Schrift:
Ansicht Home:
Wirtschaft

Schätzungen aus den Ländern

Dürre richtet in Deutschland mehr als eine Milliarde Euro Schaden an

Die wochenlange Dürre hat in der deutschen Landwirtschaft bereits einen Schaden von mehr als einer Milliarde Euro angerichtet. Das haben erste Schätzungen der Länder ergeben.

DPA

Kuh auf einer vertrockneten Weide in Sachsen

Samstag, 11.08.2018   09:23 Uhr

Kurz vor einem Treffen von Bund und Ländern zu den Dürrefolgen in Deutschland werden vorläufige Zahlen zu den Schäden bekannt. Laut ersten Schätzungen aus den Ländern hat die wochenlange Trockenheit in vielen Regionen Deutschlands bislang Schäden von mehr als einer Milliarde Euro in der Landwirtschaft angerichtet. Die Meldungen mehrerer teils stark betroffener Länder summieren sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bereits auf 1,1 Milliarden Euro.

Der Bauernverband hat Hilfen von einer Milliarde Euro für Landwirte gefordert, die wegen der Trockenheit schwere Ernteausfälle erleiden. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat die Forderung nach Soforthilfen allerdings zurückgewiesen. "Ich arbeite im Dienste des Allgemeinwohls und der Steuerzahler", sagt sie in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL. "Ich kann nicht ohne repräsentative Zahlen, Daten und Fakten den nationalen Notstand ausrufen und nach Gefühl Zahlungen veranlassen." Das sehe die Mehrheit der Bauern, mit denen sie gesprochen habe, auch so.

Klöckner verweist darauf, dass sie den Abschluss der Ernte und die amtliche Erntebilanz abwarten will, die für Ende August vorgesehen ist. Sie hatte die Länder aufgerufen, über Schäden und vorgesehene Hilfen zu informieren.

Im Video: Der Fluch und Segen der Hitzewelle

Foto: SPIEGEL ONLINE

Am Montag wollen Ministeriumsexperten von Bund und Ländern erneut über die Lage beraten, nachdem sie Ende Juli eine erste Bestandsaufnahme gemacht hatten. Bei den Schäden beobachten auch die Länder regionale Unterschiede. Entscheidungen zu Hilfen werden am Montag vorerst nicht erwartet.

Zuständig für Nothilfen an Landwirte sind zuerst die Länder. Voraussetzung für mögliche Bundeszahlungen wäre, dass Schäden von "nationalem Ausmaß" festgestellt werden. Zuletzt war dies 2003 wegen einer Dürre der Fall. Der Bund und mehrere Länder stellten damals insgesamt 72 Millionen Euro bereit. Viehhaltern, bei denen das Futter akut knapp wird, hat Klöckner nun schnellere Hilfen von Bund und Ländern in Aussicht gestellt.

mmq/dpa

insgesamt 26 Beiträge
Commentatore 24 11.08.2018
1. Man kann nicht alles in Euro und Cent rechnen
Wir sind in dieser Situation angelangt, weil immer alles in Euro, Dollar etc. gerechnet wird. Hätten wir mehr auf die Natur gehört und weniger auf den Geldbeutel wären wir nicht in dieser schrecklichen Situation. Aber offenbar [...]
Wir sind in dieser Situation angelangt, weil immer alles in Euro, Dollar etc. gerechnet wird. Hätten wir mehr auf die Natur gehört und weniger auf den Geldbeutel wären wir nicht in dieser schrecklichen Situation. Aber offenbar lernt der Mensch ja nichts dazu. Nur der Natur sind Börsenkurse und irgendwelche hirnrissigen Prognosen scheißegal. Sie beherrscht kein BWL und wir als Gesellschaft werden, wenn wir uns nicht ganz schnell ändern, von diesem Planeten getilgt.
yvowald@freenet.de 11.08.2018
2. Nicht immer nach Staatsknete rufen
Wer will so etwas in aller Schnelle schätzen? Etwa der Bauernverbandspräsident Ruckwied, der ja auch gleich eine Milliarde EURO als Unterstützungszahlung für "seine" Bäuerinnen und Bauern gefordert hat? Auch [...]
Wer will so etwas in aller Schnelle schätzen? Etwa der Bauernverbandspräsident Ruckwied, der ja auch gleich eine Milliarde EURO als Unterstützungszahlung für "seine" Bäuerinnen und Bauern gefordert hat? Auch landwirtschaftliche Betriebe sind Unternehmen und sollten in guten Jahren Rückstellungen bilden für "schlechtere Zeiten" wie das Jahr 2018. Nicht immer nach Staatsknete rufen, sondern selbst vorbeugend handeln....
herbert 11.08.2018
3. es gibt Felder die sind grün
also nicht mit der Giesskanne allen satt Unterstützung geben. Zudem gibt es ein Unternehmer Risiko! Auch ein Bauer muss mit Ausfällen rechnen und vorbeugen. So einfach ist das !!!
also nicht mit der Giesskanne allen satt Unterstützung geben. Zudem gibt es ein Unternehmer Risiko! Auch ein Bauer muss mit Ausfällen rechnen und vorbeugen. So einfach ist das !!!
wo_st 11.08.2018
4.
Wer hat die Schätzung erstellt? Die Geschädigten? Bei uns war mal Hagelschlag in den Weinbergen und alles war zerstört, in den Tagen danach konnte man sich an der Masse der zerstörten Trauben sattessen, denn man hatte ja das [...]
Wer hat die Schätzung erstellt? Die Geschädigten? Bei uns war mal Hagelschlag in den Weinbergen und alles war zerstört, in den Tagen danach konnte man sich an der Masse der zerstörten Trauben sattessen, denn man hatte ja das Geld und brauchte nicht mehr ernten.
holgerbeckerhh 11.08.2018
5. Ursachenbekämpfung wichtig
Es bleibt zu hoffen, dass mit den wirtschaftlichen Schäden in einem Verursacherland des Klimawandels nicht nur über wichtige Sofortmaßnahmen, sondern auch um die perspektiv und insbesondere für die jüngeren Genrationen noch [...]
Es bleibt zu hoffen, dass mit den wirtschaftlichen Schäden in einem Verursacherland des Klimawandels nicht nur über wichtige Sofortmaßnahmen, sondern auch um die perspektiv und insbesondere für die jüngeren Genrationen noch wichtigere Ursachenbekämpfung diskutiert wird. Hier sind Handlungen zur aktuten Reduktion von Treibhausgasen bitter nötig.

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP