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Wirtschaft

Nach trockenem Sommer

Mindestens 3700 Bauern haben Dürrehilfe beantragt

Nach dem Dürresommer kämpfen viele Landwirte mit den finanziellen Folgen. Bei den Ländern sind bislang mindestens 3700 Anträge auf Hilfe eingegangen. Spitzenreiter ist Niedersachsen.

DPA

Trockener Sommer: Kühe auf einer Weide in Sachsen

Von
Freitag, 30.11.2018   14:31 Uhr

Mit einem gemeinsamen Hilfsprogramm wollen Bund und Länder Landwirte bei der Bewältigung der Dürrefolgen unterstützen. Bislang haben rund 3700 Betriebe einen entsprechenden Antrag gestellt. Das ergab eine Umfrage des SPIEGEL in den verschiedenen Bundesländern. Die Zahl könnte noch steigen, denn in einigen Ländern endet die Antragsfrist erst im Dezember.

Allein in Niedersachsen sind bereits vor Ablauf der Frist 1800 Anträge auf Dürrehilfe bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen eingegangen. Es deute sich eine durchschnittliche Zahlung von etwa 21.000 Euro pro Betrieb an, sagte die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. Landwirte in Niedersachsen können noch bis Freitag, 30. November, einen Antrag auf Dürrehilfe stellen.

Die bislang zweithöchste Zahl an Anträgen gibt es in Sachsen-Anhalt. Dort gingen bis zum Fristablauf am 16. November 756 Anträge auf Dürrehilfe ein. In Mecklenburg-Vorpommern waren es 453 Anträge (Stand 23. November), dort läuft die Frist an diesem Freitag aus. In Thüringen mussten sich Landwirte bis zum 2. November melden, dort waren es 183 Anträge.

In Hessen (Fristende 21. Dezember) und Schleswig-Holstein (Fristenende 30. November) meldeten die Behörden einen Zwischenstand von jeweils 150 Gesuchen. In Sachsen waren es gut zwei Wochen vor Ablauf der Frist 174 Anträge. Baden-Württemberg, wo die Antragsfrist am 30. November endet, wird erst im Dezember Zahlen veröffentlichen. In Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen haben Landwirte teils noch bis Mitte Dezember Zeit, einen Antrag auf Dürrehilfe zu stellen.

An dem gemeinsamen Hilfsprogramm mit dem Bund nehmen 14 Bundesländer teil. Lediglich das Saarland und Rheinland-Pfalz beteiligen sich nicht. Die beiden Länder waren nach eigenen Angaben von den Folgen der großen Hitzeperiode weitaus weniger betroffen als die anderen Bundesländer.

Dürrehilfen sind umstritten

Der Bund und die 14 beteiligten Länder stellen insgesamt 340 Millionen Euro zur Verfügung, etwa die Hälfte davon trägt der Bund. Um Hilfen zu erhalten, müssen Betriebe nachweisen, dass sie in Existenznot geraten sind und Ernteeinbußen in Höhe von mehr als 30 Prozent ihrer durchschnittlichen Jahreserzeugung hatten. Gemäß der Bund-Länder-Vereinbarung können maximal 50 Prozent des betrieblichen Dürreschadens ersetzt werden.

Die Dürrehilfe für Landwirte ist umstritten. So hatte Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied ursprünglich Hilfen von bis zu einer Milliarde Euro ins Gespräch gebracht. Agrarministerin Julia Klöckner hatte diese hohe Forderung zurückgewiesen. Auch Fachleute hatten zwar von einem schweren Jahr für Landwirte gesprochen, zugleich aber darauf verwiesen, dass Betriebe in der Lage sein müssten, eine solche Dürreperiode abfedern zu können.

Befürworter der Dürrehilfe wiederum monieren, dass die bürokratischen Hürden bei der Antragstellung so hoch seien, dass viele Betriebe abgeschreckt würden. Massive Trockenheit hat in diesem Jahr vor allem im Norden und Osten teils schwere Ernteausfälle verursacht. Bei Getreide Kartoffeln, Zuckerrüben und vor allem beim Anbau von Tierfutter mussten Bauern herbe Einbußen verkraften. Im Sommer waren die Länder davon ausgegangen, dass bundesweit insgesamt rund 10.000 Betriebe so sehr von der Dürre betroffen waren, dass sie in ihrer Existenz bedroht sind.

insgesamt 14 Beiträge
CinaBeline 30.11.2018
1. Zulagen
...Zulagen können ein geeignetes Miitel sein Einnahmeverluste aufgrund von Missernten zu kompensieren, sofern nicht aufgrund des geringeren Angebots höhere Preise erzielt werden können...das muss dann aber auch umgekehrt [...]
...Zulagen können ein geeignetes Miitel sein Einnahmeverluste aufgrund von Missernten zu kompensieren, sofern nicht aufgrund des geringeren Angebots höhere Preise erzielt werden können...das muss dann aber auch umgekehrt gelten, Bauern müssen bei überdurchschnittlichen Ernten mit höheren Einnahmen eine Sonderabgabe in einen Fonds zahlen...aus dem Fonds könnten dann bei schlechten Ernten wieder Zulagen gezahlt werden...
meinung2013 30.11.2018
2. und die Preise für Lebensmittel
steigen. Zum Beispiel Kartoffeln https://www.agrarheute.com/markt/marktfruechte/duerre-sorgt-fuer-hoechste-kartoffelpreise-seit-5-jahren-546659 wie schön, dass der Verbraucher, der ja auch Steuerzahler ist doppelt bezahlen muss.
steigen. Zum Beispiel Kartoffeln https://www.agrarheute.com/markt/marktfruechte/duerre-sorgt-fuer-hoechste-kartoffelpreise-seit-5-jahren-546659 wie schön, dass der Verbraucher, der ja auch Steuerzahler ist doppelt bezahlen muss.
Plasmabruzzler 30.11.2018
3.
Es bestätigt sich wieder einmal. Bauern können gut jammern und haben eine gute Lobby. Bekämen Hotels in Wintersportgegenden auch Zuschüsse, wenn aufgrund von Schneemangel kein Skifahrer kommt? Und wenn die Bauern schon [...]
Es bestätigt sich wieder einmal. Bauern können gut jammern und haben eine gute Lobby. Bekämen Hotels in Wintersportgegenden auch Zuschüsse, wenn aufgrund von Schneemangel kein Skifahrer kommt? Und wenn die Bauern schon bezuschusst werden, warum steigen dann trotzdem die Preise? Honi soit qui mal y pense
imlattig 30.11.2018
4. schoen...
die wollen noch geld, haben aber durch den preisanstieg schon alles wiedet so gut wie kompensiert.
die wollen noch geld, haben aber durch den preisanstieg schon alles wiedet so gut wie kompensiert.
calinda.b 30.11.2018
5. Schon
...solange es nicht die Steuermehreinnahmen der Terrassenwirtschaften und Biergärten übersteigt.
...solange es nicht die Steuermehreinnahmen der Terrassenwirtschaften und Biergärten übersteigt.

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