren 2000 Franken.Übrigens nicht mal in Zürich (dort reicht das oft nicht mehr) Kaufpreise für dergleichen nicht selten über 800000 Franken (auch auf dem Land) Attikawohnung 1000000 Franken aufwärts. Und nein .... das höhere Gehalt gleicht das kaum aus. Kommt der Immobiliencrash ? In der Schweiz bin ich mir ganz sicher.Leidtragende sind aber alle (so haben hier die Pensionskassen auch viel Geld investiert und nicht selten hängen Gelder der zweiten Säule (Altersvorsorge) mit in der Finanzierung.
5. Ich wäre vorsichtig..
leylimley 20.02.2014
..da auch diese blase mit dem ausstieg aus der billiggeldpolitik platzen wird. Die investition von heute kann der ruin von morgen werden..hatten wir doch alles schon.
..da auch diese blase mit dem ausstieg aus der billiggeldpolitik platzen wird. Die investition von heute kann der ruin von morgen werden..hatten wir doch alles schon.

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Der Abwesende
Wir wussten über Freunde von einer leerstehenden Wohnung. Wir riefen den Makler an, der uns sagte: "Sie können sich die Wohnung jederzeit ansehen - da sind derzeit Handwerker drin." Das taten wir und teilten dem Makler mit, dass wir die Wohnung gerne nehmen würden. Zwei Tage später durften wir den Vertrag unterzeichnen - die beiden Gläser Mineralwasser im Maklerbüro kosteten uns sozusagen zwei Monatsmieten. Plus Mehrwertsteuer.
Der Marktwirtschaftler
Eine Freundin hatte ihre Wohnung gekündigt, ich habe mich bei dem Vermieter gemeldet und Interesse bekundet. Er war einverstanden, hatte aber bereits einen Makler eingeschaltet. Es folgte ein Treffen mit dem Makler in der Wohnung, wozu er ein kurzes Exposé mitbrachte - das war alles. Ich bekam die Wohnung - und eine Rechnung in Höhe von rund 1200 Euro. Auf die Bitte, mit dem Preis herunterzugehen, da er schließlich keine Arbeit mit der Wohnung gehabt hätte, antwortete der Makler: "Aber ich kann Ihnen doch kein Geld schenken. Es gibt noch viele Andere da draußen, die diese Wohnung gern hätten."
Die Sippe
Wir mussten vor dem Einzug unterschreiben, dass wir wissen, dass die Maklerin die Ehefrau des Hausbesitzers ist. Was wir später herausgefunden haben: Vater und Sohn haben den Immobilienbesitz gemanagt, Mutter und Tochter makelten - so bleibt das Geld garantiert in der Familie. Gezahlt haben wir natürlich trotzdem.
Die Satten
Vor vielen Jahren hatte ich auf der Suche nach einer Mietwohnung notgedrungen die Hilfe eines Maklers gesucht. Als ich mich vor kurzem wieder auf die Wohnungssuche machte, habe ich 14 Makler durchtelefoniert - keiner von denen führte überhaupt noch Wohnungsrecherchen durch. Die lachten nur über meine Nachfrage: "Recherche? Nee, das machen wir schon lange nicht mehr. Das sind ja viel zu viele, die suchen."
Die Konkurrenten
Nicht nur die Makler sind zuweilen ärgerlich, sondern auch jene Interessenten, die dem Makler einen Wink mit dem Zaunpfahl geben, um zu zeigen, wie solvent sie sind. Beispiel: Bei einer Besichtigung sagte ein Interessent zum Makler: "Ach, und sagen sie mal: Die Miete bezahlt man hier wirklich monatlich? Also, ich könnte ihnen auch gerne gleich das Geld für das ganze Jahr geben!"
Die Kreative
Ich habe mich damals riesig gefreut, als ich meine Wohnung ohne Makler gefunden hatte. Dann wollte allerdings die Hausverwalterin auf einmal eine dubiose "Vertragsausfertigungsgebühr" von 200 Euro. Das ist zwar gesetzlich nicht zulässig, wird aber trotzdem gemacht - und vermutlich immer gezahlt.
Die Steuersparerin
Meine Maklerin hat mir beim Einzug angeboten, ihr statt der regulären Maklercourtage von 1400 Euro nur 1000 Euro zu geben - schwarz und unter der Hand. Sie sparte damit die Steuer, ich 400 Euro. Ich konnte damals jeden Euro gut gebrauchen und habe das Angebot angenommen.

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