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Wirtschaft

Dürre in Deutschland

Schäden im Norden werden auf mehr als 400 Millionen Euro geschätzt

Allein in Schleswig-Holstein soll laut Agrarministerium durch die Dürre ein Schaden von 422 Millionen Euro entstanden sein. Erst nach Abschluss der Ernte soll entschieden werden, ob der Bund die Bauern unterstützt.

DPA

Weihnachtsbaumplantage in Schleswig-Holstein

Donnerstag, 09.08.2018   18:51 Uhr

Die wochenlange Dürre hat allein im stark betroffenen Norddeutschland erhebliche Millionenschäden für die Landwirtschaft angerichtet. In Schleswig-Holstein liegen sie nach einer ersten Schätzung des Agrarministeriums bei 422 Millionen Euro. Das geht aus einem Schreiben an Bundesministerin Julia Klöckner (CDU) hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Im Landesschnitt seien Ernteschäden von 30 bis 35 Prozent zu befürchten, allerdings mit einer großen Bandbreite zwischen den Betrieben.

Der Deutsche Bauernverband fordert Hilfen von einer Milliarde Euro für Bauern, die wegen der Trockenheit teils dramatische Ernteausfälle erlitten haben. Für Nothilfen sind zuerst die Länder zuständig.

Prüfung, ob Schäden von "nationalem Ausmaß"

Klöckner will vor der Entscheidung über eine mögliche Unterstützung des Bundes zunächst den Abschluss der Ernte und die amtliche Bilanz abwarten, die für Ende August vorgesehen ist. Dafür müsste festgestellt werden, dass es sich um Schäden von "nationalem Ausmaß" handelt. Viehhaltern, bei denen das Futter akut knapp wird, soll schneller geholfen werden.

Das Bundesagrarministerium hatte die Länder aufgerufen, über Schäden und Hilfsprogramme zu informieren. Ein Großteil der Länder habe laut dem Ministerium Daten gemeldet, die nun ausgewertet werden könnten. An diesem Montag wollen Ministeriumsexperten von Bund und Ländern erneut über die Lage beraten.

Der Weizen wird durch die Dürre bereits erheblich teurer. An der für den europäischen Markt maßgeblichen Pariser Warenterminbörse Matif ist der Preis von Mai bis Ende Juli um 20 Prozent auf über 200 Euro pro Tonne gestiegen. Das berichtete Klaus Josef Lutz, Vorstandschef des größten europäischen Agrarhändlers Baywa. Außerdem werde die weltweite Erntemenge niedriger ausfallen als im Vorjahr. Was das für den Einzelhandel bedeutet, sagte Lutz nicht. Erfahrungsgemäß schlagen steigende Erzeugerpreise beim Weizen jedoch mit Zeitabstand auf die Preise für Brot und sonstige Backwaren durch.

Im Video: Der Fluch und Segen der Hitzewelle

Foto: SPIEGEL ONLINE

cop/dpa-AFX

insgesamt 3 Beiträge
ziehenimbein 10.08.2018
1. Des Einen Segen, des Anderen Fluch
Die wenigen Bauern, die nicht oder eher weniger betroffen sind, profitieren immerhin von den höheren Preisen. Andererseits sind, auf Grundlage der höheren Preise, die Verluste jetzt auch höher. Ich bin gegen monetäre [...]
Die wenigen Bauern, die nicht oder eher weniger betroffen sind, profitieren immerhin von den höheren Preisen. Andererseits sind, auf Grundlage der höheren Preise, die Verluste jetzt auch höher. Ich bin gegen monetäre Geschenke, man konnte sich versichern oder Vorsorge treffen, was einige Bauern ja auch gut hinbekommen haben. Stundungen, Darlehen und Co. sind ok, aber keine Entschädigung für Pech und/oder falsche Entscheidungen, die bekommt sonst auch niemand.
Goldwin 10.08.2018
2.
Andere bekommen keine Entschädigung für Pech und/oder falsche Entscheidungen??? Da scheinen SIe mir aber auf dem Auge blind zu sein. Man denke zum Beispiel nur an Air-Berlin oder die Abwrackprämie für Autos.
Zitat von ziehenimbeinDie wenigen Bauern, die nicht oder eher weniger betroffen sind, profitieren immerhin von den höheren Preisen. Andererseits sind, auf Grundlage der höheren Preise, die Verluste jetzt auch höher. Ich bin gegen monetäre Geschenke, man konnte sich versichern oder Vorsorge treffen, was einige Bauern ja auch gut hinbekommen haben. Stundungen, Darlehen und Co. sind ok, aber keine Entschädigung für Pech und/oder falsche Entscheidungen, die bekommt sonst auch niemand.
Andere bekommen keine Entschädigung für Pech und/oder falsche Entscheidungen??? Da scheinen SIe mir aber auf dem Auge blind zu sein. Man denke zum Beispiel nur an Air-Berlin oder die Abwrackprämie für Autos.
duke_van_hudde 10.08.2018
3. Preise steigen massiv
Bei Landwirten die 25 % weniger gerntet haben, aber 25 % bessere Preise bekommen ist überhaupt kein Schaden entstanden. Die Kartoffelpreise haben sich wohl schon mehr als verdoppelt. an den Börsen. Hier werdne einige Landwirte [...]
Bei Landwirten die 25 % weniger gerntet haben, aber 25 % bessere Preise bekommen ist überhaupt kein Schaden entstanden. Die Kartoffelpreise haben sich wohl schon mehr als verdoppelt. an den Börsen. Hier werdne einige Landwirte mit guten Böden sich wohl die Taschen gigantisch vollstopfen können. Ein sehr grosser Teil deR Landwirte hat daher überhaupt kein Problem oder nur ein kleines. Das heisst es dürfte nur ein kleiner Teil der Landwirte Geld bekommen, wenn man das überhaupt will. Den Landwirte die durch die massiv höheren PReise schon ihren Ausgleich bekommen haben sollte man nicht noch mehr Geld in dne Rachen schieben. Dazu stellt sich die Frage ob sich die Landwirte nicht gegne solche Risikien versichern sollten und nicht nach den Staat schreien. Vor allen da sie jetzt lernen das man sich nicht versichern muss wenn man nur laut genug rumschreit. Wenn der Staat umbedingt was machen will, dann die Versicheurngssteuer für alle Firmen und Verbraucher gegen Naturschäden auf Null setzen. Die Versicheurngssteuer macht das versichern stark unwirtschaftlich für die möglichen Kunden. Bei einzelnen Betrieben nur bei wirklich massiv geringeren Erträgen und das heisst höchstens 40-50 % der normalen Erträge. Dazu klar Ansage das es ab jetzt nichts mehr gibt und das muss dann auch eingehalten werden. Die meisten Landwirte haben in dne letzten 5-7 Jahren eh dank Dragi ihr Vermögen massiv steigenr können. Den der Preis für Ackerland hat sich in der Zeit sicher verdoppelt in sehr vielen Regionen.

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