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Wirtschaft

Warnung von Industrievertretern

Scheitern der Brexit-Verhandlungen wäre schlimmer als befürchtet

Industrievertreter aus Großbritannien, Deutschland und Frankreich warnen im SPIEGEL vor den gravierenden Folgen eines ungeordneten Brexit. Zigtausende Betriebe würden "auf dramatische Weise über die Klippe springen".

AP

Anti-Brexit-Plakat

Von und
Freitag, 14.09.2018   18:05 Uhr

Kurz vor dem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Salzburg haben Vertreter der europäischen und der britischen Industrie eindringlich vor einem Scheitern der Brexit-Verhandlungen gewarnt.

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Wie Horst Seehofer persönliche Krisen zu Regierungskrisen macht

"Bei einem 'No Deal' würden Zigtausende kleinere und mittlere Betriebe über Nacht auf dramatische Weise über die Klippe springen", sagte Carolyn Fairbairn, Generaldirektorin des Verbandes der britischen Industrie, dem SPIEGEL. "Niemand sollte den Ernst der Lage unterschätzen." (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+.)

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Joachim Lang, warnt vor unabsehbaren Folgen vor allem für das Vereinigte Königreich, sollten die Scheidungsverhandlungen platzen: "Aus unserer Sicht drohen die Folgen noch sehr viel gravierender zu werden als das, worauf die britische Regierung ihre Bevölkerung gerade vorbereitet", so Lang. "Wir würden darüber hinwegkommen, weil wir die anderen Europäer in der EU haben. Die Briten hätten niemanden mehr."

Airbus-Vorstandsmitglied Tom Williams warnt, die Gefahr eines harten Bruchs zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich zu unterschätzen. Niemand wünsche sich das, "aber das Einzige, auf das wir uns heute vorbereiten können, ist leider dieses Worst-Case-Szenario: Betroffen wären in diesem Fall aber nicht nur Standorte in Großbritannien, sondern etwa auch Hamburg und Toulouse. Der Brexit ist nicht nur ein britisches Problem, sondern ein europäisches", so Williams.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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insgesamt 126 Beiträge
mk4711 14.09.2018
1. schlechte Vorbereitung
Viele Firmen fangen erst jetzt, wenn überhaupt, mit den Brexit-Vorbereitungen an. Da müssen sich die Firmen schon an die eigene Nase fassen oder müssen sich bei den britischen Wählern beschweren. Im Übrigen ist Handel auch [...]
Viele Firmen fangen erst jetzt, wenn überhaupt, mit den Brexit-Vorbereitungen an. Da müssen sich die Firmen schon an die eigene Nase fassen oder müssen sich bei den britischen Wählern beschweren. Im Übrigen ist Handel auch mit einem Drittstaat möglich. Die USA sind der größte Handelspartner Deutschlands und das, obwohl das Freihandelsabkommen TTIP nicht zustande kam.
ThomasSuzuki 14.09.2018
2. Immer die Industrie .....
Es ist natürlich legitim, dass die Industrie ihre Interessen vertritt, aber es gibt auch noch andere, wichtigere Dinge als Quartalsabschlüsse und das Wohlergehen der Aktionäre. Für meinen Geschmack werden diese Interessen der [...]
Es ist natürlich legitim, dass die Industrie ihre Interessen vertritt, aber es gibt auch noch andere, wichtigere Dinge als Quartalsabschlüsse und das Wohlergehen der Aktionäre. Für meinen Geschmack werden diese Interessen der Industrie ohnehin zu häufig vor die der Bürger gestellt (siehe Finanzkrise 2008 oder aktuell den Abgasskandal). Wenn man jetzt in übereifriger Industriehörigkeit den Briten das Rosinenpicken erlaubt fliegt die EU auseinander, weil sich keiner mehr an die Regeln gebunden fühlt. Und das ist für alle Europäer definitiv schlechter als ein kurzzeitiger Börseneinbruch, der ein paar wenige Aktionäre trifft.
Liberalitärer 14.09.2018
3. Airbus
Herr Williams dürfte schon wissen, dass es zwischen BAE und Airbus Verstimmungen gab. Kanzler Hammond leitete die UK Delegtation, Herr Pastor Hintze die deutsche Delegation. "EADS sieht Deutschland als [...]
Herr Williams dürfte schon wissen, dass es zwischen BAE und Airbus Verstimmungen gab. Kanzler Hammond leitete die UK Delegtation, Herr Pastor Hintze die deutsche Delegation. "EADS sieht Deutschland als Hauptverantwortlichen für das Scheitern. "Es war in erster Linie die deutsche Regierung, die das hat scheitern lassen", sagte ein Unternehmenssprecher. Auch die französische Nachrichtenagentur AFP meldete unter Berufung auf informierte Kreise, die Fusion sei primär am Widerstand Deutschlands gescheitert." http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/fusion-von-eads-mit-bae-gescheitert-a-860303.html
kuac 14.09.2018
4.
Es scheint mir so zu sein, dass Johnson und Farrage ihre Rechte in Anspruch genommen hatten, GB in ganz demokratischer Art und Weise zu schädigen. Solange die Mehrheit jetzt gegen den Brexit nicht auf die Strasse gehen, kann man [...]
Es scheint mir so zu sein, dass Johnson und Farrage ihre Rechte in Anspruch genommen hatten, GB in ganz demokratischer Art und Weise zu schädigen. Solange die Mehrheit jetzt gegen den Brexit nicht auf die Strasse gehen, kann man denen auch nicht mehr helfen. Es hieß ja, take back control. Jetzt müssen sie den Niedergang von GB kontrollieren!
dirkcoe 14.09.2018
5. Es ist einfach irreal
Dir Monaten gibt es Berichte die uns darüber informieren, was ein harter Brexit bedeutet. Noch länger ist klar, dass die Britische Regierung mit unrealistischen Vorstellungen in die Verhandlungen geht. Gibt es keine Vereinbarung [...]
Dir Monaten gibt es Berichte die uns darüber informieren, was ein harter Brexit bedeutet. Noch länger ist klar, dass die Britische Regierung mit unrealistischen Vorstellungen in die Verhandlungen geht. Gibt es keine Vereinbarung nehmen scheinbar viele Länder Schäden - am Meisten vermutlich die Briten. Wo bleibt der Aufschrei der Briten? Wo bleibt die Abwahl einer offensichtlich völlig überforderten May? Es kommt mir vor, als stünden die Britten starr vor Schreck vor der Situation - ähnlich dem Kaninchen vor der Schlange. Bitte Weck mich Mal jemand - das kann nicht real sein.

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