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Wirtschaft

Schuldenstreit mit US-Hedgefonds

Argentinien ebnet Weg für Milliardenrückzahlung

Die Einigung mit den US-Investoren lag vor, nun musste noch das Parlament Ja sagen. Jetzt gab es grünes Licht für die Pläne der Regierung im Streit um die Rückzahlung von Anleiheschulden.

DPA

Argentiniens Senat

Donnerstag, 31.03.2016   12:20 Uhr

Nach jahrelangem Tauziehen im Schuldenstreit hat die Einigung der argentinischen Regierung mit mehreren US-Hedgefonds die letzte parlamentarische Hürde genommen. Der Senat stimmte einem Deal zwischen Regierung und Investoren mit großer Mehrheit zu.

Bereits Mitte März gab das Abgeordnetenhaus grünes Licht. Nun hat die Regierung bis zum 14. April Zeit, um 4,65 Milliarden Dollar an die Gläubiger auszuzahlen.

Präsident Mauricio Macri hatte vor einer Hyperinflation oder massiven Ausgabenkürzungen im Falle einer Ablehnung des Vorschlags gewarnt. Die Regierung hofft, mit der Beilegung des Streits mehr Investoren ins Land zu locken und damit die drittgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas zu beleben.

Vor allem Hedgefonds hatten im vergangenen Jahrzehnt nach der Staatspleite Argentiniens fast wertlose Schuldtitel des Landes aufgekauft. Eine Gruppe von Gläubigern hatte sich einer früher ausgehandelten Umschuldung verweigert. Zuletzt erzielte aber ein Vermittler den Durchbruch. Ende Februar ließen sich alle Hedgefonds auf einen Kompromiss ein. Argentinien will nun wieder Zugang zu den internationalen Kreditmärkten bekommen. Das ist ein erklärtes Ziel des neuen Präsidenten Mauricio Macri.

Argentinien benötigt dringend Geld, um seine marode Infrastruktur zu sanieren. Zudem wären geringere Finanzierungskosten eine Hilfe für Unternehmen und Regionen in der drittgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas.

Die argentinische Regierung unter der damaligen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner hatte sich stets geweigert, ernsthaft mit den von ihr als "Aasgeier" bezeichneten Fonds zu verhandeln. Durch den Zahlungsboykott war die zweitgrößte Volkswirtschaft Südamerikas aber weitgehend von den internationalen Kapitalmärkten abgeschnitten.

Die Auseinandersetzung mit den Hedgefonds hatte teils kuriose Folgen. So war 2012 ein argentinisches Marineschiff auf Antrag des Finanzinvestors Singer in Ghana festgesetzt worden. Der westafrikanische Staat musste das Schiff aber wieder freigeben.

asc/AFP/Reuters

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