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Wirtschaft

Bei eventuellen Nachverhandlungen

Ökonom Snower fordert EU zum Einlenken auf

IfW-Präsident Denis Snower hat die EU zu Kompromissen bei Brexit-Nachverhandlungen aufgefordert. Brüssel habe noch Spielraum bei Fragen der Einreise und Einwanderung.

DPA

EU-Fahne gegenüber dem britischen Parlament in London

Montag, 14.01.2019   13:08 Uhr

Die Angst vor einem harten Brexit wächst. An diesem Dienstag wird im britischen Unterhaus eine Entscheidung über das von Premierministerin Theresa May mit Brüssel ausgehandelte Abkommen zum EU-Austritt erwartet. Es gilt als unwahrscheinlich, dass der Deal im Parlament eine Mehrheit bekommt.

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft sieht nun die EU am Zug, um einen Kompromiss zu finden. "Die EU sollte Großbritannien das Signal geben, in kommenden Verhandlungen nicht länger auf der strikten Unteilbarkeit der 'vier Freiheiten' (Güter, Dienstleistungen, Personen, Kapital) zu beharren", sagte IfW-Präsident Denis Snower. "Die EU sollte akzeptieren, dass die Briten nur ein Freihandelsabkommen für Güter wollen, aber die Kontrolle über die Personen, die auf die Insel kommen, behalten." Nur dann könne Regierungschefin May den Brexit-Vertrag durch das Parlament bekommen. "Ansonsten muss mit einem Scheitern gerechnet werden, und ein No-Deal wird hochwahrscheinlich, mit ökonomisch drastisch negativen Folgen", sagte Snower.

Im Falle eines Brexits ohne Abkommen drohen Tausende Regelungen für Handel und Verkehr zwischen Großbritannien und EU nach dem 29. März ungültig zu werden. Das trifft Reisende, Arbeitnehmer und Unternehmen.

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Auch deutsche Unternehmen fürchten negative Folgen des Brexits. In einer Forsa-Umfrage sagten 65 Prozent, dass sie im geplanten Ausstieg Großbritanniens aus der EU einen Nachteil für den Wirtschaftsstandort Deutschland sehen. Ein Entgegenkommen bei den Brexit-Bedingungen befürworten die Firmen aber offenbar nicht. 92 Prozent der befragten Unternehmen unterstützen demnach die konsequente Linie der EU in den Brexit-Verhandlungen.

Mit Blick auf den Brexit erwarten 30 Prozent der Unternehmen Nachteile für ihr eigenes Geschäft. Insgesamt haben 13 Prozent der Firmen eine intensive Geschäftsbeziehung mit Großbritannien, mehr als die Hälfte aller Unternehmen (57 Prozent) unterhalten keine eigenen Geschäftsbeziehungen mit Großbritannien.

mmq/Reuters/dpa

insgesamt 52 Beiträge
lenslarque 14.01.2019
1. Hat der Herr
mit der "Rosinenpickerei" etwas falsch verstanden?
mit der "Rosinenpickerei" etwas falsch verstanden?
xyz890 14.01.2019
2.
Das UK darf nicht schon wieder Extrawürste bekommen. Die EU muß hart bleiben. Keine neuen Nachverhandlungen.
Das UK darf nicht schon wieder Extrawürste bekommen. Die EU muß hart bleiben. Keine neuen Nachverhandlungen.
votevolteur 14.01.2019
3. Nein
Es gibt bei der Frage der Grundfreiheiten eben keinen Spielraum mehr. Diese müssen (!) politisch aneinander gebunden bleiben. absoluter Quark also.
Es gibt bei der Frage der Grundfreiheiten eben keinen Spielraum mehr. Diese müssen (!) politisch aneinander gebunden bleiben. absoluter Quark also.
ohnezweifel 14.01.2019
4.
Die Briten (und viele andere in Europa) müssen es spüren: Nationalismus muss weh tun, richtig weh tun.
Die Briten (und viele andere in Europa) müssen es spüren: Nationalismus muss weh tun, richtig weh tun.
estark 14.01.2019
5. "ewg"
Das geht nur wenn es für Alle EU Mitglieder gilt. Zurück zur EWG?
Das geht nur wenn es für Alle EU Mitglieder gilt. Zurück zur EWG?

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